Gab

Abschied zur richtigen Zeit

26.04.2016 | Stand 02.12.2020, 19:54 Uhr

Gab es überhaupt noch eine Alternative? Die Bitte von Ralph Hasenhüttl, ihn aus dem bis 2017 datierten Vertrag schon in diesem Sommer zu entlassen, überrascht niemanden mehr. Nachdem seit rund zwei Wochen bekannt ist, dass sich der Trainer des FC Ingolstadt mit anderen Klubs über seine Zukunft unterhält, war dieser Schritt nur eine Frage der Zeit.

Und, so schade es nach den Erfolgen mit dem FCI auch sein mag, er war überfällig.

Nach dem ersten Schock haben sich viele Fans und Verantwortliche außerdem längst mit dem Abschied des Österreichers abgefunden. Während einige anmerken, dass er ja nicht unbedingt nach Leipzig gehen muss, wissen die meisten doch, dass Hasenhüttl seine Mission beim FC Ingolstadt erfüllt hat. Schon die bloße Wiederholung des souveränen Klassenerhaltes in der kommenden Saison wäre für den 48-Jährigen in diesem Klub mit seinen klar begrenzten finanziellen Möglichkeiten ein riesiger Kraftakt geworden. Nach dem Hickhack um seine Person und dem damit einhergehenden Vertrauensverlust war dieser erneute Erfolg praktisch unmöglich geworden. Und deswegen geht Hasenhüttl genau zum richtigen Zeitpunkt.

Manch eine Beobachter mag sich dennoch ärgern. Statt zu zaudern, sollten die Anhänger aber lieber froh sein. Froh darüber, dass sie den Zauber eines rund zweieinhalbjährigen Fußballmärchens miterleben durften. Die Bilder vom Zweitliga-Aufstieg, von den vorher nie für möglich gehaltenen Bundesliga-Siegen gegen Schalke, Gladbach, Mainz, Bremen oder Frankfurt - sie werden noch lange in den Köpfen bleiben.

Tolle Momente, die eben auch für Hasenhüttl schwer zu wiederholen gewesen wären. Und da Erfolg immer auch von der Erneuerung lebt, liegt eine spannende Zeit vor allen Beteiligten. Der sportlichen Leitung mag man ein glückliches Händchen bei der Suche nach einem Nachfolger wünschen. Dem scheidenden Trainer Hasenhüttl kann man einfach nur Danke sagen. Dazu gibt es eigentlich keine Alternative.