Kein Aufschwung für Sarkozy in Wählergunst
Die Ankündigung seiner Präsidentschaftskandidatur hat dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy in der Wählergunst keinen Aufschwung gebracht. Der Kandidat der konservativen UMP liegt nach wie vor bei 25 Prozent in der ersten Wahlrunde.

Die Ankündigung seiner Präsidentschaftskandidatur hat dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy in der Wählergunst keinen Aufschwung gebracht.
Die Ankündigung seiner Präsidentschaftskandidatur hat dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy in der Wählergunst keinen Aufschwung gebracht. Der Kandidat der konservativen UMP liegt laut einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos nach wie vor bei 25 Prozent in der ersten Wahlrunde. Sein Herausforderer, der sozialistische Kandidat François Hollande, kommt demnach auf 32 Prozent. In der zweiten Runde fällt der Vorsprung von Hollande vor Sarkozy mit 59 zu 41 Prozent noch deutlicher aus.
Die Zahlen unterscheiden sich nicht von einer früheren Umfrage Anfang Februar. Sarkozy hatte am vergangenen Mittwoch seine Kandidatur angekündigt und danach mehrere Wahlkampfauftritte absolviert. Auch die Zahlen für die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen bleiben mit 16 Prozent im Vergleich zu Anfang Februar gleich. Der Zentrumspolitiker François Bayrou verliert dagegen 1,5 Prozentpunkte und landet bei elf Prozent.
Der Linkskandidat Jean-Luc Melenchon gewinnt leicht hinzu und kommt auf neun Prozent. Die Grünenkandidatin Eva Joly und andere Bewerber liegen unter fünf Prozent. In Frankreich wird in zwei Wahlgängen im April und Mai ein neuer Präsident gewählt.
Unterdessen reagierten Internet-Nutzer mit Empörung auf die Sperrung von mehreren Parodie-Accounts durch den Kurznachrichtendienst Twitter, die Sarkozy zum Ziel hatten. Die Vereinigung Internet ohne Grenzen (ISF) sprach von "politischer Zensur" wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich. Das Internet-Wahlkampfteam des konservativen Kandidaten wies dies zurück.
Nach Angaben des Sarkozy-Teams wurden die Twitter-Konten gesperrt, weil sich die Nutzer nicht an die Regeln des Kurzbotschaftendiensts gehalten hätten. Es dürften nicht der Name beziehungsweise die Identität einer anderen Person vorgespielt werden. An diese Regel müssten sich alle Twitter-Nutzer halten.
Das Internet-Team des sozialistischen Herausforderers von Sarkozy, François Hollande, wandte sich indes in einem "offenen Brief" an Twitter. Die Entscheidung sei "wenig verständlich". Es sei "unerklärlich", wenn davon Twitter-Konten getroffen würden, denen keinesfalls vorgeworfen werden könne, sich die Identität einer anderen Person zu eigen zu machen. Zudem sei dies umso fragwürdiger, wenn gleichzeitig Hollande-Parodie-Konten weiter liefen.
Der Internet-Informationsdienst Numerama nannte den Vorwurf der Zensur übertrieben. Es gehe vermutlich eher darum, dass massiv die Sperrung der Parodie-Konten verlangt worden sei. "Wenn es genug Anzeigen gibt, dann wird der Account von Twitter automatisch aufgehoben." Zu den gesperrten Twitter-Konten zählen @_NicolasSarkozy sowie @MaFranceForte und @ForteFrance in Anspielung auf Sarkozys Wahlkampf-Slogan.
Paris (AFP)

