Rennertshofen

Charmanter Ausflug in die 50er-Jahre

Rennertshofener Theaterfreunde begeistern mit der Komödie "Wob-baba-luba" ihr Publikum

14.05.2019 | Stand 02.12.2020, 13:59 Uhr
Amüsanter Stoff: Dominik Winkler (2.v.r.) führt das Wort und Niklas Hofmann (v.l.), Aimee Hartwig, Pascal Kieper, Laura Golombek und Anna Schreiber hören gespannt zu. −Foto: Schmitt

Rennertshofen (lfs) Die Jugendgruppe der Rennertshofener Theaterfreunde hat bei ihren Aufführungen auf ganzer Linie überzeugt.

Alle fünf Vorstellungen des Stücks "Wob-baba-luba" waren ausverkauft.

"Ich bin froh, dass die Welle der Begeisterung des vergangenen Wochenendes auf die beiden letzten Vorstellungen übergeschwappt ist", so ein erleichterter Peter Fürst, neben Claudia Riedelsheimer einer der beiden Spielleiter. Die Rollen waren ideal besetzt, mit ausgefeilter Technik wurden die Akteure gekonnt unterstützt und der dafür lang anhaltende Applaus war verdient.

Der Erfolg fing schon mit der Auswahl des Stücks an. Mit der Komödie von Peter Landstorfer wurde man vor allem dem Altersspektrum der Darsteller gerecht. Die sind zwar alle erst zwischen 16 und 24 Jahre alt, können aber teilweise schon eine lange Bühnenerfahrung aufweisen. Der Drei-Akter spielt Ende der 1950er-Jahre im Münchner Stadtteil Neuhausen. Der klassische Großvater fehlt in dem Stück, dafür wimmelt es aber nur so vor Halbstarken.

Die Musik dieser Zeit war der Rock'n'Roll. Und mit genau dieser Musik und einer fetzigen Tanzeinlage heizen die "Wild Stage Rockers" schon mal gleich das Publikum an, noch bevor sich der Vorhang das erste Mal hebt. Trainiert wird die Formation aus vier Tänzerinnen und zwei Tänzern im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren von Martina Weigl.

So vorbereitet taucht das Publikum in eine Welt der Petticoats, Schmalzlocken, Lederjacken und geschmuggelter Besatzungsware. Dreh- und Angelpunkt ist der kleine Friseursalon Glanz. Bei der Besitzerin Berta (Christina Bauch) und ihrer Angestellten Briska (Anna Schreiber) trifft sich die Clique um den sympathischen Stritzi Casablanca (Dominik Winkler). Dessen Freunde Biwi (Niklas Hofmann) und Luggestrick (Pascal Kieper) sind Originale, ein jeder auf seine Weise. Was alle drei gemeinsam haben, ist ein unerschütterliches Selbstbewusstsein und das damit verbundene Gefühl der Unwiderstehlichkeit bei den Damen. Ja, Machos gab es in den 50ern schon, und die drei sind Musterbeispiele dieser Spezies. Und auch damals gab es schon Frauen, die genau auf diese Art Mann stehen. Briska, Riwa (Laura Golombek) und Steffi (Aimee Hartwig) himmeln die Typen regelrecht an.

In einem ganz anderen Fahrwasser bewegt sich der ruhigere Buale (Christoph Hosemann). Er würde lieber einen Spaziergang mit seiner Auserwählten machen. Mit dieser romantischen Art könnte er bei der ebenso veranlagten Elli (Helena Weigl) punkten, allerdings verlässt er sich zu sehr auf die "Erfahrung" von Casablanca. Als er mit Elli zusammen eine Spritztour auf dessen Maschine macht, endet die im Chaos. Diese Szene wurde gekonnt mit einer im Vorfeld gedrehten Filmsequenz über Leinwand eingespielt.

Für einen bleibt die undankbare kleinste Rolle übrig. In diesem Fall musste Markus Schreiber als Doktor, Kunde im Friseursalon, in den sauren Apfel beißen. Beeindruckend beweist er, dass man trotzdem glänzen kann. Mit erfrischender Gestik und Mimik erzwingt er Szenenapplaus.

Der Bühnenbau und die Technik lagen in den bewährten Händen von Mario Franke, Christoph Hosemann und Tom Feldmann. Für die Maske war Sylvia Metzker zuständig. Alles in allem wurde einem in Rennertshofen bereits verwöhntem Publikum großes Laientheater geboten. Die Jugend ist die Lebensversicherung eines jeden Vereins. Mit diesem Nachwuchs sind die Theaterfreunde mehr als gut versichert.