Raitenbuch

Bischof als bekennender Club-Fan

Gregor Maria Hanke besuchte Pfarrei Raitenbuch / Begegnungen und Gespräche mit Gläubigen

15.11.2011 | Stand 03.12.2020, 2:10 Uhr

Der Bischof erteilte bei seinem Besuch in der Pfarrei Raitenbuch seinen Segen einem ganz jungen Erdenbürger - Fotos: dno

Raitenbuch (EK) Zwei Tage hatte Bischof Gregor Maria Hanke für einen Besuch der Pfarrei Raitenbuch eingeplant. Der erste Tag war dabei vorwiegend für Pfraunfeld (mit dem Markt Nennslingen) und für die Expositur Biburg (mit Stadelhofen) reserviert.

In diesem Rahmen besuchte der Bischof die Grund- und Mittelschule in Nennslingen und das Kinderheim St. Antonius in Gersdorf. Der Bischof suchte weiter das Gespräch mit den evangelischen Pfarrern und Pfarrerinnen und lud zu einer ökumenischen Vesper in die Biburger St. Clemenskirche ein. Am Abend feierte er in der Pfraunfelder Nikolauskirche die Abendmesse und traf sich anschließend mit den Gläubigen zum Gespräch im Feuerwehrhaus. Die Pfraunfelder zeigten sich wieder einmal sehr spendabel und sammelten für ein Brunnenprojekt in Burundi, der Heimat ihres ehemaligen Kaplans Deogratias Ntikazohera, einen Betrag von 2900 Euro.

Im Rahmen der Visitation – damit kommt der Bischof gemäß den Vorgaben des Kirchenrechts der Aufsichtspflicht in seiner Diözese nach – besichtigte er die katholische Pfarrbücherei in Raitenbuch. Er erfuhr dabei, dass die Bücherei von zwölf ehrenamtlichen Helfern geleitet wird, und verschaffte sich einen groben Überblick bei den Printmedien mit 3743 Büchern, die durch 380 Tonträger ergänzt werden.

Breiten Raum hatte der Bischof für das Gespräch mit den politisch Verantwortlichen aus Raitenbuch, Nennslingen, Burgsalach und Titting eingeplant. Die Bürgermeister und deren Stellvertreter diskutierten mit dem Bischof in einer angenehmen Atmosphäre, wobei örtliche Situationen ebenso zur Sprache kamen, wie die derzeitig bedrückenden Sorgen und Nöte in der politischen und wirtschaftlichen Großwetterlage. Die Rede von Papst Benedikt in Freiburg mit dem Aufruf zur Entweltlichung bezeichnete der Bischof als das „Testament des Papstes für Deutschland“. Zustimmung erhielt er auch mit seiner Einschätzung, dass sich die Christen auf dem Weg in eine Minderheitengesellschaft befinden, allerdings „mit Ausstrahlung in der Gesellschaft, wo Christus die Mitte im Leben ist.“

Bürgermeister Josef Dengler von Raitenbuch bedankte sich bei Bischof Gregor für seine Kollegen für das fruchtbare Gespräch und für seinen Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde, den der Bischof noch mit speziellen Wünschen für die Bürgerinnen und Bürger und alle Verantwortungsträger versehen hatte. Der durchweg warme Empfang zog sich wie ein roter Faden durch alle Besichtigungen und Gespräche, die für den Bischof „keine Anstrengung, sondern angenehm und Freude“ waren. Nur einmal drohte diese Stimmung kurz zu kippen, als der gut gelaunte Bischof Gregor nämlich in einer Nachmittagsrunde vor über 100 Ministranten und Jugendlichen in der Fragerunde zugab, dass er bekennender Club-Fan ist. Dafür erntete er von den überwiegend anwesenden Bayern-Fans lautstarke Buh-Rufe. Pfarrer Bernhard Stadelmaier versuchte die Situation zu beruhigen und meinte augenzwinkernd: „Liebe Kinder, als Bischof muss man Club-Fan sein. Weil als Bischof muss man immer Mitleid mit den Schwächeren haben.“ Darüber hinaus erfuhren die wissbegierigen Kinder, dass der 58-jährige Bischof in seiner sehr knapp bemessenen Freizeit gerne joggt, mit seinem Hund spazieren geht, im Urlaub in die Alpen verreist und ein BMW-Motorrad fährt. Auf die Frage, wie lange ein Ministrant seinen Dienst vollziehen soll, sagte er: „Ich finde es schade, wenn die meisten mit dem Ende der Schule aufhören. Ich freue mich immer wieder, wenn auch junge Erwachsene weiterhin ministrieren.“

Abschließend feierte Bischof Gregor auch mit den Raitenbuchern die Abendmesse, segnete die vielen Kinder und suchte nach der Abendmesse das Gespräch mit den Gläubigen. Danach diskutierte er mit den Kirchenverwaltungen, dem Pfarrgemeinderat und den Verbandsvorständen der Pfarreien, wobei sich die Thematik nicht nur auf die örtliche Situation beschränkte, sondern auch auf andere Themen bis hin zu den vielen Kirchenaustritten der jüngsten Vergangenheit erstreckte.