Schrobenhausen: Jetzt wartet der FC Bayern
Einschwören auf den großen Erfolg: Die D-Jugend des SC Fürstenfeldbruck (rechtes Bild) sicherte sich souverän ihr Finalticket. Für die Fußballer des SC Mühlried (l.) war der Wettkampftag zumindest eine schöne Erfahrung. - Fotos: M. Schalk
Schrobenhausen

Hätte es eine Wertung für die weiteste Anreise gegeben, der FC Greifenberg hätte die Top vier nur ganz knapp verfehlt. Doch weil beim D-Jugend-Qualifikationsturnier natürlich ausschließlich das sportliche Ergebnis zählte, hatte sich die knapp 90 Kilometer lange Anfahrt für das Team vom Ammersee doch gelohnt. "Wir sind selbst ein bisschen überrascht, wie gut sich unsere Jungs geschlagen haben", sagt Wolfgang Geis, die eine Hälfte des Greifenberger Trainerduos. Als einer von vier Gruppensiegern jubelt die Nachwuchsmannschaft über ein Ticket für das attraktive Finalturnier in Schrobenhausen.

Dass sich der kleine "Dorfklub" in einer spannenden Gruppe erst im allerletzten Spiel eines langen Fußballtages qualifizierte, war wohl die größte Überraschung des Turniers in der Dreifachsporthalle. Ansonsten ließen die Favoriten nichts anbrennen: Ohne Punktverlust sicherten sich der SSV Ulm 1846 und der SC Fürstenfeldbruck, ungeschlagen der Vorjahresfinalist von der JFG Wendelstein einen Startplatz. Und gerade in den Spielen dieser Klubs wurde das Niveau der Veranstaltung immer wieder ganz deutlich: "Die haben schon beeindruckenden Fußball geboten", freut sich auch Detlef Müller.

Überhaupt ist der Cheforganisator hochzufrieden. Das gesamte Umfeld - Helfer, Schiedsrichter und Sponsoren - hätten zu einem reibungslosen Ablauf beigetragen. Alle Beteiligten - Spieler, Trainer und Betreuer - seien hoch motiviert gewesen, die Partien dennoch fair. Und auch die Resonanz der Zuschauer stimmte. Vor allem vor dem Hintergrund, dass viele Vereine eine weite Anreise auf sich nahmen und dementsprechend wenige Anhänger mitbrachten. Mehr als 400 Zuschauer waren dennoch da. Den weitesten Weg (rund 160 Kilometer) hatte die Vertretung des TSV Kottern zurückgelegt, den kürzesten freilich die beiden Stadtvereine aus Steingriff und Mühlried.

Apropos, für beide hätte es aus sportlicher Sicht eigentlich nicht gereicht. In einem starken Teilnehmerfeld nahmen die U13-Fußballer vor allen Dingen ein paar Erfahrungen gegen höherklassige Gegner mit. Und doch ist der SV Steingriff am 14. Januar dabei. "Wir haben die Entscheidung getroffen, dass der Trägerverein auch einen Startplatz bekommen sollte", erklärt Müller. Der SVS-Vorsitzende Franz Rottenfußer freut sich stellvertretend für seine Nachwuchskicker: "Sportlich wird es zwar wahnsinnig schwer, aber es ist für unsere Kinder natürlich eine tolle Erfahrung." Dass die Lila-Weißen beim Hauptturnier erneut als Gastgeber fungieren, steht ohnehin außer Frage. "Es wäre doch schade gewesen, wenn es das Turnier in Schrobenhausen nicht mehr gegeben hätte. Wo sonst kann man in der Nähe Nachwuchs-Hallenfußball auf einem so hohen Niveau sehen", fragt sich Rottenfußer.

Da Müller aber auch der JFG Weilachtal, dem Ausrichter des Vorjahres, einen Startplatz versprochen hatte, fünf prominente Nachwuchsteams ohnehin gesetzt waren, vier durch die Qualifikation marschierten und nun auch noch der SV Steingriff hinzukommt, fehlt ein Starter, um aus dem ursprünglichen Zehner- ein Zwölferfeld zu machen. Die Verantwortlichen haben diesen Platz nun mit der JFG Neuburg besetzt. "Auf die Gefahr hin, dass sich manche darüber aufregen werden, haben wir uns in Absprache mit allen Verantwortlichen dafür entschieden", sagt Müller und erklärt seine Gründe: "Da bei der JFG viele Kinder aus der Umgebung spielen, erhoffen wir uns dadurch auch einen gewissen Zuschauerandrang." Mit dabei sind also am 14. Januar 2018: Der FC Bayern München, der TSV 1860 München, der FC Augsburg, der FC Ingolstadt, der SSV Jahn Regensburg, die JFG Weilachtal, der SSV Ulm 1846, der SC Fürstenfeldbruck, die JFG Wendelstein, der FC Greifenberg, der SV Steingriff und die JFG Neuburg.

Ein interessantes Teilnehmerfeld also, bei dem es den meisten Außenseiterteams so gehen dürfte wie dem FC Greifenberg und dessen Trainer Wolfgang Geis: "Wir freuen uns jetzt schon auf die großen Mannschaften, möchten das Finalturnier einfach nur genießen und uns ohne Druck trotzdem so teuer wie möglich verkaufen."