Ein Führungsspieler beim FC Ehekirchen ? und plötzlich sogar Torschütze: Oguzhan Halici.
Ein Führungsspieler beim FC Ehekirchen – und plötzlich sogar Torschütze: Oguzhan Halici.
kx
Ehekirchen

Exakt in der 33. Minute ereignete es sich: Halici zog da einfach aus der Distanz ab – und die Kugel landete zum richtungweisenden 1:0 des FC Ehekirchen gegen den FC Lauingen im Netz. Am Ende stand’s dann 2:0. „Na ja, wenn ich ganz ehrlich bin, war der Schuss noch leicht abgefälscht“, erzählt der Schrobenhausener jetzt lachend: „Aber drin ist drin, nur das zählt.“

2016/17 – in der Landesliga Südwest – war Halici noch komplett trefferlos für die Schwarzweißen geblieben. Sein zuvor letztes Punktspieltor datierte vom 21. Mai 2016. „Daher finde ich es jetzt gar nicht so schlecht, dass ich endlich wieder mal eingenetzt habe“, so der 25-Jährige: „Obwohl das ja überhaupt nicht meine Kernaufgabe ist. Ich muss vielmehr versuchen, hinten die Sachen einigermaßen zu regeln – und deswegen komme ich ja auch eher selten vor das gegnerische Gehäuse.“

„Es passt alles hier – außer vielleicht der momentane Tabellenplatz.“

Oguzhan Halici

 

Halici gefällt’s in Ehekirchen – weiterhin, obwohl es im Sommer eine Etage nach unten ging: „Der Verein ist top, die Leute im Umfeld sind überragend, wir haben tolle Charaktere. Es passt einfach alles hier – außer vielleicht der momentane Tabellenplatz.“ Ja, beim Blick auf das Zwischenklassement der Bezirksliga Schwaben Nord verfinstert sich der Blick des Schrobenhauseners sehr schnell. Nur auf Position vier sind seine Schwarzweißen zurzeit zu finden – mit bereits acht Zählern Rückstand auf den führenden TSV Gersthofen. „Natürlich hatte ich mir vor der Saison mehr erwartet“, gibt Halici unumwunden zu: „Gerade gegen vermeintlich leichte Kontrahenten ließen wir schon zu viel unnötig liegen.“

So reichte es gegen die beiden Aufsteiger FC Horgau (0:1) und TSV Offingen (2:2) insgesamt nur zu einem mickrigen Zähler. „Als Landesliga-Absteiger hätten wir in diesen Spielen jeweils ungefährdete Siege einfahren müssen, da brauchen wir nicht lange herumzureden“, ärgert sich Halici noch heute. Hinzu kamen dann noch knappe Niederlagen in Neuburg (1:2) beziehungsweise Gersthofen (0:1) – und schon ist der Kontakt nach ganz vorne zunächst mal abgerissen.

Der Schrobenhausener könnte es sich jetzt einfach machen und von einem Übergangsjahr sprechen – um 2018/19 dann hundertprozentig wieder in Sachen Aufstieg angreifen zu wollen. Aber das lässt sein großer Ehrgeiz natürlich nicht zu. „Es kann vielleicht sein, dass es nicht alle offiziell sagen, aber ein großer Teil unserer Mannschaft will so schnell wie möglich wieder eine Etage nach oben – also schon nach der laufenden Saison. Ein anderes Ziel darfst Du als Absteiger doch gar nicht haben“, erzählt Halici: „Und warum sollte das denn nicht mehr klappen? Zumindest Tabellenplatz zwei ist definitiv noch drin für uns – und dann klettern wir eben über die Relegation hoch.“

Dass jener Platz zwei aktuell ausgerechnet vom VfR Neuburg belegt wird – der 25-Jährige versucht, diesem Fakt keine besondere Bedeutung zu geben: „Mit Sebastian Stegmeir kickt dort zwar ein guter Freund von mir – aber trotzdem ist der VfR noch lange nicht die fußballerische Nummer eins im Landkreis. Erst, wenn die Neuburger am Ende tatsächlich in die Landesliga aufsteigen sollten und wir nicht, hätten sie uns überholt. Noch freilich ist das nicht der Fall.“

Ja, Halici spricht Klartext. Der einstige Eichstätter beziehungsweise Karlshulder ist beim FC Ehekirchen längst zu einem Führungsspieler geworden – geht auf dem Platz voran und vertritt eben auch außerhalb seine Meinung. Dass seine Schwarzweißen bislang in der Bezirksliga Nord mit solchen Startschwierigkeiten zu kämpfen hatten – ganz überraschend sei es dies seiner Ansicht nach nicht gewesen: „Wir bekamen nach unserem Landesligaabstieg einen neuen Trainer – mit einem neuen System und neuen Vorstellungen. Da ist es doch völlig normal, dass es eine gewisse Zeit dauert, bis alles hundertprozentig klappt“, so der 25-Jährige: „Aber keine Angst, die Fußballsaison ist noch lang.“

Der letzte Satz – er klingt fast wie eine Art Drohung an die Konkurrenz. Halici lächelt dabei – und freut sich bereits auf den nächsten Spieltag, wenn er mit dem FCE ein waschechtes Ostschwabenduell beim zurzeit siebtplatzierten VfL Ecknach bestreiten darf (Sonntag, 17 Uhr). Eigentlich müßig zu erwähnen, dass da seiner Meinung nach zwingend ein Dreier für seine Schwarzweißen her muss – völlig egal, ob ihm persönlich hierbei erneut ein Treffer gelingt oder nicht. Übrigens: Einmal hat es Halici sogar schon geschafft, einen Doppelpack in der Bezirksliga zu schnüren – einst, im Trikot des SV Karlshuld, beim 3:1-Auswärtssieg der Mösler beim BC Attaching am 12. Mai 2012. Die Älteren unter uns können sich eventuell noch daran erinnern.