Ingolstadt: Nimmersatt Greilinger
Eleganter Techniker auf Rollen: ERC-Torjäger Thomas Greilinger (hinten) überzeugte gestern Abend bei der Generalprobe zur Inline-Hockey-WM als Vorbereiter. Beim 11:3-Sieg gegen Neuseeland legte er seinem Sturmpartner Michael Wolf drei Treffer auf. - Foto: Meyer
Ingolstadt
47 Einsätze in der Deutschen Eishockey-Liga (22 Tore), 9 Play-off-Spiele (10 Tore) und die Eishockey-WM in Schweden mit der Nationalmannschaft sind dem 30-jährigen Stürmer noch nicht genug. Jetzt will er mit dem deutschen Inline-Hockey-Team bei der morgen beginnenden WM in Ingolstadt wieder eine Medaille. „Ich spiele nicht nur, weil es mir so viel Spaß macht, sondern ich will auch gewinnen. Es wäre schön, wenn wir den Erfolg von 2009 wiederholen könnten. Ich hoffe, die Fans unterstützen uns wieder so wie damals“, sagt Greilinger, der bei der ersten WM vor drei Jahren in Ingolstadt Bronze gewann.

Zum vierten Mal übrigens, denn der Deggendorfer ist bereits zum zehnten Mal bei einer Inline-Hockey-WM dabei. Auch dieses Mal musste er nicht lange überlegen. „Ich war mir nach der Eishockey-WM nur nicht ganz sicher, wie ich mich fühle. Natürlich bin ich müde, aber mir tut nichts weh, also spiele ich mit. Das ist doch klar“, meint Greilinger, der ganz nebenbei am vergangenen Freitag auch noch seine Verlobte Sandra heiratete und in sein neues Domizil in Mändlfeld einzog.

Fehlte fast noch, dass er zwischen Standesamt und Hochzeitsfeier schnell noch ein Inline-Hockey-Spiel bestritt. Für den deutschen Abonnementmeister Rolling Wanderers Germering – seit 2005 ununterbrochen Titelträger – stand er bereits in zwei Punktspielen wieder auf Rollen und siegte gegen die zweite Germeringer Mannschaft mit 14:7 sowie gegen die Erding Crowns (mit Nationalspieler Felix Schütz) mit 10:4.

Sein Sturmpartner in Germering ist Nationalmannschaftskollege Michael Wolf. Und wenn das Duo Wolf/Greilinger auf dem Parkett steht, dann fallen Tore. So wie gestern Abend im Testspiel gegen Neuseeland. 11:3 siegte das deutsche Team, und Wolf glänzte als vierfacher Torschütze. Drei Treffer legte ihm Greilinger auf. „Es ist natürlich ein großer Vorteil, wenn man sich kennt und eingespielt ist. Das ist ja gerade unser Problem gegenüber anderen Nationen wie den USA oder Kanada. Die bereiten sich ganz gezielt vor, während die meisten von uns erst in Ingolstadt auf Rollen stehen“, erklärt Greilinger.

Wenn der technisch versierte ERC-Stürmer in der Saturn-Arena auf dem speziellen Kunststoffbelag seine Kreise zieht, sieht es nicht anders aus als auf dem Eis. Allenfalls die langen Hosen sehen etwas ungewohnt und lustig aus. Fast wie Harlekine flitzen die Spieler in ihren bunten Trikots im Training hin und her. „Die größte Umstellung ist der leichtere Puck. Darauf muss man sich schon erst einstellen“, sagt Greilinger.

2009 bei der WM wurde Greilinger mit 19 Punkten (7 Tore, 12 Vorlagen) zweitbester Scorer. Wenn das deutsche Team, in dem mit Wolf, Christian Wichert (München), Patrick Seifert, Steffen Tölzer (beide Augsburg) sowie den Ex-Ingolstädtern Stephan Daschner (Hannover), Patrick Buzas (Nürnberg) und Felix Schütz (Köln) immerhin acht DEL-Cracks stehen, ins Rollen kommt, könnte also durchaus die erhoffte Medaille drin sein.

Dann wäre wohl sogar ein Thomas Greilinger satt und könnte beruhigt in die Flitterwochen nach Kanada düsen. Zusammen mit Ehefrau Sandra und seinem ebenfalls frisch vermählten ERC-Teamkameraden Markus Janka und dessen Frau Bettina geht es dann für zweieinhalb Wochen nach Vancouver. Aber garantiert – danach ist „Greile“ wieder unglaublich heiß auf Eishockey.


Die Redaktion von donaukurier.de wird zur Inline-Hockey-WM einen Blog pflegen. Pro Tag eine Folge, immer aus einem anderen Blickwinkel und immer von einem anderen Verfasser. Es wird der Redakeur mit Eishockey-Grundkenntnissen ebenso die WM besuchen, wie die Kollegin, die ausgemachte Eishockey-Expertin ist, oder der Fotograf, der sonst die Spieler des ERC durch den Sucher seiner Kamera verfolgt. Aktuelle Berichte rund um die WM und den Blog finden Sie auf www.donaukurier.de/inlinewm