Federer sieht sich nicht als Top-Favorit Federer sieht sich nicht als Top-Favorit
Federer sieht sich nicht als Top-Favorit
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Titelverteidiger Roger Federer will sich vor den Australian Open trotz der Verletzungssorgen seiner Dauerrivalen nicht in die Rolle des ersten Anwärters auf den Sieg drängen lassen. "Ich glaube, ein 36-Jähriger sollte nicht der Favorit eines Turniers sein", sagte der Schweizer am Sonntag in Melbourne: "Daher sehe ich die Dinge in der späteren Phase meiner Karriere gelassener."

Der Weltranglistenerste Rafael Nadal und der sechsmalige Champion Novak Djokovic könnten ebenfalls die Favoriten beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres sein, sagte Federer. Der Spanier und der Serbe hatten auf Vorbereitungsturniere verzichtet, Nadal schonte sein lädiertes Knie, Djokovic den angeschlagenen Ellbogen. Federer überzeugte dagegen beim Hopman Cup in Perth.

Aus eigener Erfahrung weiß der 19-malige Grand-Slam-Sieger, dass die Prognosen vor dem Turnierstart nicht mehr als "Gerede" sind. Im vergangenen Jahr war Federer nach einem halben Jahr Pause als klarer Außenseiter in den Melbourne Park gekommen und hatte doch triumphiert. "Wenn du in der Auslosung stehst, siehst du selbst eine Chance. So wie ich im letzten Jahr", sagte Federer, der am Dienstag auf den Slowenen Aljaz Bedene trifft.

Die Verletzungsmisere unter den Top-Spielern - der Brite Andy Murray und der Japaner Kei Nishikori treten erst gar nicht an, sein Landsmann Stan Wawrinka ist angeschlagen - sieht Federer eher als "Zufall", denn als generelles Problem. "Das passiert manchmal", sagte Federer, "ich habe gehört, dass es insgesamt sogar weniger Verletzungen gibt."