Wenn Christoph Burkhard noch etwas aus seiner Burghausener Zeit nachhängt, dann die Art und Weise, wie sich der langjährige Wacker-Kapitän von seinem ehemaligen Verein verabschiedet hat. "Natürlich hätte ich mir in meinem letzten Spiel ein anderes Ergebnis gewünscht", sagt der 32-Jährige im Rückblick auf den 25. Mai, den Tag, an dem Wacker Burghausen das Finale des Bayerischen Totopokals mit 0:1 verlor. Stattdessen zog der 1. FC Schweinfurt 05 in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde ein. "Abgesehen davon bin ich aber im Guten mit dem Verein auseinandergegangen", erzählt Burkhard.

Heute Abend (19 Uhr) kehrt Burkhard nun im Trikot des FC Pipinsried dorthin zurück, wo er acht Jahre und damit den größten Teil seiner erfolgreichen Karriere verbracht hat. Fünf Spielzeiten in der dritten Liga (161 Spiele) und drei in der Regionalliga (81) lief Burkhard als Stammspieler für die Oberbayern auf, die meiste Zeit als Kapitän. Dazu kommen zwei DFB-Pokalpartien, eine davon - als ein absoluter Höhepunkt - ein 0:3 gegen Borussia Dortmund vor sieben Jahren. Vor der laufenden Saison entschied sich der gebürtige Aichacher dennoch für seinen Abschied aus Burghausen und den Wechsel zum Aufsteiger nach Pipinsried. Zurück in die Heimat.

Dort weht nun ein ungewohnter Wind, denn anders als zu Profizeiten in Burghausen geht der Mittelfeldspieler zusätzlich einem ganz normalen Arbeitsalltag nach. Als Chauffeur ist der 32-Jährige im Bistum Augsburg angestellt. Neben Job und Fußball bleibt wenig Zeit für die Familie. "Wir haben gewusst, dass es kein einfacher Schritt wird", sagt Burkhard. Trotzdem ist er nach wie vor davon überzeugt, dass es der richtige war. Auch jetzt noch, nachdem Spielertrainer Fabian Hürzeler ihn beim Heimspiel gegen Memmingen nicht berücksichtigte und der 32-Jährige zudem als Co-Trainer durch Florian Dinser ersetzt wurde. Burkhard sagt nur so viel dazu: "Meine Leistung als Spieler zu bringen ist mir momentan wichtiger als das Co-Trainer-Dasein, insofern ist das jetzt wohl eine ordentliche Regelung."

Auf den erfahrenen Führungsspieler, der 2006/07 sogar 14 Zweitligaspiele für die Münchner Löwen absolviert hat, wird es in den kommenden Wochen trotzdem ankommen, will der FC Pipinsried im Abstiegskampf bestehen. "Die Pleite in Bayreuth ist um ein paar Tore zu hoch ausgefallen, das Heimspiel gegen Memmingen sollten wir schnellstmöglich abhaken", sagt der Aichacher zu den zwei Niederlagen in Folge und betont: "Grundsätzlich haben wir genügend Qualität in der Mannschaft."

Auch bei seinem Ex-Verein möchte der 32-Jährige deshalb heute Abend etwas mitnehmen. "Mit einem Punkt wären wir zufrieden, drei Punkte wären natürlich überragend", sagt Burkhard. Seinen verkorksten Abschied aus Burghausen möchte er aber auf keinen Fall in Form eines Pipinsrieder Gastgeschenks bei seiner persönlichen Rückkehr wiedergutmachen.