Pfaffenhofen
Auch im Bierzelt ist Onkel Jürgen der König

08.09.2010 | Stand 03.12.2020, 3:42 Uhr

Der König in seinem Element: Mit einem Mikrofon vor den Lippen und einer schönen Tänzerin an der Seite "rockt" Jürgen Drews sein Publikum im Pfaffenhofener Festzelt. - Fotos: Eibisch

Pfaffenhofen (PK) Brechend voll und laut ist es im Stiftl- Festzelt auf dem Pfaffenhofener Volksfest. Das fröhliche Publikum besteht hauptsächlich aus glücklichen Schülern, die ihre letzten Ferientage so richtig genießen und bereits um neun Uhr auf den Tischen und Bänken vor der Bühne rumhüpfen.

Im übrigen Teil und vor allem im Balkonbereich des Festzelts geht es etwas gediegener zu. Hier beobachten die etwas älteren Herrschaften die junge Generation beim "Party machen", fiebern aber ebenso wie die "jungen Wilden" dem bevorstehenden Gastspiel des "Königs von Mallorca" entgegen. Bereits zum zweiten Mal gibt sich Jürgen Drews auf der Wiesn die Ehre.

Doch bis zum Auftritt des Entertainers muss sich die Menge noch ein wenig in Geduld üben. Das fällt nicht schwer, denn die Showband "Die Ganoven" heizt mit Klassikern wie YMCA oder neuen Krachern wie "Disco Pogo" ein. Schnell ist der trostlose Nieselregen außerhalb des Zeltes vergessen und eine Maß Bier wärmt den Körper zusätzlich von innen.

Kurzer Schockzustand

Plötzlich, in einer Ecke des Balkons, tut sich was: Aus einer Traube von Security-Männern sieht man das graue Haupt des "Königs" hervorblitzen. Jürgen Drews wird zum Tisch des Pfaffenhofener Bürgermeisters Thomas Herker und der neuen Volksfestkönigin Julia Kaindl geführt, an dem ihn auch bereits ein Kamerateam aus München erwartet. Mit einem Mal kommt etwas Leben in die Bude. Einige Besucher stürzen in die Nähe des Tisches, um vielleicht einen Schnappschuss zu ergattern. Doch bis auf zwei Meter kommt keiner ran an den Tisch, an dem Jürgen Drews Platz genommen hat. Die Security hat alles abgeriegelt. Nach dennoch zahlreichen Fotos und einem netten Gespräch mit der Volksfestkönigin geht es dann endlich hinunter zu den meist immer noch ahnungslosen Fans.

Punkt zehn Uhr steht "Onkel Jürgen" der Bühne – im vollen Schweinwerferlicht. Leger in einer Jeans, einem weiten, weißen Hemd, einer antik wirkenden, hellen Jeansjacke und schwarzen Nike-Turnschuhen. Er fährt sich durch die leicht angegraute, aber immer noch volle Mähne, über seine linke Schulter hat der Entertainer einen königlich wirkenden schwarzen Mantel mit goldenen Nähten gelegt. Die Menge wirkt im ersten Moment ein wenig überrascht, aber dieser Schockzustand ist nicht von langer Dauer.

"Hallo Pfaffenhofen, ich grüße euch!" Applaus und laute Jubelrufe fegen mit einem Schlag durch das Festzelt. Die Leute springen auf und steigen sofort in seinen ersten Song mit ein: "Ein Bett im Kornfeld". Jeder, egal, ob er der geraden Töne mächtig ist oder nicht, singt mit – so laut er kann. Die Holzbretter des Festzeltbodens beben vom Gestampfe des Publikums und dem Bass der Musik. Jung wie Alt feiern den Entertainer.

"Wollen wir Party machen" Auf diese Frage kennt das begeisterte Publikum nur eine Antwort: "Ja!" Und es geht ab im Festzelt. Mit weiteren Hits, wie "Ich bau dir ein Schloss" und natürlich "König von Mallorca", bringt er das Zelt zum Kochen.



Nach einigen Songs erhält Jürgen Drews tatkräftige Unterstützung von zwei hübschen, bauchfreien Mädels und nun scheint es auch dem König höchstpersönlich ein wenig heiß zu werden. Erst zieht er den Mantel, dann das Hemd aus. Die zumeist weiblichen, eingefleischten Jürgen Drews-Fans johlen, als sie den nackten, braun gebrannten Oberkörper des immerhin schon 65-Jährigen erblicken.

Auch den Älteren gefällt’s

Der Höhepunkt des Abends ist erreicht, als er seinen neuesten Hit "Sonnenstudio Marion" präsentiert, den er zusammen mit den bei den Jugendlichen beliebten Atzen aufgenommen hat. Der harte Beat des Songs trifft vollkommen den Geschmack der jungen Leuten und die kennen nun kein Halten mehr. Doch auch den älteren Besuchern gefällt’s, viele wippen mit den Füßen.

Nach einer Dreiviertelstunde ist das Spektakel – fast – vorbei: "Auf Wiedersehen Pfaffenhofen!", verabschiedet sich Jürgen Drews von seinem Publikum, das sich allerdings noch eine Viertelstunde als Zugabe erklatschen kann. Zehn weitere Minuten gibt der der Entertainer, auf der Bühne kniend, noch geduldig Autogramme. Er wirkt sympathisch – und viele Fans hoffen, dass es auch bei der nächsten Wiesn heißt: "Hallo Pfaffenhofen, ich grüße euch!"