Ingolstadt

Am Ende der Geduld

FCI-Profi Heinloth hofft nach langer Verletzungspause auf Comeback gegen Bayern II

17.09.2019 | Stand 02.12.2020, 13:02 Uhr
Gut gelaunt war Michael Heinloth am vergangenen Spieltag. Denn trotz der Niederlage gegen Halle stand der Rechtsverteidiger erstmals seit sieben Wochen wieder im Kader des FCI. −Foto: Meyer

Ingolstadt (DK) Die Leidenszeit hat ein Ende: Erstmals seit Ende Juli stand Michael Heinloth am vergangenen Sonntag gegen den Halleschen FC (2:3) wieder im Kader des FC Ingolstadt.

Nun hofft der Rechtsverteidiger auf sein Comeback im Drittliga-Auswärtsspiel am kommenden Sonntag beim FC Bayern II (14 Uhr, Grünwalder Stadion).

Geduld musste Heinloth in den vergangenen sieben Wochen nicht nur wegen seiner schweren Oberschenkelverletzung, die sich letztlich als Muskelbündelriss herausstellte, aufbringen. Auch auf der Autobahn A9 wurde und wird dem 27-Jährigen aufgrund von Baustellen und dem notorisch hohen Verkehrsaufkommen einiges abverlangt. Mit seiner Vertragsunterschrift beim FCI kehrte der Abwehrspieler nämlich wieder in seine mittelfränkische Heimat Allersberg (Landkreis Roth) zurück - und pendelt täglich hin und her.

"Du kannst noch mehr deine Leistung bringen, wenn du dein Umfeld kennst und dich wohlfühlst zu Hause", erzählt Heinloth, der erstmals seit 2013 wieder vor der Haustür spielt. Nach seiner Zeit im Nachwuchs beim 1. FC Nürnberg zog es den Defensivspieler "ins Ausland", wie er seine weiteren Stationen SC Paderborn, NEC Nijmegen und Zaglebie Sosnowiec/Polen scherzhaft bezeichnet.

Bei den Schanzern ließ sich die Saison eigentlich ordentlich an. Der Rechtsverteidiger spielte sich in der Vorbereitung in den Vordergrund und erkämpfte sich - auch aus Mangel an ernsthaften Alternativen - auf Anhieb seinen Stammplatz. Doch schon am zweiten Spieltag wurde Heinloth von seinem Körper ausgebremst. "Es hat mir hinten reingestochen, als ob mir jemand ein Messer in den Oberschenkel sticht. Ich habe sofort gemerkt, dass etwas kaputt ist", erinnert er sich an die Partie gegen den MSV Duisburg (3:2), in der er sich ohne Fremdeinwirkung folgenschwer verletzte.

Für den bodenständigen Mittelfranken eine ungewohnte Erfahrung, schließlich war er in seiner bisherigen Profi-Karriere von größeren Blessuren verschont geblieben. "Als Zuschauer bin ich dann eher noch nervöser, als wenn ich auf dem Platz stehe. Man erwischt sich dann schon dabei, dass man etwas anders hätte machen können und denkt wie ein Trainer", sagt er über seinen ungewollten Tribünenplatz.

Doch seit seiner Rückkehr in den Kader am vergangenen Sonntag wird für Heinloth das Licht am Ende des Tunnels immer heller. "Die Verletzung ist ausgeheilt und ich bin komplett schmerzfrei. Natürlich fehlt an der Fitness noch das eine oder andere Prozent. Aber ich habe bis zum nächsten Spiel ja noch ein bisschen Zeit, um daran zu arbeiten - und dann denke ich, dass ich wieder bei 100 Prozent bin", sagt der 21-malige Bundesliga-Profi und hofft auf sein Comeback gegen den FC Bayern II: "Ich werde die Woche Gas geben, um dem Trainer die Entscheidung so schwer wie möglich zu machen. "

Jene 100 Prozent fordert der Abwehrspieler auch von seinen Mitspielern, um am Sonntag nach wettbewerbsübergreifend vier Partien ohne Sieg wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren. "Ich kann keinem vorwerfen, dass er nicht alles gibt. Aber vielleicht fehlten uns zuletzt ab und zu ein paar Prozent", meint Heinloth. Die Schanzer müssten wieder den "absoluten Willen" zeigen und "bisschen effizienter sein". Denn: "Wenn wir mit vollem Fokus und voller Konzentration reingehen, können wir jeden schlagen in der Liga", kündigt der 27-Jährige angriffslustig an.

Matip ist zurück

Rekordspieler Marvin Matip hat beim FC Ingolstadt eine neue Aufgabe gefunden. Der 33-Jährige absolviert seit Anfang September ein sogenanntes Trainee-Programm bei den Schanzern, für die der Abwehrspieler zwischen 2010 und 2019 insgesamt 278 Partien absolviert hatte. "Bisher kenne ich unseren Verein ja in erster Linie aus Sicht eines Profi-Spielers. Es ist superspannend für mich, die Abläufe jetzt aus einer anderen Perspektive kennenlernen zu dürfen, und ich freue mich auf die Zeit als Teil des Geschäftsstellenteams", so Matip, der bis September 2020 in den Bereichen Marketing und Vertrieb tätig sein wird. Der gebürtige Bochumer war nach seiner Ausmusterung in der vergangenen Winterpause unter Ex-Trainer Tomas Oral wieder in den Profikader zurückkehrt, blieb im Abstiegskampf der 2. Bundesliga aber ohne weiteren Einsatz für den FCI.
 

Julian Schultz