Zahlreiche Studien, darunter eine des wissenschaftlichen Dienstes im Europaparlament vom vergangenen Oktober, hätten auf "negative Folgen für die Gesundheit der Menschen" durch die Sommerzeit verwiesen, heißt es in der Entschließung weiter. Ähnlich hatten sich zuvor bei einer Debatte Abgeordnete aus unterschiedlichen Fraktionen geäußert. Sie kritisierten die Zeitumstellung als nicht mehr zeitgemäß und warnten vor gesundheitlichen Störungen bei vielen Menschen. Für die Überprüfung der Zeitumstellung stimmten 384 Abgeordnete, dagegen 153.
 

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In Deutschland wurde die Sommerzeit 1980 eingeführt. Andere Länder wie Italien und Frankreich hatten sich bereits in den 1960er Jahren zu dem Schritt entschlossen. Unter dem Einfluss des Ölschocks erhofften sich die Regierungen damals von den hellen Abenden Energieeinsparungen. Allerdings gibt es nach Ansicht von Experten letztlich keine Energiespareffekte, unter anderem, weil im Gegenzug morgens mehr geheizt wird. Hinzu kommt, dass zahlreiche Menschen über negative Folgen für die Gesundheit klagen. Einer kürzlich veröffentlichten Studie der Krankenkasse DAK zufolge hatte jeder fünfte der 3500 Befragten wegen der Umstellung schon einmal körperliche oder psychische Probleme. 60 Prozent der Befragten, die nach eigenem Bekunden unter der Umstellung leiden, verwiesen auf Schlafstörungen. 

Die EU war zwar für die Einführung der Sommerzeit nicht verantwortlich. Sie verabschiedete aber eine Richtlinie, wonach alle Mitgliedstaaten die Zeitumstellung am gleichen Tag vornehmen müssen - jeweils am letzten Wochenende im März und Oktober. Ziel der 2001 in Kraft getretenen Regelung ist es vor allem, ein zeitliches Durcheinander in der EU und damit Behinderungen des Binnenmarktes zu verhindern.

Zur Abschaffung der Sommerzeit könnte diese Richtlinie so geändert werden, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt ausläuft, schlug nun der CSU-Abgeordnete Ferber vor. Ab diesem Datum sollte es dann keine Zeitumstellungen mehr geben. Die EU-Kommission reagierte zurückhaltend auf den Prüfauftrag des Parlaments. Klarheit herrsche in der Angelegenheit nur in einem Punkt - "dass das Freistellen nicht abgestimmter Zeitumstellungen der Mitgliedstaaten schädlich für den Binnenmarkt wäre", erklärte die zuständige EU-Verkehrskomissarin Violeta Bulc.