Ingolstadt
Corona-Hilfsprogramme: Unternehmen in der Region erhalten 130 Millionen Euro

15.07.2021 | Stand 18.07.2021, 3:33 Uhr
Nicht nur leere Biergärten: Über ein halbes Jahr lang war die Gastronomie Corona-bedingt geschlossen. Wirte konnten, wie andere Unternehmer, Hilfen beantragen. Seit Juli 2020 flossen in die Region fast 130 Millionen Euro. −Foto: Hammer, Archiv

Ingolstadt - Fast 130 Millionen Euro Zuschüsse haben seit Juli 2020 von der Corona-Krise betroffene Selbstständige, Betriebe und Einrichtungen in der Region erhalten.

Das teilte die IHK für München und Oberbayern am Mittwoch mit. Die Summe umfasst demnach die Überbrückungshilfen I bis III, die Neustarthilfe sowie die November- und Dezemberhilfen.

Bearbeitet wurden nach Angaben der IHK in der Stadt Ingolstadt sowie den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen rund 6300 Anträge. Aufgeschlüsselt bedeutet das: 47,5 Millionen Euro gingen nach Ingolstadt, 32 Millionen nach Eichstätt, 28 Millionen nach Pfaffenhofen sowie 20 Millionen nach Neuburg-Schrobenhausen. Im Schnitt lag die Auszahlung im Falle eines erfolgreichen Antrags im Landkreis Pfaffenhofen bei über 17600 Euro, in der Stadt Ingolstadt bei 21700 Euro. Im Kreis Eichstätt war eine Durchschnittszahlung sogar noch höher, nämlich 22000 Euro. Am geringsten fiel sie in Neuburg-Schrobenhausen aus, dort berechnete die IHK 16900 Euro. Die höchsten Summen wurden dabei aus der Überbrückungshilfe III ( Förderzeitraum ab 1. November) ausgezahlt - nämlich zwischen 9 und 18 Millionen Euro. Die meisten Anträge gingen für die Dezemberhilfe (Auszahlung von 75 Prozent des Dezember-Umsatzes von 2019) ein: zwischen 340 (Neuburg-Schrobenhausen) und 578 (Ingolstadt).

Fälle, dass Gelder aus den sieben aufgelegten Hilfsprogrammen zu Unrecht beantragt wurden, halten sich nach Angaben von IHK-Geschäftsstellenleiterin Elke Christian in Grenzen: "Um Betrug zuvorzukommen, konnten die Anträge von Anfang an nur über einen prüfenden Dritten - also einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt - gestellt werden", sagte sie auf DK-Nachfrage. Christian zufolge habe man die im Antrag genannten Zahlen zum Umsatzeinbruch oder zur Höhe der Fixkosten belege müssen.

Die anfangs vorherrschenden Verzögerungen bei der Bearbeitung der Anträge sind laut Elke Christian großteils abgestellt: "Die Probleme, mit denen wir am Anfang zu kämpfen hatten, hatten ihre Ursache vor allem in der erst verspätet zur Verfügung gestellten Bearbeitungsplattform durch den IT-Dienstleister des Bundeswirtschaftsministeriums. " Dadurch sei ein Stau an Anträgen entstanden. Aber: "Diese Probleme gehören der Vergangenheit an", so die IHK-Vertreterin.

Indes brauche es weitere Unterstützung, wie Franz Schabmüller, der neue Regionalausschussvorsitzende aus Ingolstadt betont: "Die ausgezahlten Hilfen decken trotz Millionenhöhe nur einen Teil der pandemiebedingten Kosten und Verluste ab. " Die Überbrückungshilfe III und die Neustarthilfe für Soloselbstständige können von den Betroffenen nun auch für die Monate Juli bis September beantragt werden. Das Geld müsse dann schnell ankommen, um "die fortdauernde Durststrecke für diese Unternehmen" zu überbrücken, ergänzt Schabmüllers Pfaffenhofener Kollege Eduard Kastner.

smo