Ingolstadt
Das sind ja ganz neue Seiten

15.10.2010 | Stand 03.12.2020, 3:34 Uhr |

Mehrsprachig informiert: Der wissenschaftliche Mitarbeiter Tobias Schönauer hat die neue Internetseite des Armeemuseums gestaltet. Noch ist sie nur in Deutsch abrufbar, bald aber auf alle Fälle in Englisch, vielleicht kommen auch Italienisch und Französisch. - Foto: Herbert

Ingolstadt (DK) Neuer Leiter, neue Linie: Nach diesem Motto verändert sich das Bayerische Armeemuseum seit dem 1. Februar unter der Führung von Ansgar Reiß einen Schritt nach dem anderen. Jetzt ist der neue Internetauftritt fertig.

Gerald Zabos hat sich den Ehrenplatz gesichert. Der Ingolstädter schrieb als erster in das frisch eingerichtete Gästebuch des Armeemuseums. Und was er hinterlassen hat, zaubert den Mitarbeitern im Neuen Schloss ein Lächeln auf die Lippen. Der Internetauftritt sehe "überarbeitet deutlich besser, übersichtlicher und klar strukturiert aus", schreibt Zabos. Sein Fazit: "Gratulation und weiterhin so gute Arbeit bitte."
 

Diese erste Reaktion nimmt unter allen Museumsmitarbeitern im Schloss besonders Tobias Schönauer gern zur Kenntnis: Der Historiker, der aus Ingolstadt stammt, hat die Webseiten seit Mitte August umgebaut und entstaubt. Der erste Entwurf stammte "aus den Anfängen des Internets", sagt Schönauer etwas überspitzt. Gestaltet hatte ihn vor gut einem Jahrzehnt eine Studentengruppe der FH Ansbach. "So hat man das eben damals gemacht", sagt Schönauer, als er die alten Seiten ein letztes Mal auf seinem Computer vorführt und eine animierte Zeitleiste in Gang setzt. "So ist das heute aber nicht mehr zeitgemäß", sind seine abschließenden Worten.

Die neue Seite ist schlicht in der Farbgestaltung gehalten, mit großen Bildern und einfacher Navigation. Nichts blinkt, nichts flimmert. Wer sich durch die Seiten klickt, findet viele kleine Informationen, die Lust auf einen Besuch im Museum machen sollen. Was auf der Startseite sofort ins Auge sticht, ist das "Objekt des Monats" – nicht nur weil es zum Start die spitze Hundsgugel ist, ein Helm aus dem 15. Jahrhundert. "Das ist jetzt nicht so ungewöhnlich für ein Armeemuseum", sagt Schönauer. "Doch bald gibt es vielleicht auch mal was, was man nicht erwartete hätte." Alle vier Wochen will das Haus etwas anderes präsentieren und "die ganze Bandbreite unserer Sammlung und Ausstellungen zeigen", sagt Schönauer. Vielleicht auch mal den Starfighter, der bisher nicht den Weg in eine Schau finden konnte, allein aus Platzgründen.

Das Internet als Visitenkarte einer Einrichtung "ist heute der erste Zugang zu allen Informationen", weiß Schönauer. Sie ist für das staatliche Haus aber auch das deutliche Signal, nach außer, dass sich in der Leitung etwas geändert hat, seit Ansgar Reiß am 1. Februar den Chefsessel übernommen hat. Für den Internetauftritt heißt das: stete Aktualität, fortlaufende Überarbeitung. Das ist aber auch die Reißsche Philosophie für das gesamte Museum, die Schönauer so erklärt: "Man kann das nicht wie einen Monolith sehen, dass der einmal aufstellt gestellt wird und dann für immer steht." In dieser Art seien auch Ausstellungen nicht mehr zu konzipieren. Entsprechend warten Stammbesucher und auch der Freundeskreis des Armeemuseums gespannt, was Reiß noch in petto hat, zum Beispiel beim geplanten Polizeimuseum.

Der Internetauftritt verrät schon jetzt, wie es die nächsten Monaten im Schloss weitergeht. Gleicht auf der Startseite heißt es einen neue Rubrik "Demnächst". Im Juli 2011 wird eine Sonderausstellung zu Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht gezeigt – und zwar an einem ungewöhnlichem Ort: im bisher selten genutzten Zeughaus. Im Februar startet bereits eine andere Sonderschau in den bekannten Räumen. Sie ist tituliert als: "Der Kampf um die Bürgerrechte. Afroamerikanische GIs und Deutschland." Gerade hier lässt sich bei der Themensetzung die Handschrift des neuen Chefs deutlich erkennen. Weitere Schritte werden folgen. Die neue Webseite des Musems kennt sie mit als Erste.