Manching

Achterbahnfahrt mit Happy End

Nach zahlreichen Problemen wertet Bezirksligist SV Manching Platz sechs als Erfolg

29.05.2019 | Stand 02.12.2020, 13:51 Uhr
Mitunter war es zum Haareraufen: Die Manchinger (weiße Trikots, von links) Christopher Haas, Harry Weller und Stefan Schauer durchlebten eine äußerst wechselhafte Saison. −Foto: Rimmelspacher

Manching (DK) Eine Spielzeit mit vielen Höhen und Tiefen liegt hinter dem SV Manching.

Zu Anfang der Bezirksliga-Saison 2018/19 mischte das Team um Trainer Andreas Thomas in der Spitzengruppe mit, fiel dann - nach acht sieglosen Spielen - immer weiter zurück und steckte zwischenzeitlich sogar im Abstiegskampf. Am Ende reichte es zu Rang sechs.

Pech, Fehlentscheidungen der Schiedsrichter und viele verletzte Spieler, aber auch eigenes Unvermögen führten zu dieser sportlichen Achterbahnfahrt. "Rückblickend wäre in der Summe mehr drin gewesen", bilanziert Thomas, "aber letztendlich können wir zufrieden sein. " Dass der 37-Jährige zum Saisonende geht, stand frühzeitig fest. Für ihn übernimmt der bisherigen Reserve-Coach Florian Stegmeier das Team.

Denn vor der Saison fand erneut ein kleiner Umbruch statt: langjährige Leistungsträger wie Bernd Geiß oder Azad El-Mahmod hatten den Verein verlassen. Hinzu kamen überwiegend junge Spieler aus der zweiten Garde. "Für sie, aber auch für alle anderen Akteure war die zurückliegende Saison auf jeden Fall eine lehrreiche Zeit. Diese Erfahrungen mit den Aufs und Abs nimmt jeder Spieler mit", sagt SVM-Fußballboss Cenker Oguz.

Nach sieben Spieltagen stand erst eine Niederlage zu Buche; diese gab es ausgerechnet gleich zum Auftakt gegen den Landkreis-Rivalen FSV Pfaffenhofen. "Wir sind gut gestartet, dann aber vor der Winterpause in eine Abwärtsspirale geraten, die wir im neuen Jahr mit Beginn der Rest-Rückrunde nicht stoppen konnten", sagen Oguz und Thomas unisono. Die Verantwortlichen, das Trainerteam und auch die Spieler haben sich dann aber, so erzählt Oguz, in der schlimmsten Krise der jüngeren Vereinsgeschichte zusammengesetzt und "alles auf auf den Prüfstand gestellt. Jeder hat sich hinterfragt, woran es liegt und was er besser machen kann. "

Fortan zeigten die Grünhemden nicht nur einen guten, sondern auch einen erfolgreichen Fußball. "Es hat wieder Spaß gemacht. Auf dem Platz war plötzlich eine ganz andere Energie zu spüren", sagt Oguz. Mit drei Siegen, drei Unentschieden und nur noch einer Niederlage in den letzten sieben Saisonspielen ließen die Manchinger die Abstiegsränge weit hinter sich. "In dieser Phase hat man dann doch wieder das Potenzial der einzelnen Spieler und unsere Qualität insgesamt gesehen. Als Team haben wir uns aus dieser misslichen Lage herausmanövriert", stellt der SVM-Trainer fest.

Thomas konnte in den 30 Punktspielen fast nie auf den kompletten Kader zurückgreifen. Immer wieder fiel ein Akteur aus, so dass insgesamt 29 verschiedene Spieler eingesetzt werden mussten. Vor allem das Fehlen der beiden Torjäger Harry Weller (10 Tore in 20 Spielen sowie 12 Torvorlagen) und Marco Witasek (8 Tore in 19 Spielen) machte sich immer wieder bemerkbar. Die meisten Partien absolvierte Stefan Schauer. Der 25-jährige Abwehrspieler kam in 28 Spielen zum Einsatz und flog dabei aber auch dreimal vorzeitig mit der Gelb-Roten Karte vom Platz. Ihm folgt Daniel Spies mit 27 Spielen auf Platz zwei. Den dritten Rang in dieser Statistik teilen sich Nico Ziegler und Thomas Obermeier (je 24). Auf 23 Einsätze kamen Stefan Frank, Emre Erbas und Josef Huber. Aufgrund der Personalknappheit durften Juniorenspieler wie Sezer Gürel oder Kazim Kuzucu (beide 18) erstmals Bezirksliga-Luft schnuppern.

Mit einem positiven Torverhältnis von 52:47 sowie der Bilanz von 13 Siegen, 6 Unentschieden und 11 Niederlagen schloss der SV Manching, der erst im Vorjahr aus der Landesliga abgestiegen war, die Saison auf dem sechsten Rang ab. Als Meister verlässt der Kirchheimer SC die Bezirksliga Oberbayern Nord in Richtung Landesliga, der TSV Jetzendorf als Zweitplatzierter könnte ihm über die Relegation noch folgen. Abgestiegen sind der FC Moosburg, der TSV Erding und der SC Grüne Heide Ismaning. Der VfB Eichstätt II muss durch die Mühlen der Abstiegsrelegation.

Auch wenn die Spielzeit 2018/19 für den SV Manching letztendlich ein versöhnliches Ende nahm, sitzt der Stachel tief, dass das Finale im Toto-Pokal gegen Kreisklassisten SV Marzling mit 2:4 verloren ging. "Wir haben bis dahin eine gute Pokalrunde gespielt. Aber ausgerechnet im Endspiel sind wir in unser altes Strickmuster zurückgefallen", sagt Oguz. Im Falle eines Sieges wären die Grünhemden in die erste BFV-Pokalhauptrunde eingezogen. Dort warten namhafte Gegner wie der TSV 1860 München, die SpVgg Unterhaching oder auch der VfB Eichstätt. Spätestens bei der Auslosung in wenigen Wochen werden die Manchinger Kicker wehmütig auf diese verpasste Chance zurückblicken.

Norbert Dengler