Landshut: Wenn persönliche Bestleistungen ins Wanken geraten
Das ACO-Team zeigte beim Bayernliga-Wettkampf in Landshut durchaus ansprechende Leistungen. - Foto: Aschenbrenner
Landshut

Die erste Runde wurde simultan mit fünf Mannschaften in Pfatter und mit sechs Mannschaften in Landshut ausgetragen. Für das ACO-Team, das von Betreuern, Fans, Kampfrichter Lukas Gallenberger sowie Trainer Sebastian Ortlieb begleitet wurde, starteten in Gruppe 1 Florian Geuther und Kevin Thomas, in Gruppe 2 Lukas Hofberger und Alexander Bayerl. Bei den Kniebeugen eröffnete Kevin Thomas mit lockeren 130 Kilo, direkt gefolgt von Geuther, der ebenso konservativ mit 135 Kilo in den Wettkampf einstieg. Vernünftig steigerte Thomas über 140 auf 150 Kilo und ließ dabei aus Sicherheitsgründen noch einiges im Tank. Geuther hingegen musste kämpfen. Die erste Steigerung auf 142,5 Kilo fühlte sich vielversprechend an, daher versuchte er im dritten Versuch, trotz seines gesunkenen Körpergewichts seinen persönlichen Rekord auf 150 Kilo zu steigern. Doch er scheiterte. Die Gruppe zwei war mit Hofberger und Bayerl stärker besetzt worden. Beide hielten es unkompliziert und gingen mit 150 Kilo auf die Plattform - beide erfolgreich. Anschließend steigerte Hofberger souverän bis auf 185 Kilo und Bayerl zog ebenso sicher gleich.

In der Zwischenzeit waren Thomas und Geuther hinter den Kulissen dabei, sich in der stickigen Hektik des Aufwärmraums auf das Bankdrücken vorzubereiten. Thomas drückte regelgerecht erst 85 Kilo, dann 90 Kilo und die entscheidenden 100 Kilo in seinem dritten Versuch. Geuther stieg mit 100 Kilo ein und steigerte im zweiten Versuch auf 105. Betreuer Johann Goldstein legte dann fachmännisch Hand ans Equipment und ermöglichte Geuther so im dritten Versuch, sich in nervenaufreibender Zeitlupe zu 110 Kilo zu quälen. Dabei blieb er trotzdem um zehn Kilo unter seiner Bestleistung. Bayerl und Hofberger fuhren beim Bankdrücken die gleiche Taktik wie schon zuvor: Sie blieben absolut synchron. Beide begannen mit 90 Kilo, steigerten erfolgreich über 100 auf 105 Kilo. Interessanterweise konnten beide diesen dritten Versuch nicht bewältigen - man hätte meinen können, sie machten das mit Absicht.

Zu diesem Zeitpunkt waren zwei Drittel des Wettkampfs vorüber, die Sonne war untergegangen und die Wettkampfstätte durch dampfende Athleten und fieberndes Publikum aufgeheizt. Wer die Powerlifter des ACO kennt, der weiß: Erst jetzt geht es richtig los. Kreuzheben. Geuther, sichtlich erschöpft, trat zunächst an 150 Kilo, dann an 160 - beide Male gültige Versuche. Ambitioniert war dann die Steigerung auf 170 Kilo, seine persönliche Bestleistung. Allerdings hatte er die damals nicht am Ende eines Dreikampfs gezogen, sondern bei einem Kreuzhebecup. Diesmal: Er ging an die Hantel, packte zu und zog. Die Last hob sich langsam vom Untergrund und schwebte einige Sekunden - aber keine Chance, die Luft war raus, Geuther winkte ab und ging von der Plattform. Kevin Thomas stieg wieder niedrig ein, spielte im ersten Versuch mit 160 Kilo, im zweiten mit 175 Kilo und meldet 190 Kilo für seinen letzten Versuch an. Mentor Johann Goldstein, dessen Gürtel Thomas nun anlegte, weckte ihn noch einmal auf für ein letztes Aufbäumen, für Punkte, die so wichtig wären für den Erfolg von Schrobenhausen. Thomas schritt auf die Bühne, packte zu und langsam, aber kontrolliert und gleichmäßig hob sich die Last. Geschafft! Neun von neun Versuchen gültig.

Zuletzt das Kreuzheben in Gruppe 2: Hofberger begann mit 180 Kilo, auch 200 Kilo schienen gar kein Problem zu sein, daher die letzte Steigerung auf 215 Kilo. Das Team, der Trainer und das Publikum schrien sich die Kehle wund und Hofberger befand sich kurz vor der Endposition, doch dann verlor er das Gleichgewicht und musste die Hantel freigeben, um nicht umzukippen - sehr schade, denn die Kraft war auf jeden Fall da.

Alex Bayerl brachte in absoluter Ruhe erst 180, dann 205 Kilo hoch. Was war noch möglich? Trainer Ortlieb wollte auf 220 Kilo gehen. Aber Mannschaftsführer Geuther sah mehr Potenzial und gab kurzerhand 225 Kilo an. Er sollte recht behalten: Bayerl hatte selbst damit keine Probleme. In wenigen Monaten könnten ihm Lasten jenseits der 240 Kilo offenstehen.

Außerhalb der Konkurrenz stand in den Schrobenhausener Farben außerdem Robert Robeis auf der Bühne, um sich für die größeren Wettbewerbe dieses Jahres im Kreuzheben zu qualifizieren. Er beugte 140 Kilo, drückte 90 Kilo und hob 240 Kilo auf, was den bisherigen bayerischen Masters-III-Rekord von 170 Kilo regelrecht zerschmetterte und den deutschen Rekord von bisher 227,5 Kilo ebenso überbot. Ferner ist er nun gleichauf mit dem momentanen Weltrekord. Und das kann sich doch wirklich sehen lassen.