Neuburg

Alle gegen den neuen Mobilfunkmasten

Stadträte lehnen den Standort Schlösslwiese ab - 25-Meter-Anlage entsteht am Wertstoffhof Bittenbrunn

10.04.2019 | Stand 02.12.2020, 14:13 Uhr

Neuburg (r) Die Stadt Neuburg und ihre Mobilfunkmasten - das wird keine freundschaftliche Beziehung mehr.

Gegen eine geplante Telekom-Antenne in Neuburg-Nord formiert sich Bürgerprotest, ein Mastbau am Wertstoffhof Bittenbrunn empört die Anlieger und eine weitere "Säule" am Schlösslweg haben die Stadträte im Bauausschuss am Mittwoch abgelehnt.

Der Schleuderbetonmast, 25 Meter hoch, mit zwei Plattformen und Aufsatzrohr, passe absolut nicht in die "sensible Landschaft mit FFH-Schutz am Donauufer. " Mit der Handhabe des Bebauungsplanes Ingolstädter Straße lehnte der Bauauschuss den Antrag einstimmig ab. Man empfiehlt der Telekom, "einen geeigneten und städtebaulich akzeptablen Standort, etwa am Edeka-Markt oder entlang der Ingolstädter Straße, zu suchen. "

Am Wertstoffhof Bittenbrunn, Monheimer Straße, sind die unmittelbaren Anwohner alles andere als begeistert über den bereits laufenden Mastenbau. Die Stadtverwaltung hat den Standort genehmigt, eine Alternative am Berufsschulparkplatz sei nicht zum Tragen gekommen, so Rechtsdirektor Ralf Rick. Die Mobilfunkantenne mit Betonunterbau nimmt erhebliche Ausmaße an, die Höhe soll 25 bis 30 Meter erreichen.

In Neuburg-Nord an der Jurakante östlich Laisacker und des Tremml-Weinbergs hat die Deutsche Funkturm Gmbh, eine Tochter der Telekom, einen weiteren Suchkreis ausgelegt. Herauskommen ist ein Standort zwischen zwei Feldwegen direkt auf der Hanghöhe. Ein Landwirt aus Ried will die Fläche verpachten. CSU-Stadträtin Elfriede Müller sammelt bereits Protest-Unterschriften vornehmlich aus Laisacker und Gietlhausen. CSU-Fraktionssprecher Alfred Hornung will sich anschließen und den Standort verschieben.

Dieser geplante (und bereits genehmigte) Mast soll allerdings dezenter als die Anlage am Wertstoffhof Bittenbrunn ausfallen. Das städtische Rechtsamt gibt die Höhe mit etwa 15 Metern an. Geplant sei Gitterbauweise ohne Beton,also eine dezentere Version. Sowohl in Gietlhausen wie im Stadtteil Bergen gibt es Funklöcher, das musste auch die FW-Landtagsfraktion bei ihrer Klausur erstaunt feststellen. Heute ist sie Regierungspartner und strebt mit der CSU ein dichtes Mobilfunknetz auch in der Provinz an.

Über das "Programm Mobilfunk Bayern" hat die Staatsregierung mit drei Anbietern einen großangelegten Ausbau in Bayern bis 2020 vereinbart. Dazu gehören die Nachrüstung bestehender Mobilfunkmasten mit neuer Technik und der Bau an 1000 neuen Standorten. Die Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung werden eingehalten, doch das nimmt den Beschwerdeführern die Sorgen nicht ab.