Bach will Korruptionsskandal aufklären Bach will Korruptionsskandal aufklären
Bach will Korruptionsskandal aufklären
© 2017 SID

Präsident Thomas Bach vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hat auf den Korruptionsskandal um die Vergabe der Olympischen Spiele 2016 nach Rio reagiert. "Dem IOC liegt die Integrität unserer Organisation sehr am Herzen. Deshalb nehmen wir diesen Fall ernst und beobachten ihn genau", sagte Bach im Vorfeld der Exekutivsitzung (ab Montag) und der IOC-Session (ab Mittwoch) in Lima/Peru.

Bach verwies im Zusammenhang mit dem Verdacht der Bestechung von IOC-Mitgliedern vor der Wahl 2009 in Kopenhagen auf die Zusammenarbeit mit der französischen Staatsanwaltschaft, mit der die Ringe-Organisation seit mehr als einem Jahr kooperiert, sowie auf die Arbeit der hauseigenen Ethikkommission. Das IOC werde bei entsprechenden Beweisen "alle angemessenen Maßnahmen und Sanktionen treffen", führte Bach aus.

Am Dienstag hatte die brasilianische Bundespolizei bei einer Großrazzia in Rio de Janeiro im Haus von OK-Chef Carlos Arthur Nuzman sowie am Sitz des Comitê Rio 2016 Beweismaterial sichergestellt. Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees wurde zudem zum Verhör vorgeladen.

Rund 70 Beamte waren im Einsatz, um zwei Haftbefehle zu vollstrecken und insgesamt elf Hausdurchsuchungen vorzunehmen. Vor allem die Verhaftung des Unternehmers Arthur Soares, der in Miami/Florida seinen Wohnsitz hat, und seiner früheren Geschäftspartnerin Eliane Calvacante soll Licht in die dunklen Machenschaften um Korruption, Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Organisation bringen.

Die Operation "Unfair Play" basiert auf Informationen der französischen Justizbehörden. Wie die Zeitung Le Monde bereits Anfang März berichtete, hätten wenige Tage vor der Wahl Rios im Oktober 2009 stimmberechtigte IOC-Mitglieder Schmiergelder von Soares erhalten.

Rio hatte am 2. Oktober 2009 den Zuschlag zur Ausrichtung der 31. Olympischen Sommerspiele bekommen. Im ersten Wahldurchgang lagen die Brasilianer dabei mit 26 Stimmen hinter Madrid (28) noch auf Platz zwei, stachen in den folgenden beiden Runden aber die spanische Hauptstadt sowie am Ende Japans Metropole Tokio (mit 66:32 Stimmen) aus. Zuvor war der hoch gehandelte US-Bewerber Chicago gleich zum Auftakt ausgeschieden.