Vorbereitung mit dem Profi: Miguel Lenz besuchte Kinder des Marienheims und trainierte mit ihnen für den Running-Kids-Lauf.
Vorbereitung mit dem Profi: Miguel Lenz besuchte Kinder des Marienheims und trainierte mit ihnen für den Running-Kids-Lauf.
Foto: Ritter
Ingolstadt
Zugegeben, die Strecke für die kleinen Läufer führt nicht ganz über die Halbmarathondistanz von 21,1 Kilometern. Stattdessen absolvieren die Kinder beim Running-Kids-Lauf jedes Jahr eine 500 Meter lange Runde durch den Klenzepark. Trainieren können die Nachwuchsläufer allerdings fast wie die Profis.

"Ich bin schon zum dritten Mal dabei", erzählt Mauro (5) stolz. Er kennt den Ablauf bereits genau, wenn Star-Läufer Miguel Lenz zum Training im Marienheim vorbeischaut. Und natürlich freut er sich riesig darauf. Los geht es mit einer gemeinsamen Runde Aufwärmübungen im Innenhof. Beim Lied "Theo,Theo ist fit wie ein Turnschuh" machen alle mit. Es wird gehüpft, getanzt und der Hampelmann gemacht. Und vor allem wird viel gelacht.

Dass das Laufen und Trainieren den Kindern Spaß macht, ist auch für Anna Depperschmidt, die stellvertretende Leiterin des Marienheims, ganz wichtig. "Wir achten sehr darauf, dass die Kinder freiwillig mitmachen", sagt sie. Letztlich melden die Eltern die Kinder an. "Manche muss man natürlich zuerst etwas motivieren, aber die allermeisten haben ganz viel Freude an der Bewegung!" Und wenn beim Training dann auch noch so ein toller Läufer wie Miguel Lenz dabei ist, sei die Vorfreude natürlich doppelt so groß. "Für die Kinder ist das ein absolutes Highlight! Sie fragen schon seit Wochen, wann es denn endlich wieder soweit ist", erzählt Lena Karsten, Erzieherin im Marienheim. 48 Kinder nehmen an diesem Vormittag am Training teil. "Wir haben dieses Jahr insgesamt über 80 Kinder beim Running-Kids-Lauf dabei", berichtet Depperschmidt.

In Zweierreihen geht es anschließend auf eine große Wiese in Richtung Baggersee. Nach einigen weiteren Aufwärmübungen gibt Miguel Lenz dort dann endlich das Signal zum Start: "Wir laufen jetzt zusammen bis auf die andere Seite", ruft er den Nachwuchsläufern zu. Die antworten mit einem lauten "Jaaa!" und rennen, so schnell sie können.

Am anderen Ende der Wiese gibt es eine kurze Verschnaufpause. "Durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen", erklärt der Sportler die richtige Atemtechnik beim Laufen. Was man denn am besten mache, wenn einem während des Laufens trotzdem mal die Luft ausgehe, wollen die Kinder noch von ihm wissen. "Dann laufen wir einfach etwas langsamer und versuchen, wieder Kraft zu tanken", antwortet der 48-Jährige. "Auf keinen Fall bleiben wir aber stehen", fügt er hinzu. Denn wer nicht weiterlaufe, der komme auch nicht ins Ziel.

Was Lenz sagt, hat bei den kleinen Läufern Gewicht. Seiner Vorbildfunktion für die Kinder ist sich der frischgebackene bayerische Meister bewusst. "Es macht einfach Spaß, mit den Kindern zu laufen. Und ich finde es super, wie sie mitziehen", sagt der Läufer des MTV Ingolstadt. Dass es im Rahmen des Ingolstädter Halbmarathons auch einen Lauf für Kinder gibt, hält er für eine tolle Sache. "Bewegung an der frischen Luft ist ganz wichtig", findet er. Und wer schon früh damit anfange, der bleibe auch im Erwachsenenalter sportlich.

Zurück im Kinderhaus gibt es für die kleinen Sportler erst mal eine Stärkung. Bei süßen "Powerbällchen" und Getränken können sie sich vom anstrengenden Lauftraining erholen. Und natürlich haben die Kinder jetzt auch die Gelegenheit, ihr großes Vorbild endlich mit ihren Fragen löchern. Wie viele Medaillen er denn schon zu Hause habe, wollen sie wissen. Da ist Miguel Lenz selbst überfragt - und so bekommt der Läufer erst einmal die Hausaufgabe, seine vielen Medaillen zu zählen. Auch über die richtige Kleidung beim Laufen wird gesprochen. "Im Winter muss man sich warm anziehen, und wenn es regnet, muss man unbedingt trockene Schuhe und Socken dabeihaben." In der Runde werden auch wichtige Fragen zur Vorbereitung diskutiert. "Vor dem Laufen kann man zum Beispiel eine Banane essen", erklärt Lenz. Überhaupt sei eine gute Ernährung wichtig. "Viel Obst, viel Salat und wenig Süßigkeiten", bleut er den jungen Nachwuchsläufern ein.

Den Kindern hat das Training mit ihrem Idol auf jeden Fall gut gefallen, auch wenn einige von ihnen jetzt ziemlich geschafft sind. "Das Rennen über die Wiese fand ich am besten", sagt Michael (6). Und auch die Erzieherinnen des Marienheims sind begeistert. "Toll, dass Miguel mitmacht! Wir trainieren mit den Kindern ab jetzt drei Mal pro Woche", kündigt Anna Depperschmidt an.

Bald geht es zur Generalprobe auf die Originalstrecke in den Klenzepark. Damit könne man den Kindern etwas die Nervosität vor dem Wettbewerb nehmen. Was den Lauf angeht, ist auch der kleine Michael optimistisch: "Na klar schaffen wir das!"