Denn eigentlich braucht es nur eine Vokabel: Kamsahamnida!

Im ganz eigentlichen Sinne ist "Kamsahamnida!" eine Floskel, die auf sehr höfliche Weise einen Dank ausdrücken soll. In der Praxis aber meistert der gewiefte Koreaner damit grob 90 Prozent aller Lebenssituationen - die Bedeutungen können dabei allerdings stark variieren.

Brennt beispielsweise im Journalisten-Zimmer eine garstige Neonlampe schlafhindernd auf 24-Stunden-Basis, und es wird an der Rezeption um Abhilfe gebeten, dann retourniert der Angesprochene hilfsbereit-enthusiastisch: "Kamsahamnida!" Heißt im Idealfall: "Wird erledigt." Heißt in diesem Fall: "Natürlich brennt sie - und das wird sie auch noch weit nach Ihrer Abreise tun."

Erkundigt sich der Olympia-Schaffende beispielsweise, ob denn dieser Bus nun wirklich zur Sprungschanze fährt, entfährt dem Chauffeur ein freudiges "Kamsahamnida!", unterstützt von heftigem Kopfnicken. Übersetzungsmöglichkeit eins: "Natürlich, und zwar auf direktem Wege, Kekse und Grüntee stehen im hinteren Busteil bereit." Übersetzungsmöglichkeit zwei: "Mag sein, mag auch nicht sein. Was ist im ewigen Fluss des Lebens denn schon sicher? Lassen Sie sich einfach überraschen."

Und so ist das wichtigste Souvenir, das sich nach drei Wochen Pyeongchang im geistigen Reisegepäck befindet, die neu erworbene Taktik zur asiatisch-gelassenen Alltagsbewältigung. Wenn künftig, sagen wir mal, ein gewisser Kioskbesitzer in Köln-Nippes die Rückgabe des Wechselgeldes eher kreativ gestaltet: Nicht aufregen, sondern freundlich "Kamsahamnida!" sagen - den Rest einfach dazu denken. ‹Œsid