Routen für Riesen-Lkw kreuzen zahlreiche Bahnübergänge
Die neuen Riesen-Lkw kreuzen auf ihren Routen durch mehrere Bundesländer auch Bahnübergänge. Die Ampelsignale und Schrankenschaltungen dieser Übergänge seien aber nicht für die sogenannten Gigaliner ausgelegt, erklärte die Allianz pro Schiene.
Die umstrittenen neuen Riesen-Lastwagen kreuzen auf ihren Routen durch mehrere Bundesländer auch Bahnübergänge. Die Ampelsignale und Schrankenschaltungen dieser Übergänge seien aber nicht für die sogenannten Gigaliner ausgelegt, erklärte die Allianz pro Schiene. Die Räumzeit sei zu knapp. Geschäftsführer Dirk Flege warnte daher, ab sofort sei "Gefahr im Verzug".
Die Riesen-Lkw mit einer Länge bis zu 25,5 Meter dürfen seit Anfang des Jahres testweise in sieben Bundesländern fahren - bislang sind sie aber noch nicht unterwegs. Lediglich eine Spedition in Bayern hat bereits zwei Gigaliner auf die Straße geschickt. In größerem Maßstab soll der Test mit den Riesen-Lkw ab Anfang März beginnen. Bislang sind Lkw höchstens 18,75 Meter lang.
Die Allianz pro Schiene wertete nun das Netz der genehmigten Riesen-Lkw-Routen stichprobenartig aus und entdeckte dabei 25 Bahnübergänge - zehn in Schleswig-Holstein, fünf in Niedersachsen, sechs in Bayern und vier in Hessen. Zuständig für die Genehmigung sind die Länder.
Das Bundesverkehrsministerium hatte die Bundesländer gebeten, möglichst keine Bahnübergänge ins Streckennetz aufzunehmen, wie ein Ministeriumssprecher am Montag sagte. Sollte es nun welche geben, "dann gehen wir davon aus, dass die Länder dies geprüft haben und die Strecken geeignet sind" für Gigaliner. Das gelte auch für andere problematische Abschnitte wie Kreisverkehre oder enge Kurven. "Wir gehen davon aus, dass kein Sicherheitsrisiko besteht", sagte der Ministeriumssprecher.
Allianz-pro-Schiene-Geschäftsführer Flege forderte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dagegen auf, den Versuch mit den Riesen-Lkw "sofort zu stoppen". Er müsse das für den Versuch zugelassene Straßennetz "um sämtliche Straßen mit Bahnübergängen bereinigen".
Berlin (AFP)



