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18.01.2012 10:18 Uhr | 5926x gelesen
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Was ist SOPA? - Weltweiter Protest gegen US-Gesetzesinitiativen


Bild: Was ist SOPA? - Weltweiter Protest gegen US-Gesetzesinitiativen.  Ingolstadt (dk) Zwei US-amerikanische Gesetzentwürfe sorgen derzeit weltweit für Aufregung: Sopa (Stop Online Piracy Act) und Pipa (Protect IP Act). Aus Protest ist die englischsprachige Version des Online-Lexikons  Wikipedia heute nicht aufrufbar. Worum geht es bei Sopa und Pipa? donaukurier.de erklärt die Gesetzesvorhaben.

Ingolstadt (dk) Zwei US-amerikanische Gesetzentwürfe sorgen derzeit weltweit für Aufregung: Sopa (Stop Online Piracy Act) und Pipa (Protect IP Act). Aus Protest ist die englischsprachige Version des Online-Lexikons Wikipedia heute nicht aufrufbar. Worum geht es bei Sopa und Pipa? donaukurier.de erklärt die Gesetzesvorhaben.



 
Der Entwurf für Sopa ist am 26. Oktober 2011 vom republikanischen Abgeordneten Lamar S. Smith ins US-amerikanische Repräsentantenhaus eingebracht worden. Das Gesetz soll es amerikanischen Unternehmen und dem US-Justizministerium ermöglichen, die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalte im Internet zu verhindern.
 
Wikipedia Black Out
Bild: oh Die englischsprachige Ausgabe der Wikipedia bleibt heute schwarz.
Internet-Provider sollen demnach gezwungen werden können, Aufrufe von bestimmten Internet-Seiten zu unterbinden, ohne dass sich ein Gericht zuvor mit dem Fall befasst hat. Außerdem sollen Bezahldienstleister wie Paypal sowie Werbenetzwerke gezwungen werden können, die Kooperation mit solchen Seiten einzustellen. Es soll zudem ermöglicht werden, Seiten wegzufilten, die Urheberrechte verletzen oder Urheberrechtsverletzungen ermöglichen.

 
Dazu wäre ein Eingriff in des Domain Name System (DNS) nötig. Das weist den Adressen von Webseiten, die nur aus abstrakten Zahlen- bzw. Zahlen-Buchstaben-Kombinationen bestehen, URLs zu, also die für Menschen verständlichen Internet-Adressen. So wird zum Beispiel aus "62.146.27.214" die Adresse www.donaukurier.de.
 
Vor zehn Jahren haben Jimmy Wales (Archivfoto) und Larry Sanger in den USA die netzgestützte Wissensfundgrube Wikipedia gegründet, die inzwischen in die Top Ten der weltweit meistgenutzten Internetseiten aufgestiegen ist.
Bild: © 2011 AFP Vor zehn Jahren haben Jimmy Wales (Archivfoto) und Larry Sanger in den USA die netzgestützte Wissensfundgrube Wikipedia gegründet, die inzwischen in die Top Ten der weltweit meistgenutzten Internetseiten aufgestiegen ist.
Experten befürchten, dass der Eingriff ins Domain Name System zu Stabilitätseinbußen und Sicherheitslücken im Internet führen könnte. Zudem ermöglicht natürlich fast jede Web-Plattform Urheberrechtsverletzungen. Auf Facebook und auch in allen anderen sozialen Netzwerken können Benutzer Inhalte hochladen. Für Foren gilt das selbe. Und die Video-Plattform Youtube ist geradezu prädestiniert für Urherberrechtsverstöße - bewusste oder unbewusste. Es ist ein Fall bekannt, in dem die Eltern eines Kindes Ärger bekamen, da sie ein Video ihres Sprösslings online gestellt hatten, in dem der Bub tanzt, zur Musik aus dem Radio, die im Hintergrund zu hören ist. In den Augen der Plattenfirma ein klarer Copyright-Verstoß.
 
Viele Internet-Unternehmen, von AOL über Google und Mozilla bis Yahoo, laufen Sturm gegen das Vorhaben. Sie sprechen von Internet-Zensur und einer Einschränkung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, zumal die Maßnahmen Piraterie im Internet nicht wirklich verhindern können. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales schreibt: "Wir können nicht ignorieren, dass Sopa und Pipa das Recht auf freie Meinungsäußerung in den USA und im Ausland gefährden und der Welt ein schockierendes Vorbild für Internet-Zensur geben."
 
Hunderte Internetseiten-Betreiber haben sich dem Protest angeschlossen. Auch die Regierung Obama hat die Argumente der Kritiktier aufgegriffen. "Wir müssen vermeiden, neue Risiken für die Cyber-Sicherheit zu schaffen oder die grundlegende Architektur des Internets zu beeinträchtigen", heißt es in einer Erklärung aus dem Weißen Haus. "Versuche, die Online-Piraterie zu bekämpfen, dürfen nicht in einer Online-Zensur legaler Aktivitäten ausarten oder die Möglichkeiten zur Innovation begrenzen."


 
Der Entwurf für Pipa wurde vom demokratischen Senator Patrick Leahy vorgelegt. Ähnlich wie Sopa verfolgt auch diese Gesetzesinitiative das Ziel, Urheberrechtsverletzungen im Netz zu unterbinden, falls nötig und richterlich angeordnet durch DNS-Sperren. Allerdings ist Leahy bereits zurück gerudert. Auch Sopa liegt nach übereinstimmenden US-Medienberichten vorläufig auf Eis. Vom Tisch sind dieGesetzesinitiativen damit aber noch nicht.
 


dk/tow
 
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