Nach Sommerspielen in Rio de Janeiro: Gestiegene Kosten Nach Sommerspielen in Rio de Janeiro: Gestiegene Kosten
Nach Sommerspielen in Rio de Janeiro: Gestiegene Kosten
© 2017 SID

Rund zehn Monate nach den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ist das Vermächtnis des Mega-Events für die Stadt am Zuckerhut und Brasilien eher bittere Realität als vielversprechende Zukunft. Am Mittwoch veröffentlichte die Ende März gegründete Verwaltungsbehörde für Olympisches Vermächtnis (AGLO) neue Kostensteigerungen bei den Olympiastätten sowie einen vagen Nutzungsplan, der bis Jahresende gerade einmal sechs Sportevents im Olympiapark Barra da Tijuca, dem Herz der Spiele, vorsieht.

Die gegenüber der letzten Bilanz-Veröffentlichung im August 2016 angelaufenen Mehrkosten von 137,4 Millionen Real (rund 37 Millionen Euro) beziehen sich allein auf die Olympiastätten. "Das meiste davon geht auf Ausgaben für die Unterhaltung der Arenen, Wasser und Strom zurück. Wir hatten eine Kostenplanung, jetzt haben wir die korrekten Zahlen", sagte AGLO-Präsident Paulo Márcio Dias Mello bei einer Pressekonferenz im olympischen Velodrom, das seit Ende der Sommerspiele gerade einmal einen regionalen Bahnradsport-Event beherbergt hat.

Im damit auf 41,03 Milliarden Real gestiegenen Olympia-Etat, heute umgerechnet rund 11,1 Milliarden Euro, sind neben den Aufwendungen für die Olympia-Arenen (7,232 Milliarden Real) auch noch die Ausgaben des lokalen Organisationskomitees Rio 2016 (9,2 Milliarden Real) sowie von Stadt und Land für Investionen vor allem in die Verkehrs-Infrastruktur (24,6 Milliarden Real) enthalten. Zu den beiden letzten Posten liegen der AGLO, die in ihrem eigenen Bericht ebenfalls Details vermissen lässt, aber keine Aktualisierungen der verantwortlichen Stellen vor.

Da die Suche nach privaten Betreibern bislang fehlschlug, muss die Öffentliche Hand des tief in eine wirtschaftliche und politische Krise versunkenen Landes weiterhin für die jährlich anlaufenden Unterhaltkosten aufkommen. So rechnet die AGLO für den Barra-Olympiapark mit Velodrom, Tennisstadion und den Carioca-Arenen mit Kosten von 45 Millionen Real (12 Millionen Euro). Und das bei gerade einmal sechs für 2017 noch terminierten Sportveranstaltungen.

Der Deodoro-Olympiapark mit dem Schießsportzentrum sowie Anlagen für Reitsport, Hockey und Modernen Fünfkampf soll jährlich 35 Millionen Real (9,4 Millionen Euro) verschlingen. Ein Umdenken gab es bei der Arena do Futuro. Statt, wie versprochen, zum Bau vier neuer Schulen soll das Material der komplett abmontierbaren olympischen Handball-Halle nun bei der Ausbesserung vorhandener Lehranstalten genutzt werden.