Von 18.00 bis 19.00 Uhr in der HELIOS Klinik: Eine Stunde mit einem Patienten in der Therapie

Lamprecht, HELIOS Klinik

Kipfenberg (DK) Mit einem Lächeln auf den Lippen greift Karl Bauer, genannt Charly, zum Telefon mit den großen Tasten. Wie jeden Abend ruft er seine Frau an. Heute aber hat er etwas Besonderes zu berichten: Zum ersten Mal, seit seinem Zusammenbruch, zum ersten Mal, seit er in der Helios Klinik in Kipfenberg ist, ist er 25 Meter am Stück gelaufen. Ein großer Erfolg für den 72-Jährigen und „ein Riesenerlebnis“, wie er seiner Frau erzählt.

„Wir sind hier keine klassische Rehaklinik, sondern viel mehr eine interdisziplinäre Klinik, deren Schwerpunkt auf der Neurologie liegt“, erklärt Chefarzt Dennis A. Nowak. Behandelt werden in Kipfenberg viele Krankheitsbilder: Schädel-Hirn-Traumata, Schlaganfälle, Querschnittslähmungen. Es gibt aber auch eine Fachabteilung für orthopädische Anschlussheilbehandlung und eine recht große Intensivstation.

Was die Klinik so besonders macht, ist aber nicht nur das große Behandlungsspektrum, sondern vor allem die Art der Behandlung. „Wir orientieren uns immer am aktuellen Zustand des Patienten und auf seine Bedürfnisse. Wenn Herr Bauer beispielsweise sehr schlecht geschlafen hat, stellen wir die anstrengenden Übungen zurück“, sagt sein Physiotherapeut Steven Theilig. Die nötigen Kompetenzen dazu werden im hauseigenen Fortbildungszentrum vermittelt. „Wir möchten“, sagt Nowak, „zwar im Idealfall immer, dass der Patient am Ende auf seinen eigenen Beinen hier heraus laufen kann, aber die Realität sieht eben auch oft anders aus.“ Deshalb liegt es dem Personal am Herzen, auch die Angehörigen so früh wie möglich einzubinden und sie auf das, was nach dem Klinikaufenthalt folgt, vorzubereiten.

Die HELIOS Klinik in Kipfenberg ist keine klassische Rehaeinrichtung, sondern eine interdisziplinäre Klinik, deren Schwerpunkt auf der Neurologie liegt. Dabei wird die Therapie auch immer an die Tagesform des Patienten angepasst.
Lamprecht, HELIOS Klinik

Ähnlich wichtig ist es dem Team der Klinik auch, möglichst früh mit der Therapie zu beginnen. Die Therapeuten fangen schon auf der Intensivstation mit einfachen Übungen an, die für den Patienten später aber den Unterschied machen können.

Später, wenn der Patient sich stabilisiert hat, wird die Therapie komplexer. Das hat auch Bauer bemerkt, der am Silvesterabend plötzlich zusammengebrochen und ins Koma gefallen ist. Die Diagnose: Eine Nervenerkrankung, die bei ihm zu Lähmungen und sensiblen Ausfällen besonders am linken Arm geführt hat. Dazu kommt, und das ist für Bauer fast das schlimmere, Schlafapnoe, also nächtliche Atemaussetzer. „Nach so einer durchwachten Nacht fühlt man sich wie ein Stück Sahnetorte“, sagt er.

Trotzdem, zum Ausruhen ist er nicht in der Klinik, das bestätigt auch der ehemalige Lehrer mit einem Schmunzeln. Und die Motivation ist groß, auch wenn es, wie Bauer sagt, manchmal schwerfällt. „Meine Frau sagt, sie braucht mich noch. Also sehen wir halt zu, dass das was wird“, meint er und versucht mit Unterstützung des Physiotherapeuten ein letztes Mal für diesen Tag aus dem Bett aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen.

Fakten und Kontakt

Gründung: 1993
Leitungen: Rainer Meinhardt
(Geschäftsführer Dr. med.),
Hans-Jürgen Gdynia
(Ärztlicher Direktor),
Norbert Miklitza (Pflegedirektor),
Frank Roelandt (Therapieleiter)
Patientenzahl: circa 2000 Patienten pro Jahr
Mitarbeiter: 563
Kontakt: HELIOS Klinik Kipfenberg
Konrad-Regler-Straße 1
85110 Kipfenberg
Telefon  (0 84 65) 1 75-0 
info.kipfenberg@helios-kliniken.de