Motegi: Big in Japan
Beim DTM-Saisonfinale waren die Super-GT-Marken Nissan und Lexus zu Gast, nun folgte der Gegenbesuch. GT-Chef Masaaki Bandoh (links) und DTM-Chef Gerhard Berger wollen zusammenarbeiten. - Foto: Imago
Motegi

"DTM, DTM"-Schlachtrufe von den Tribünen hört man hier zulande bei DTM-Rennen eher selten. In Japan jedoch machten die Fans auch akustisch keinen Hehl aus ihrer Begeisterung, als drei DTM-Boliden der Marken Audi, BMW und Mercedes beim Saisonfinale der dortigen Super-GT-Serie auf dem Twin Ring Motegi einige Demonstrationsrunden absolvierten. Die drei DTM-Fahrer Loïc Duval (Audi), Augusto Farfus (BMW) und Maro Engel (Mercedes) durften sogar mit ihren Autos während der Einführungsrunde des Super-GT-Rennens vor dem japanischen Teilnehmerfeld mitfahren. "Eine größere Wertschätzung hätte es für die DTM nicht geben können", sagte Gerhard Berger, Vorsitzender der DTM-Organisation ITR.

Der Gastauftritt der DTM vor 55 000 Zuschauern am Wochenende in Japan war der Gegenbesuch nach der Demonstration der japanischen Super-GT-Fahrzeugen der Marken Nissan und Lexus beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim vor vier Wochen. Gespräche zwischen den Organisationen der DTM und der japanischen Super-GT-Serie laufen zwar bereits seit 2011, aber in jüngster Vergangenheit wurden sie intensiviert, besonders nachdem Mercedes im Sommer für Ende 2018 den Ausstieg aus der DTM ankündigt hatte. Ein gemeinsames Reglement, das Herstellern den Einsatz von identischen Fahrzeugen in beiden Serien ermöglicht, ist für die DTM die einzige realistische Möglichkeit, neue Teilnehmer mit ins Boot zu holen. Ab 2019 soll das gemeinsame Regelwerk, das für beide den Einsatz von Vierzylinder-Turbomotoren mit zwei Litern Hubraum vorsieht, in Kraft treten. In der DTM werden aktuell noch Vierliter-Achtzylinder-Triebwerke verwendet.

Die Demonstrationsfahrten in Hockenheim und Motegi sollten die Zusammenarbeit zwischen beiden Serien demon-strieren. "Die Verhandlungen waren zwar mitunter schwierig, aber durchaus konstruktiv", be-tonte Berger. Sein japanischer Amtskollege Masaaki Bandoh stellte fest: "Wir haben endlich die Voraussetzungen für gemeinsame Rennen geschaffen. Die Distanz zwischen Europa und Japan hat sich verringert."

Allerdings hat bislang weder ein japanischer Hersteller feste Pläne für eine DTM-Teilnahme verkündet, noch ein deutscher Hersteller Einsätze in Japan in Aussicht gestellt. Insidern zufolge steht das Reglement zum größten Teil, nach der Einigung könnten Absichtserklärungen der Hersteller folgen.