Zumal mit der Landtagswahl der wahre Kracher erst im Oktober ansteht. Aus CSU-Sicht ist eben der Bundestag nur die Bundesliga. Aber der Landtag ist die Champions League.

Daher leuchtet die Strategie, Horst Seehofer für vier gemütliche Jahre nach Berlin zu schicken in die große Koalition, durchaus ein. Und in Bayern soll Markus Söder dafür frischen Wind in die vorderste Sturmreihe bringen. An den Stamm- und Kantinentischen wird folglich herzhaft diskutiert, ob und wie kompetent Söder als Ministerpräsident agieren könnte.

Doch eine frische Studie mag all diese Gedankenspiele über den Haufen werfen. Forscher haben nämlich herausgefunden, dass das Aussehen für Wahlerfolge doch wichtiger ist als gedacht. Und der Oberhammer ist: Unwichtiger als das Aussehen ist die Kompetenz! Was bedeutet das nun für die Spitzenleute der GroKo? Merkel, Schulz und Seehofer sind immerhin die größten Wahlverlierer. Weil der Wähler entschieden hat: Sie sehen einfach nicht gut aus. Noch schlechter werden sie ausschauen, wenn sie die GroKo nicht hinkriegen. Umkehrt können die drei Parteichefs natürlich auch stolz auf die Wahlschlappe sein, weil ihnen dadurch indirekt Kompetenz bescheinigt wird. Sie bräuchten also nur an der Optik feilen, um in der Wählergunst zu steigen.

Vielleicht hat Horst Seehofer diese Studie schon vorausgeahnt und deshalb Söder zu seinem Nachfolger erkoren. Der fühlt sich sichtlich wohl in seiner Rolle als Bavaria's Next Top Model. Nur darf Söder nun nicht den Fehler machen, seine Schönheit durch zunehmende Kompetenz in den Schatten zu stellen.

Wenn Söder im bald startenden Wahlkampf eher kompetent statt gut aussehend wirken will, kann der Schuss schnell nach hinten losgehen. Ruckzuck ist dann die absolute Mehrheit weg wegen Kompetenzüberschuss. Die Studie besagt übrigens auch, dass all die Schönheit nichts hilft, wenn man in der falschen Partei ist.

Diese These mag diversen bayerischen Sozialdemokraten Auftrieb geben. Sie haben dadurch enorme Chancen auf das Spitzenamt, falls sie noch besser aussehen als Söder. Einziges Manko: Sie müssten halt von der SPD zur CSU rüber wechseln. Was aber kein Problem darstellen sollte. Es heißt ja nicht umsonst: Erst das Land, dann die Partei.