Mexiko-Stadt: geschätzte 25 Millionen Bewohner, Menschen, Smog, Dreck, Lärm, Kriminalität. Kann man trotzdem hier leben? Ja! Wie, das erfahren Sie im Oktober und November von Barbara Schröter. Die junge Frau aus Baar-Ebenhausen lebt und forscht für sechs Monate in Mexiko Stadt. Jeden Mittwoch schreibt uns die 28-jährige Politikwissenschaftlerin.
Anfängerfehler: Der erste Kontakt mit Mexikanern
Mexiko-Stadt (DK) Ob Alexander von Humboldt, der vielleicht erste Deutsche, der Mexiko bereiste, auch so seine Probleme mit der mexikanischen Mentalität hatte? Mag sein, dass auch ihm die typischen Anfängerfehler unterlaufen sind. Zum Beispiel, sich zuviel Salsa auf das Essen zu hauen, in der Annahme, es wäre Ketchup (Katsup), und deswegen nicht scharf. Fehler dieser Art gibt es zu Hauf!
Szene 1: Ich bin auf einer mexikanischen Fiesta und unterhalte mich angeregt mit den anderen mexikanischen Gästen. Zum Abschied schlägt Jimena, eine der neuen Bekannte, vor, dass wir uns doch in der nächsten Woche auf einen Kaffee treffen könnten. „Estamos en contacto! Te llamo mañana!“ “Wir bleiben in Kontakt! Ich ruf dich morgen an!” Am nächsten Tag, ich warte – kein Anruf! Auch nicht am übernächsten Tag oder in den nächsten Wochen. Jimena ruft nie an. Warum? „Morgen“ bedeutet alles, nur nicht, dass du morgen angerufen wirst. Sondern: Mal sehen, wir bleiben in Kontakt, jetzt habe ich keine Zeit oder Lust, ich glaube nicht, dass ich dir helfen kann und so weiter... Die Mexikaner machen alles "morgen". Ich nenne das immer "la cultura de mañana". Und sie versprechen viel, wenn der Tag lang ist. Wenn man das Versprochene nicht erfüllt, stirbt man auch nicht, so das Sprichwort. Also gilt nicht: Was man versprochen hat, muss man auch halten.

Eile? In Mexiko ein Fremdwort. Hier ticken die Uhren etwas anders als in Deutschland. Auf dem Dorf bewegt man sich oft noch mit Pferd und Esel fort, v.a. wenn man eine Ranch hat. Die Tiere werden dann vor dem ?Supermarkt? angebunden.

Wer im Kino jedoch auf darauf spekuliert, dass der Film später anfängt, der wird prompt den Anfang verpassen.
Seite
- Die Maya – früher und heute
- Kurioses aus dem Alltag
- Land der Gauner, Verbrecher und Drogendealer
- El día de los muertos - Tag der Toten
- Ein Land mit vielen Gesichtern
- Auf der Puppeninsel
- Tortillas, Kaktus und Leguan
- Mein mexikanisches Leben
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Machen auch Sie einen längeren Auslandsaufenthalt? Schreiben Sie gerne und gut? Dann melden Sie sich bei uns (online@donaukurier.de). Wir suchen immer gute Korrespondenten für unsere Reisekolumne. Wir freuen uns.
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