München

23-Jähriger stirbt nach Sturz aus Fenster

Ein Todesopfer, mehrere Verletzte und etliche Brände in der Silvesternacht

01.01.2011 | Stand 03.12.2020, 1:59 Uhr

München/Nürnberg (DK) Brennende Mülltonnen, Raufereien unter Angetrunkenen und kleinere Zimmerbrände: Polizei und Feuerwehr hatten in Bayern in der Silvesternacht wieder viel zu tun. In Würzburg starb ein 23-Jähriger, der nach einer Party aus dem Fenster einer Wohnung gefallen war.

Allein in der bayerischen Landeshauptstadt rückte die Polizei nach eigenen Angaben 280mal aus. Doch wie in München kamen die Beamten überwiegend bei kleineren Vorfällen zum Einsatz, wie die bayerischen Polizeidienststellen gestern übereinstimmend berichteten. In ganz Bayern mussten die Beamten auch etliche Streitereien schlichten, eine Reihe von Körperverletzungen wurde angezeigt.

Aus Würzburg wurde ein Todesfall gemeldet: Dort fiel ein 23 Jahre alter Mann nach einer Silvesterparty aus dem Fenster einer Wohnung im ersten Stock und starb wenig später in einer Klinik. Ein Anwohner hatte den Mann gestern früh auf dem Kopfsteinpflaster vor dem Haus gefunden. Nach einer Erstversorgung durch einen Notarzt wurde der Mann nach Polizeiangaben in ein Krankenhaus gebracht, dort erlag er jedoch seinen schweren Kopfverletzungen. Warum der Mann aus dem Fenster fiel, ist noch unklar. Laut Polizei gibt es keine Hinweise auf Fremdverschulden.

Schwere Verletzungen erlitt in der Silvesternacht ein Disco-Besucher in Straubing. Der 20-Jährige war nach Polizeiangaben im Raucherbereich des Tanzlokals mit einem anderen Gast in Streit geraten, als ihm der Unbekannte plötzlich eine brennende Zigarette ins Auge drückte. Der junge Mann wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus in Regensburg gebracht.

Bei einem Streit wurde ein 17-Jähriger in Aschaffenburg durch mehrere Messerstiche schwer verletzt. Wie die Polizei in Würzburg mitteilte, waren sich der Jugendliche und der 21 Jahre alte mutmaßliche Täter in der Nacht zum Sonntag zufällig in einem Lokal in der Aschaffenburger Innenstadt begegnet und dann in Streit geraten. Dabei zückte der 21-Jährige plötzlich ein Messer und stach mehrfach auf seinen Kontrahenten ein. Der Täter floh. Bekannte des 17-Jährigen und auch das Opfer selbst verfolgten den Angreifer. Kurze Zeit später wurde der 21-Jährige festgenommen. Er hatte sich Schnittverletzungen an der Hand zugezogen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts gegen den 21-Jährigen.

Opfer brutaler Gewalt wurde ein 17-Jähriger aus Hilpoltstein. Er war am Neujahrsmorgen kurz nach Mitternacht in Allersberg unterwegs, als er plötzlich von drei Jugendlichen angegriffen und niedergeschlagen wurde. Anschließend traten die noch unbekannten Täter so lange auf den jungen Mann ein, bis dieser bewusstlos am Boden lag. Der 17-Jährige erlitt schwere Kopfverletzungen.

In Erding wurde eine junge Frau durch eine Feuerwerksrakete schwer verletzt. Die 18-Jährige musste mit schweren Verbrennungen im Brust-, Gesichts- und Handbereich in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht werden. Im Landkreis Eichstätt wurde ein 50-Jähriger aus Gaimersheim beim Anzünden einer Feuerwerksbatterie schwer im Gesicht, am Hals und am Oberkörper verletzt.

Feuerwerkskörper waren auch schuld an etlichen Bränden. Meistens waren aber nur Müllcontainer oder Gegenstände auf Balkonen in Brand geraten. Erheblicher Schaden – 70 000 Euro – entstand allerdings beim Brand eines Dachstuhles in einem Einfamilienhaus in Schopfloch bei Ansbach. In Oberasbach (Landkreis Fürth) sprengte ein betrunkener 45-Jähriger einen Stromverteilerkasten. In Wald (Landkreis Cham) sprengte ein Unbekannter mit einem selbstgebauten Böller eine Telefonzelle in die Luft.

Unklar ist noch, ob Silvesterböller den Brand in einem ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude in Kammlach (Landkreis Unterallgäu) – mit einem Schaden von rund 200 000 Euro – auslösten.