Mittwoch, 30.05.2012 |

 

22.02.2012 12:45 Uhr | 331x gelesen
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So fährt Audi in die Zukunft


Bild: So fährt Audi in die Zukunft.  Ingolstadt (DK) Ein modernes Auto ist vollgepackt mit Elektronik. Vieles davon erleichtert uns das Fahren. Irgendwann wird der Mensch am Steuer überflüssig sein. Der Tag rückt näher. Wir zeigen, was Audi in der Schublade hat

Ingolstadt (DK) Ein modernes Auto ist vollgepackt mit Elektronik. Vieles davon erleichtert uns das Fahren. Irgendwann wird der Mensch am Steuer überflüssig sein. Der Tag rückt näher. Wir zeigen, was Audi in der Schublade hat


Das Urban Concept: Ein Kabinenroller für die Innenstadt


Audi concept car
Bild: Audi
Zugegeben: Es sieht schon ziemlich ungewöhnlich aus, das Audi Urban Concept. Auf der IAA in Frankfurt stellte der Autobauer im vergangenen Jahr das Elektro-Gefährt mit den weit abstehenden Riesen-Rädern vor. Nette Idee, mag sich da der eine oder andere denken – aber selber wirklich so ein Ding fahren? Sicher mag das auf den ersten Blick komisch wirken, doch sehen wir es mal ganz pragmatisch: Für den Weg in die Arbeit wäre so ein Auto doch perfekt. Sehr viele Menschen sind auf dem Weg ins Büro alleine unterwegs. Gepäck? Der Aktenkoffer oder die Sporttasche passen auf den Beifahrersitz. Durch das geringe Gewicht von 480 Kilo spart der kleine Flitzer viel Energie, was einerseits die Umwelt und andererseits den Geldbeutel schont. Etwa 70 bis 80 Kilometer soll das Fahrzeug mit einer Akku-Ladung kommen – das reicht für die Stadt. Aber hat Audi wirklich den Mut, so ein radikales Auto zu bauen? Wir werden sehen. Ein großer Schritt zum Fahren ohne Fahrer

Der A1 e-Tron: Audis erster echter Stomer für die Masse


Echte Elektrofahrzeuge sieht man noch so gut wie gar nicht auf den Straßen. Das liegt zum einen am hohen Preis, zum anderen an der Technik selbst. Der Opel Ampera beispielsweise sollte eigentlich bei uns schon unterwegs sein, doch Probleme mit der Sicherheit haben die Auslieferung vorerst gestoppt. Audi befindet sich derzeit noch in der Endphase der Entwicklung eines Elektrofahrzeugs. In München sind seit September testweise 20 Audi A1 e-tron unterwegs. Dort soll sich Audis kleinstes Modell in der Elektroversion im Alltag beweisen. Im reinen Batteriebetrieb soll das Auto etwa 50 Kilometer weitkommen. Wem das nicht reicht, kann den so genannten Range-Extender zuschalten. Dabei handelt es sich um einen kleinen Verbrennungsmotor im Heck des Fahrzeugs, der während der Fahrt die Batterien wieder auflädt. Dadurch erhöht sich die Reichweite auf 250 Kilometer. Im Jahr 2013 soll der A1 e-tron auf den Markt kommen.

Der Nebel-Laser: Gut sichtbare Warnung für den Hintermann


Audi Rücklaser
Bild: Audi
Laserlicht kennt man bislang hauptsächlich aus Großraumdiskotheken. Während es dort nur zu Unterhaltungszwecken dient, will Audi damit in Zukunft die Sicherheit bei schlechter Sicht erhöhen. Eine Laserdiode am Heck des Fahrzeugs projiziert eine rote Linie auf die Straße. Die Breite der Linie ändert sich mit dem Abstand zum Fahrzeug. In 30 Metern Entfernung entspricht sie in etwa dessen Breite. Dieses Signal soll den Hintermann – wie eine Art Stopplinie – auf Distanz halten. Das Licht wird fächerförmig nach unten abgestrahlt. Das führt zu folgendem Effekt: Bei Nebel oder in der Regengischt treffen die Laserstrahlen auf Wasserpartikel in der Luft und werden sichtbar. Dann verwandelt sich die Linie in eine Art großes Warndreieck. Laut Audi besitzt Laserlicht allgemein großes Potenzial, auch in Frontscheinwerfern könne man die Technik eventuell einsetzen.

Der Stau-Assistent: Ein großer Schritt zum Fahren ohne Fahrer


Noch ist das Auto, das komplett alleine fährt, eine Vision. Doch sie rückt immer näher. Ein großer Schritt in diese Richtung ist ein so genannter Stau-Assistent, den Audi im Moment entwickelt. Dieses System soll den Fahrer im zähfließenden Verkehr entlasten. Bis zu einer Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometer beschleunigt und bremst es von alleine und unterstützt zudem den Fahrer beim Lenken. Das soll sowohl auf der Autobahn als auch in der Stadt funktionieren, allerdings darf laut Audi der Straßenverlauf dafür nicht zu komplex sein. Zwei Radar-, acht Ultraschallsensoren und eine Videokamera sorgen dafür, dass der Wagen in der Spur bleibt und nirgends aneckt. Mit dieser Technik kann sich das Auto auch an die vorausfahrenden Fahrzeuge „heften“ und beispielsweise automatisch eine Rettungsgasse bilden oder ein Hindernis umfahren. Auch auf ein- oder ausscherende Autos soll das System reagieren.

Pilotiertes Fahren: Wenn das Auto ganz alleine in die Garage fährt


Audi einpark
Bild: Audi
Dass ein Auto von selbst einparken kann, war vor 20 Jahren noch undenkbar – heute sind solche Systeme Realität und lassen sich für einige Euro Aufpreis bestellen. Der Fahrer nimmt die Hände vom Lenkrad, gibt Gas und bremst – den Rest macht das Auto von alleine. Doch Audi will in Zukunft noch einen draufsetzen: Das Auto soll vollkommen automatisch auf Knopfdruck in die Parklücke fahren – und zwar ohne, dass jemand im Wagen sitzt. Der Fahrer stellt sein Auto beispielsweise vor der Garage ab, steigt aus und das Fahrzeug manövriert sich selbst per Ultraschallsensorik hinein – und später natürlich auch wieder heraus. Das wäre besonders praktisch bei engen Garagen oder Parkplätzen und würde Kratzer und Beulen in den Türen vermeiden. In Prototypen von Audi funktioniert das System bereits. Bis es Serie wird, sind allerdings noch einige Haftungsfragen zu klären.

Die By-Wire-Technik: Schalten, Lenken und Bremsen ohne Mechanik


Audi bywire
Bild: Audi
Auch wenn in die modernen Autos schon viel Elektronik Einzug gehalten hat. Geschalten, gelenkt und gebremst wird auch heute noch über Mechanik beziehungsweise Hydraulik. Mit der so genannten By-Wire-Technik wird sich das ändern. Das bedeutet im Prinzip, dass die Kräfte nicht mehr „direkt“ übertragen werden, sondern nur noch als elektronisches Signal. Und zwar „by wire“, auf Deutsch: „per Kabel“. Das spart Gewicht. Beim Lenken soll es so funktionieren: Am Lenkrad erkennt ein Sensor die Drehbewegungen und sendet die Signale an einen Elektromotor am Lenkgetriebe, der die Kraft generiert und an die Spurstangen schickt. Ein weiterer kleiner E-Motor am Lenkrad simuliert die Rückmeldungen der Straße. In Flugzeugen gibt es diese Technik übrigens schon. Und wenn erst einmal beim Auto alle Sicherheitsfragen geklärt sind, wird sie auch hier in einigen Jahren Realität.
 

Die Rangier-Hilfe: Problemlos mit dem Anhänger einparken


Vor allem Ungeübten ist das Rangieren mit Anhänger ein Graus – je größer, desto schlimmer. Hier will Audi mit einem Assistenz-System in Zukunft dem Lenker unter die Arme greifen. Die Kurbelei am Lenkrad, um den Anhänger in den korrekten Winkel zu bekommen, soll ihm erspart bleiben. Stattdessen nimmt der Fahrer die Hände vom Steuer und gibt dem System den gewünschten Winkel über den Drehregler des Navigationssystems vor. Bei eingelegtem Rückwärtsgang und einem Druck auf das Gaspedal lenkt der Wagen dann automatisch richtig ein. Über die Heckkamera und die Außenspiegel überwacht der Fahrer die Aktion. Laut Audi kann der Assistent auch das Zusammenstoßen des Zugfahrzeugs mit dem Anhänger verhindern, indem es den maximalen Knickwinkel beschränkt. Außerdem soll sich das System von ganz allein auf die Größe des jeweiligen Anhängers einstellen.
 
Sebastian Peterhans

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