Eichstätt

Das gute Leben für alle ist das Ziel

ÖDP hat Vortrag organisiert - Thema: Ein Wirtschaftsmodell, das dem Gemeinwohl dienen soll

20.02.2020 | Stand 02.12.2020, 11:55 Uhr
Zu einem Vortrag über die Gemeinwohl-Ökonomie trafen sich ÖDP und Interessierte in der Gaststätte "Zum Gutmann". −Foto: Loderer

Eichstätt - Zu einem Vortrag über Gemeinwohlökonomie hatte der Kreisverband der Ökologisch-Demokratischen Partei ins Wirtshaus "Zum Gutmann" eingeladen.

Es referierte Jakob Sedlmeier, Diplomingenieur, Fahrzeugtechniker und ÖDP-Kreistagskandidat aus Kösching.

Er sprach zunächst über die freie Marktwirtschaft: Hier regele die Nachfrage Angebot und Preis. Profitstreben und Konkurrenz stärkten dabei Egoismus, Gier, Rücksichtslosigkeit und Verantwortungslosigkeit. Eine souveräne Demokratie müsse freien Unternehmen ethische Vorgaben machen und diese auch kontrollieren können. "Die Gemeinwohl-Ökonomie ist der Aufbruch zu einer ethischen Marktwirtschaft, deren Ziel nicht die Vermehrung von Geldkapital ist, sondern das gute Leben für alle", sagte Sedlmeier. Sie setze die Menschenwürde, die Menschenrechte und die ökologische Verantwortung als Gemeinwohlwerte auch in der Wirtschaft um. Das Herzstück der GWÖ sei die Gemeinwohl-Bilanz von Christian Felber. Mit einem Punktesystem beurteilen Unternehmen, Gemeinden und Institutionen, inwieweit sie die Werte Menschenwürde, Solidarität und soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und demokratische Mitentscheidung in ihrem Handeln berücksichtigen. So werde ihr Beitrag zum Gemeinwohl sichtbar. Sedlmeier erläuterte anhand von Beispielen, welche Fragen sich Unternehmen im Sinne des Gemeinwohls stellen könnten. Dabei machte er einen Exkurs zum Zwergstaat Bhutan: Hier fände sich das größte Beispiel einer Gemeinwohl-Bilanz. Staatsziel sei das "Bruttoinlandsglück". In Bhutan würden bereits heute tausende Bürger zu ihrer Zufriedenheit, ihrem Glück und ihrer Gesundheit befragt; Umweltschutz und Nachhaltigkeit seien weitere Säulen dieses Staatsziels. Um ethisches Verhalten zu fördern, müsse die Höhe der Punktzahl in der Gemeinwohlbilanz belohnt werden, etwa Vorteile bei Steuern, günstige Kredite und Vorrang beim Einkauf. Die Gemeinwohlbilanz könne auch anhand von fünf Farbstufen auf Produkten für Käufer transparent gemacht werden.

Die Eichstätter Oberbürgermeisterkandidatin der ÖDP, Maria Lechner, sagte: "Wir wollen ein zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell, das Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellt. Genau dafür steht die ,Gemeinwohlökonomie'. Wir fordern: Umdenken und Handeln - jetzt! " Sie ergänzte zum Vortrag: Die Gemeinwohlökonomie könne auch auf kommunaler Ebene umgesetzt werden. Erstes Beispiel dafür sei die oberbayerische Gemeinde Kirchanschöring im Landkreis Traunstein.

Kreisvorsitzender und Kreistagskandidat Klaus Loderer erklärte: "Durch die Gemeinwohlökonomie verlieren große ausländische Konzerne, die mit Billigprodukten den Markt erobern wollen, an Macht. Die GWÖ fördert regionale Produkte, kleinere und mittlere Betriebe. Freihandelsabkommen, wie sie die Regierungsparteien unterstützen, zerstören diese hingegen. "

EK