Ich habe mich für eine Organspende entschieden und das auch in einem Organspendeausweis festgehalten. Werden dann meine Angehörigen - falls es bei mir zum Hirntod kommt - trotzdem noch befragt?

Der Wille des Verstorbenen hat Vorrang. Die Angehörigen müssen nicht um eine Entscheidung gebeten werden. Ist das Einverständnis des Verstorbenen dokumentiert, so ist eine Organentnahme rechtlich zulässig. Die Angehörigen werden jedoch darüber informiert.

Wird registriert, ob man sich für oder gegen eine Organspende entschieden hat?

Nein, es erfolgt keine Registrierung. Es genügt, wenn man einen Ausweis ausfüllt und diesen stets bei sich trägt. Dadurch kann jeder Mensch zu jeder Zeit seine persönliche Entscheidung zur Organspende ändern. Man sollte aber immer daran denken, die Familie über die aktuelle Entscheidung zu informieren

Mit meinen 76 Jahren bin ich doch bestimmt für eine Organspende zu alt, oder?

Nein, denn entscheidend ist immer das biologische, nicht das kalendarische Alter. Der älteste Spender im letzten Jahr war 96 Jahre alt. Ob gespendete Organe oder Gewebe für eine Transplantation geeignet sind, kann erst im Fall einer tatsächlichen Spende medizinisch überprüft werden.

Ich hatte Rheuma und nehme deshalb ein starkes Medikament. Könnte ich trotzdem Organspender werden?
 
Ob Organe entnommen werden können, entscheidet sich erst im Falle eines Hirntodes. Es ist jedoch sinnvoll, schwere Erkrankungen - und wann sie auftraten - auf dem Ausweis zu vermerken. Dafür gibt es auf der Rückseite des Ausweises die Zeile „Anmerkungen“. Hier können Sie auch das Medikament anführen, das Sie einnehmen.

Bei welchen Erkrankungen gibt es ein definitives Nein in Bezug auf eine Organspende?

Wer eine akute Krebserkrankung oder eine HIV-Infektion hat, kann keine Organe spenden.

Wann spricht man eigentlich vom Hirntod? Wie viele Menschen könnten denn theoretisch Organspender werden?

Vom Hirntod spricht man, wenn die Gehirnfunktionen bereits erloschen sind, das Herz-Kreislauf-System aber durch eine Intensivtherapie noch künstlich aufrechterhalten werden kann. Jährlich sterben in deutschen Krankenhäusern rund 400.000 Menschen, davon nur etwa ein Prozent am Hirntod.

Wie wird festgestellt, ob man wirklich hirntot ist?

Funktionsprüfung der verschiedenen Hirnareale lässt sich der Nachweis einer unumkehrbaren Schädigung erbringen. Die gesamten Untersuchungen müssen von zwei Medizinern unabhängig voneinander durchgeführt und protokolliert werden. Um Interessenskonflikte auszuschließen, dürfen diese beiden Mediziner nicht an der Organ- und Gewebeentnahme beteiligt sein.

Wie kommt es zum Hirntod?

Die wahrscheinlich bekannteste Ursache ist eine Verletzung des Kopfes und damit des Hirns. Zum Hirntod - vor dem Eintreten eines Herzstillstandes - können auch andere Ursachen führen, wie beispielsweise eine Hirnblutung, ein Hirninfarkt, ein Hirntumor oder eine Hirnentzündung.

Ist der Tote nach einer Organ- oder Gewebespende entstellt?

Nein, die Entnahme findet unter normalen Operationsbedingungen statt. Die Ärzte verschließen die Einschnitte nach der Entnahme wieder, um den Körper zur Beisetzung an die Angehörigen zu übergeben.