Rohrbach
Auf Brautschau in Gambach

Luis aus Südtirol begeistert mit seinem Programm "Weibernarrisch" bei den Gartlern

28.04.2022 | Stand 04.05.2022, 3:34 Uhr |
Als charmanter Italiener versucht Luis aus Südtirol sein Glück bei der Partnersuche. Der Komiker war zu Gast beim Obst- und Gartenbauverein Rohr-Gambach. −Foto: A. Ermert

Gambach - Der Luis aus Südtirol hat im vollbesetzten Gambacher Sportheim sein Publikum schon ein bisschen hinters Licht geführt mit seinem Kabarett "Weibernarrisch".

Doch keiner nahm es ihm übel - ganz im Gegenteil: Man hat sich von ihm gerne auf den Arm nehmen lassen. Er war urig, komisch und lustig, aber auch hintersinnig und gab gleich zu, dass er seit Ewigkeiten schon auf Brautschau ist.

Dass er zur aussterbenden Generation eines Bergbauern auf 1400 Meter über Meereshöhe gehört, hat ihm jeder geglaubt, so treuherzig flunkerte er. "Mama hat gesagt, ich brauch eine Frau. Aber daheim finde ich keine: Da ist es schwer, die sind alle verwandt mit mir. " So hat er also gegockelt - also per Suchmaschine Google -, denn man konnte feststellen, der modernen Technik gegenüber ist er sehr aufgeschlossen. "Das musst heut machen, wenn du eine Frau kennenlernen willst. Früher ist man jeden Freitag zum Wirt zum Tanzen gegangen: Heut geht man nur noch in die Disco: Die Männer meist nur zum Schauen, die Frauen nur zum Tanzen. " Die verschiedenen Disco-Typen präsentierte er gekonnt. Aber gebracht hat dem Luis auch das Googeln nichts - wenn es auch sehr gekonnt und urkomisch war, was man da zum Sehen bekam vom Luis.

Was der Luis auch weiß: Italiener sind einfach die besseren und charmanteren Anmacher. Zum Schreien war sein verliebt schmachtender kleiner Italiener, der einen schmachtenden Liebesbrief verfasste, der jede Frau sofort schwach werden lässt. "Das muss ich neidlos zugeben", gab dann auch der sehr wandlungsfähige Luis zu. "Denn wenn ich meiner Liebsten schreib: ,Ich freu mich, wenn Du wiederkommst. Es wartet viel Arbeit auf Dich', kommt das durchaus nicht so gut an", meint der Luis treuherzig, aber eben als echter Ultentaler Charmeur.

Er ist weltoffen, sagt er, und hat sich darum ein Navi zugelegt, wenn er mal aus dem Ultental raus muss. Denn im Ultental gibt's nur eine Straße: Die führt hinein und auf der fährt man auch wieder raus. Aber wenn er raus muss, dann kommen die neumodernen Kreisel und die Frau im Navi schreibt vor, wo er hin muss. Was er natürlich nicht befolgt: "Da könnt ich ja gleich eine Frau mitnehmen, die mir dauernd dreinredet. " Thema Navi war damit erledigt und nach Gambach hat er auch so gefunden, sehr zur Freude seiner Zuhörer.

Mit den weiblichen Besuchern konnte er es besonders gut, eigentlich ganz unverständlich, dass er immer noch auf Brautschau ist. "Wie schafft man es nur, dass eine Frau 1400 Meter auf den Berg hinaufsteigt und dann auch oben bleibt? ", fragt er sich immer wieder, denn er hat es auch schon bei "Bauer sucht Frau" versucht. Heute lebt er jetzt mit der Mama in einer WG: "Das ist cool", flunkert er.

Am Schluss outete sich dann der Luis aus Südtirol - im wahren Leben heißt er Manfred Zöschg und schlüpft nicht nur in die Rolle vom Luis. Er ist ein vielseitiger und wandlungsfähiger Künstler, aber tatsächlich ein gebürtiger, aber weltoffener Ultentaler. Verheiratet ist er tatsächlich auch seit über 30 Jahren und Vater von vier Kindern und Opa ist er auch schon. Was aber seinem hintersinnigen Humor keinen Abbruch tut.

Der Obst- und Gartenbauverein Rohr-Gambach hatte eingeladen. "Ein ganz anderes Kabarett als sonst", waren sich die Zuhörer einig: "Aber toll, der Luis aus Südtirol ist einfach ein Urviech. "

PK