Schmid hielt 13 Jahre lang den Europarekord Schmid hielt 13 Jahre lang den Europarekord
Schmid hielt 13 Jahre lang den Europarekord
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Harald Schmid war über viele Jahre einer der weltbesten 400-m-Hürdenläufer. Der Star aus Gelnhausen hatte nur das große Pech, dass es Edwin Moses gab. Der US-Amerikaner lief Schmid bei fast allen großen Rennen auf und davon. Dieses Duell bestimmte lange Zeit die Leichtathletik. Am Freitag wird Harald Schmid 60 Jahre alt.

"Zahlen sind immer Schall und Rauch. Aber die Emotionen, die die Rennen gegen Moses ausgelöst haben, sind geblieben. Noch heute werde ich darauf angesprochen", sagte Harald Schmid dem SID. Seinen Geburtstag wird er nur im ganz kleinen Rahmen begehen: "Es findet nichts statt."

1988 hatte Schmid als dritter Sportler der Bundesrepublik nach Uwe Seeler und Franz Beckenbauer das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen. Dreimal in Serie wurde er Europameister (1978/82/86), er war Vize-Weltmeister 1983 in Helsinki, Olympiadritter 1984 in Los Angeles, WM-Dritter 1987 in Rom. 13 Jahre lang, bis 1995, hielt er den Europarekord (47,48 Sekunden). Weltweit schneller war zuletzt Bershawn Jackson (USA/47,32) - im Jahr 2010.

Heute blickt er mit gemischten Gefühlen auf seinen Sport. "Meine Leichtathletik war anders", sagt er. Noch immer werde nach den Korruptions- und Dopingskandalen im Weltverband IAAF nicht konsequent genug gehandelt. "Ich habe das Gefühl, dass da mehr geht", sagt Schmid: "Der internationale Sport ist in der Dopingbekämpfung noch nicht da, wo er sein könnte."