Lübeck

Coronavirus: Deutsche Forscher finden Hemmstoff

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30.03.2020 | Stand 02.12.2020, 11:38 Uhr
Eine Wissenschaftlerin forscht im Labor. −Foto: Pixabay/ jarmoluk

Lübeck - An der Universität Lübeck ist Forschern offenbar ein Durchbruch gelungen. Diese Entdeckung gibt Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus.

Die Lübecker Forschungsgruppe von Prof. Dr. Rolf Hilgenfeld konnte ein entscheidendes Enzym zur Vermehrung des Coronavirus entschlüsseln. Außerdem fand das Forscherteam einen inhalierbaren Hemmstoff, der gegen die Hauptprotease des Virus SARS-CoV-2 wirkt, wie die Universität Lübeck berichtet.

Die sogenannte virale Hauptprotease Mpro ist an der Bildung des Coronavirus-Replikationskomplexes, also an der Kopie des Erbguts und der Vermehrung des Virus, beteiligt. Bei Mäusen und Zellkulturen haben die Forscher bereits einen Hemmstoff, der gegen verwandte Coronaviren entwickelt wurde, mit Erfolg getestet.

„Wenn es uns gelingt, die Hauptprotease zu blockieren, können wir daher die Virusreplikation unterbinden", erklärt Hilgenfeld. Der Chemiker und Strukturbiologe arbeitet seit 2013 an solchen Hemmstoffen. Damals wurde das Middle-East Respiratory Syndrom (MERS) auf der arabischen Halbinsel durch ein anderes tödliches Coronavirus hervorgerufen, wie die Universität Lübeck weiter berichtet. Seitdem optimierten er und sein Team Hemmstoffe gegen Coronaviren. „Wir haben sogar sichergestellt, dass unsere Verbindungen auch Fledermaus-Coronaviren blockieren, welche in China entdeckt wurden", sagt Hilgenfeld.

Die nächsten Schritte

„Jetzt wird unser Wirkstoff zu einem Medikament entwickelt werden müssen", erläutert Rolf Hilgenfeld. „Dafür müssen wir ein pharmazeutisches Unternehmen ins Boot holen, da nur so die finanziellen Belastungen klinischer Versuche getragen werden können". Dennoch werde es mehrere Jahre dauern, bis der Wirkstoff zu einem Anti-Coronavirus-Medikament entwickelt sein werde, so Hilgenfeld.