Ingolstadt

Ab 2024: 30-Minuten-Takt zwischen Ingolstadt und Baar-Ebenhausen

Bürgermeister Ludwig Wayand: "Einstieg in das regionale S-Bahn-System"

07.12.2021 | Stand 11.12.2021, 3:34 Uhr
Alle halbe Stunde sollen ab 2024 Züge vom Bahnhof Baar-Ebenhausen nach Ingolstadt fahren. Bis zum Aufbau eines regionalen S-Bahn-Systems sind noch etliche Fragen zu klären. −Foto: DK-Archiv

Ingolstadt/Pfaffenhofen - Für Baar-Ebenhausens Bürgermeister Ludwig Wayand ist es "der Einstieg in das regionale S-Bahn-System": Wie berichtet, wird die Buslinie 182 der INVG von Pfaffenhofen nach Ingolstadt durch eine Zugverbindung ab 5 Uhr ersetzt.

Diese richtet sich vor allem an Audi-Beschäftigte der Frühschicht und hat Haltepunkte in Rohrbach, Baar-Ebenhausen, Ingolstadt-Hauptbahnhof, Nordbahnhof sowie am Audi-Bahnhalt. Bis 2024, so der wiedergewählte stellvertretende Vorsitzende des VGI-Rates, sei dann tagsüber der Ausbau zu einem Halbstundentakt zwischen Baar-Ebenhausen und Ingolstadt geplant. Wie Wayand einräumt, müssen bis dahin jedoch noch einige Hürden genommen werden. Auch Ingolstadts OB Christian Scharpf macht sich für ein regionales S-Bahn-Netz stark.

Wie Wayand sagte, wurde besagte Buslinie, die erst Ende des Jahres eingestellt wird, komplett von der INVG betrieben und bezahlt. "Der Bus war immer gut besetzt", so der Rathauschef, an die 30 Audi-Pendler wurden jeden Tag gezählt. "Daher war klar, dass wir das Angebot nicht einstampfen können. " Das ergab auch eine Anfrage unter den betroffenen Kommunen im Vorjahr, die sich alle dafür aussprachen. Nicht zuletzt dank des Einsatzes von INVG-Geschäftsführer Robert Frank und Geschäftsstellenleiter Hans-Jürgen Binner kann jetzt mit der Eisenbahngesellschaft Bayern ab 12. Dezember das neue Zugangebot installiert werden. Statt knapp einer Stunde mit dem Bus brauchen die Fahrgäste dann nur noch eine halbe Stunde bis zur Audi.

"Die Verbindung ist nicht nur wesentlich schneller", betont Wayand: "Sie ist auch ein Vorreiter für die Zukunft. " Denn 2024 soll nach dem Willen des Bürgermeisters von Baar-Ebenhausen tagsüber ein 30-Minuten-Takt von Baar-Ebenhausen nach Ingolstadt erreicht werden. "Das ist der Einstieg in ein regionales S-Bahn-System", so Wayand. Und mit dem Wendepunkt am Gaimersheimer Bahnhof kann mit der Verlängerung der Zugverbindung aus Regensburg zwischen dem Markt und dem Hauptbahnhof ebenfalls ein attraktives Angebot mit zwei Zügen pro Stunde und Richtung entstehen.

Allerdings sind noch etliche Hürden zu nehmen, denn die Schienen in der Region sind nicht zuletzt mit Fernzügen stark belegt und der Takt sehr eng. "Ein weiteres Gleis über die Donau wäre hervorragend", sagt Wayand. Doch das ist kaum zu erwarten, denn ein regionales S-Bahn-Netz wird wohl ausschließlich auf bestehenden Schienen der Bahn entstehen. Auch der Bus sollte mit der Schiene abgestimmt werden. Wayand erinnert hier als nur ein Beispiel an die INVG-Linie 18, die zwar über Baar-Ebenhausen führt, aber nicht am Bahnhof hält. "Das sind alles kleine Mosaiksteine", sagt er - und bis die zusammengesetzt sind, wird es dauern. Denn beim ÖPNV sitzen viele Akteure an einem Tisch: Bahn, INVG und VGI, private Busunternehmer sowie Kommunen, Landkreise und der Freistaat.

Dabei hat die Idee eines regionalen S-Bahn-Netzes viele Fürsprecher. "Wir müssen in unserer wachsenden Stadt alternative Angebote der Fortbewegung schaffen, wir müssen den öffentlichen Personennahverkehr ausbauen und den Verkehr in Stadt und Region in den Griff bekommen", sagte etwa Ingolstadts OB Christian Scharpf bereits bei seiner Amtsübernahme im Mai vergangenen Jahres. Und weiter: "Ein S-Bahn-ähnliches System in der Region auf bestehenden Gleisstrecken der Deutschen Bahn ist für mich ein vielversprechender Ansatz. "

Will heißen: Auf den bestehenden Strecken nach München, Nürnberg, Donauwörth, Augsburg und Regensburg müssten zu Stoßzeiten zusätzliche Züge verkehren und wenn möglich neue Haltepunkte wie in Brunnen entstehen. Bislang existieren solche Systeme in Bayern nur in den Metropolregionen. Immerhin haben einige Landräte der Region solche Überlegungen grundsätzlich begrüßt.

Auch das Bayerische Verkehrsministerium sieht auf der Schiene Potenzial. So sollen zusätzliche Züge im Berufsverkehr auf den Strecken Richtung Regensburg und Donauwörth ab Dezember 2022 Entlastung bringen. Außerdem ist - ebenfalls ab 2022 - ein Ein-Stunden-Takt am Wochenende auf der Linie RE 1 zwischen Ingolstadt und Nürnberg geplant.

DK

Bernhard Pehl