Ingolstadt

Akustik-Pop aus Ingolstadt

Die Band Ganz ohne Roses eröffnet die Konzertsaison in der Neuen Welt

03.09.2013 | Stand 02.12.2020, 23:43 Uhr

Ingolstadt (DK) „Ganz ohne Roses“? – Der Bandname klingt zwar verdächtig nach Guns’n‘Roses, hat aber mit der gleichnamigen US-Rock-Formation rein gar nichts zu tun, viel eher hingegen etwas mit Pop-Perlen aus der Beat-Ära der Sixties und dem 70er Rock von der Westcoast, mit dreistimmigem Gesang und gezielt eingesetzten Akustikgitarren und mit Songs von America, Cat Stevens und Crosby, Stills & Nash.

Und gleichzeitig mit dem dortigen Auftakt zur Konzertsaison 2013/14, dem Jubiläum zum 30-jährigen Bestehen der Kleinkunstbühne und mit der „Ingolstädter Musikszene 2014“, die nach der Sommerpause in die zweite Runde geht.

Ganz ohne Roses mit Stefan Köstlin, Heinz Werner und Frieder Vocht covern Songs, die ihnen am Herzen liegen, die sie selber mögen. Manchmal spielen sie sie auch einfach nur nach, was sich vom Konzept her einfach anhört, aber durchaus seine Tücken haben kann, nämlich dann, wenn der Hörer das Original kennt und anfängt, die Ursprungsversionen legendärer Figuren wie Manfred Mann, Bob Dylan oder Gordon Lightfoot zu vergleichen mit denen einer Ingolstädter Lokalband. Das tut er quasi automatisch immer dann, wenn Letztere versucht, dem Original möglichst nahe zu kommen. Wie dieser Vergleich ausfällt, ja, ausfallen muss, liegt auf der Hand, gerade dann, wenn mal eine kleine Unwucht im Gesang hörbar wird.

Andererseits gibt es auch echte Covers im Programm, also Songs, die das Trio losgelöst vom Original spielt, wie etwa „Thirty Nine“ von Queen oder „Throw Down The Sword“ von Wishbone Ash. Hier entsteht schon wegen der veränderten Instrumentierung durchaus etwas Eigenes, ebenso wie auch bei den Ausflügen zum Irish Folk, zum Americana und zum Bluegrass im Mittelteil des Programms.

Am gerechtesten wird man dem Trio vermutlich aber dann, wenn man abseits sonstiger Überlegungen ganz einfach den Spaßfaktor berücksichtigt. Denn das Publikum in der Neuen Welt findet durchaus deutlich hörbar Gefallen an den Klassikern, Oldies und zeitlosen Songperlen von Paul Simon bis Santana und von Ray Charles bis Pink Floyd, was sich am Ende in der Einforderung dreier Zugabenummern äußert.

Ganz ohne Roses – Saisonauftakt geglückt, zweifelsohne. Und zudem ein gelungener Start in die zweite Hälfte der „Ingolstädter Musikszene“, die in den nächsten Tagen mit weiteren Terminen fortgesetzt wird.

Das Konzert von Blues-Lick am Donnerstag, 5. September, musste allerdings wegen Erkrankung des Bandleaders abgesagt werden.