Die Berater der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung standen Rede und Antwort. Hier die wesentlichsten Fragen und Antworten im Überblick:

Mein Mann trinkt seit Jahren. Inzwischen sind es fast täglich vier große Flaschen Bier. Er will nicht einsehen, dass das zu viel ist. Was kann ich machen?
 
Ihr Mann ist erwachsen. Es ist seine Entscheidung, wie viel er trinkt. Sie können ihn nur sachlich mit Ihren Beobachtungen und mit Ihren Sorgen konfrontieren. Sie können an sein Verantwortungsgefühl appellieren und ihn bitten, eine Suchtberatungsstelle aufzusuchen. Eine Abhängigkeit vom Alkohol löst sich nicht in Luft auf. Im Gegenteil, es kommt zu einer Steigerung der Dosis. Sie selbst finden Hilfe bei Beratungsstellen für Angehörige von Suchtkranken. Eine Auflistung gibt es zum Beispiel unter www.dajeb.de. Vielleicht setzen Ihre Aktivitäten im Kopf Ihres Mannes etwas in Bewegung.

Ich genehmige mir abends immer zwei, drei Gläser Wein. Kann das schon zu gesundheitlichen Problemen führen?

Es ist möglich. Die Beschwerden können anfangs vage sein, zum Beispiel leichte Magenschmerzen, Müdigkeit oder Durchschlafschwierigkeiten. Mit der Zeit kann die Leber verfetten und sich entzünden, es kann zu ernsteren Magenbeschwerden kommen oder langfristig beispielsweise zu Herz-, Hirn- oder Nervenschäden. Lange anhaltendes, übermäßiges Trinken begünstigt das Entstehen von Krebs, zum Beispiel von Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs oder Brustkrebs. Außerdem ist die Gefahr groß, dass man in eine Sucht abrutscht.

Meine Frau trinkt fast jeden Abend ein Glas Rotwein. Könnte ihr das schaden?

Laut Weltgesundheitsorganisation liegt die gesundheitlich unbedenkliche Grenze bei erwachsenen Frauen pro Tag bei zehn Gramm reinem Alkohol - bei Männern ist es übrigens die doppelte Menge. Zu Ihrer Orientierung: Zehn Gramm reiner Alkohol stecken zum Beispiel in einem Achtelliter Wein. Damit ist das Glas Rotwein Ihrer Frau noch im gesundheitlich unbedenklichen Bereich. Zwei Tage in der Woche sollten alkoholfrei sein.

Ich befürchte, dass ich zu viel trinke. Könnte ich das irgendwo anonym testen?

Sie können zum Beispiel den Selbsttest auf der BZgA-Seite www.kenn-dein-limit.de machen. Oder Sie bestellen sich unter order@bzga.de das Trinkertagebuch und füllen es aus. Auch so erhalten Sie einen Überblick über das eigene Trinkverhalten.

Wo findet man Suchtberatungsstellen?

Adressen von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen finden Sie im Telefonbuch oder im Internet, zum Beispiel unter www.bzga.de, Rubrik Service. Sie sind nach Postleitzahlen geordnet.

Ich will mich selbst testen und vier Wochen keinen Alkohol trinken. Ich denke, dass es abends schwer wird. Haben Sie einen Rat?

Lenken Sie sich ab, indem Sie eine Kleinigkeit erledigen oder sich etwas gönnen. Rufen Sie einen Freund an oder hören Sie zur Entspannung etwas Musik. Bei innerer Unruhe hilft auch oft ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine kleine Radtour oder ein Besuch im Fitness-Studio. Hunger und Durst können auch das Verlangen nach Alkohol verstärken. Trinken Sie etwas Alkoholfreies und gönnen Sie sich ruhig einen kleinen Snack. Sie sparen Kalorien ein, wenn Sie auf Alkohol verzichten.
 

Telefonberatung


Für weitere Fragen ist das Sucht-Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Mo-Do von 10-22 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr unter 0221/892031 erreichbar.
 

Alkoholprävention im Internet


Für Jugendliche unter 16 Jahren: www.null-alkohol-voll-power.de, für Jugendliche von 16 bis 20 Jahren: www.kenn-dein-limit.info, für Erwachsene: www.kenn-dein-limit.de.
 

Kostenlose Info-Materialien


Unter www.bzga.de/infomaterialien/alkoholpraevention findet man die aktuellen Materialien, zum Beispiel: „Alles klar?“- Tipps für den Umgang mit Alkohol, „Alkoholfrei leben?! – Hilfe bei Alkoholproblemen, „Alkohol - reden wir drüber!“ - Ratgeber für Eltern, die man auch gleich online bestellen kann. Per Fax geht das unter 0221/8992-257, schriftliche Anforderungen an BZgA, 51101 Köln