Burgheim

Burgheim stellt sich bei Behördenfunk quer

05.10.2011 | Stand 03.12.2020, 2:20 Uhr

Burgheim (DK) Wenn es nach dem Willen des Burgheimer Gemeinderates geht, wird in der Gegend um Ortlfing, Biding, Straß und Leidling kein Masten für den digitalen Behördenfunk entstehen. Den entsprechenden Bauantrag lehnte der Gemeinderat einstimmig ab.

Damit folgte das Gremium 800 Bürgern, die mit ihrer Unterschrift die Ablehnung gefordert hatten. Die neu gegründete Interessengemeinschaft gesundheitsbewusster Bürger war dabei aktiv. Bürgermeister Albin Kaufmann erinnerte daran, dass in zwei Versammlungen das Für und Wider lebhaft diskutiert wurden. Oberinspektorin Carolin Haunstetter informierte den Gemeinderat und die zahlreichen Zuhörer, dass von Seiten des Bayerischen Gemeindetages und des Landratsamtes keine baurechtlichen Gründe gegen den Bau des Sendemasten sprechen. Die Regierung von Oberbayern könne die Genehmigung trotz des Burgheimer Widerspruchs erteilen.

Mit Antennen soll das Bauwerk 53 Meter hoch werden. Im Vorfeld erhielten die Gemeinderäte 130 Seiten zur Erläuterung. Vehement sprach sich Gemeinderat Johannes Hieber dagegen aus. Für ihn sei die Betriebssicherheit des Digitalfunks nicht gegeben. Der Analogfunk sei besser, auch wenn er nicht so funktioniert wie gewünscht. Allerdings habe sich auch niemand um eine Verbesserung bemüht. Hieber sieht auch die Gesundheit gefährdet. Der Digitalfunk funkt immer, der Analogfunk nur wenn man ihn in Betrieb nimmt. Den Bau des Antennenträgers lehnt Johannes Hieber ab, engagiert sich weiter entsprechend, notfalls auch auf der Straße.

Zweiter Bürgermeister Hans Dußmann betonte, dass beim BOS-Digitalfunk vieles im Argen liege, vor allem die Geheimniskrämerei der Staatsregierung. In einer vorbereiteten Beschlussvorlage forderte Hans Dußmann die Ablehnung des Bauantrages und des Digitalfunks. Die technische Tauglichkeit, die Sicherheit, die Finanzierung und die Folgen für die Gesundheit seien nicht geklärt. Das Staatsministerium des Innern soll darauf hinwirken, dass der Digitalfunk bundesweit auf einen öffentlichen Prüfstand gestellt wird.

Für Dritten Bürgermeister Sebastian Zitzmann ist als Arzt das Urteil der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausschlaggebend. Die hält die Strahlung zumindest für bedenklich, also plädierte Sebastian Zitzmann für die Ablehnung des Antrages. Diese erfolgte letztlich auch einstimmig.