Schrobenhausen: Ein Quartett  mit Blick nach oben
Prestigeträchtige Spiele: In der A-Klasse Neuburg fanden auch bereits drei Altlandkreisduelle statt. In einem davon erlitten Fabian Strohmayr (l.) und sein SV Hörzhausen eine 1:2-Auswärtsniederlage beim SV Waidhofen von Benedikt Kahn (2. v. l.) sowie Lukas Widmann (Nummer 12). - Foto: R. Lüger
Schrobenhausen

TSV Weilach

Es ist schon kurios: Da besitzt der TSV die beste Defensivabteilung der A-Klasse Aichach (erst zehn Gegentreffer), hat zudem die meisten Tore aller 14 Teams erzielt (bereits 49) - und darf sich am Ende des Kalenderjahres trotzdem nicht als Tabellenführer bezeichnen. Schuld daran: ein aus Sicht der Grünweißen rabenschwarzer 27. August. Nicht nur, dass sie da ihre bislang einzige Saisonniederlage erlitten (2:4 beim SV Wulfertshausen) - der Kreuzbandriss, den sich ihr Spielertrainer Philip Gadletz bei der gleichen Gelegenheit zuzog, schmerzte fast noch mehr.

Aber auch ohne die Kreativität des ehemaligen Berg im Gauers auf dem Feld schafften es die Weilacher, sich rigoros ganz oben im Klassement zu halten. 13 Spieltage lang belegten sie sich sogar ausnahmslos Rang eins - ehe es am 30. Oktober, nach einem 1:1 beim BC Rinnenthal II, doch erstmals eine Position nach unten ging. Die Punkteteilung bei der Kreisligareserve war übrigens eines von nur drei TSV-Unentschieden bis zum jetzigen Zeitpunkt, alle anderen Partien wurden mehr oder minder souverän gewonnen. Gerade zu Hause sind die Grünweißen eine regelrechte Macht: Acht Matches, acht Siege, das Ganze bei 26:1 Toren - so ihre Heimausbeute vor der Winterpause. Besser geht's nicht.

Dass die Auswärtsbilanz mit nur drei Erfolgen in sieben Spielen verbesserungsfähig ist, dass darin auch der alleinige Grund für "nur" Platz zwei in der aktuellen Tabelle liegt - das wissen die Weilacher nur zu gut. In diesem Punkt müssen sie sich steigern, ohne auf eigenem Terrain nachzulassen - dann klappt's bestimmt auch mit dem Gewinn des Meistertitels am Saisonende, verbunden mit dem anvisierten Sprung hoch in die Kreisklasse Aichach. Altlandkreisderbys des TSV gegen den BC Aresing und den SC Mühlried bereits in der Saison 2018/19 - dagegen hätte im Raum Schrobenhausen wahrlich niemand etwas einzuwenden. Gesamtnote: sehr gut

 

SV Hörzhausen

Der SVH wurde zu seinem Glück fast schon gezwungen. Denn dass die Hörzhausener im Sommer in die Neuburger Gruppe umsiedeln mussten, war von Vereinsseite so überhaupt nicht geplant gewesen. Aber die Rotschwarzen machten dann das Beste aus der Situation, fügten sich ohne Murren ihrem Schicksal - und spielten in der neuen Umgebung richtig gut auf. So befanden sich die SVH-Kicker bislang immer in der oberen Tabellenhälfte, nach dem dritten Spieltag durften sie sich sogar kurzzeitig als Spitzenreiter feiern lassen.

Aktuell stehen die Mannen um Spielertrainer Alexander Gazdag auf Position vier - zwei Zähler hinter dem Relegationsrang, sechs hinter der ersten Stelle. Geht da noch was in Sachen Aufstieg? Eine Frage, die da rund um Hörzhausen gerne mal gestellt wird. Der ganz große Druck, noch in dieser Saison den Sprung hoch in die Kreisklasse zu schaffen, ist natürlich nicht da. Aber wenn's am Ende trotzdem klappen würde, hätten Fußballchef Richard Fischer und sein Team definitiv nichts dagegen.

Bloß dafür wäre ein bisschen mehr Konstanz auf gegnerischem Terrain von Nöten. Fünf Niederlagen in acht Partien - so lautet die derzeitige Auswärtsbilanz des SVH, nur zwei Teams der A-Klasse Neuburg verloren bisher noch öfter in der Fremde. Zu Hause hingegen passte bei den Hörzhausenern alles. Wenn sie auf ihrem Gelände in Paarnähe ran durften, wurde von ihnen fleißig gepunktet - völlig egal, wer da auch kam. Oder, um ein bisschen anders auszudrücken: Der SVH ist der einzige Klub der A-Klasse Neuburg, der noch ohne Heimniederlage dasteht. In sieben Matches daheim ergatterte er 19 Zähler, lediglich gegen den SV Baar erlaubte er sich hier einen kleinen Ausrutscher (1:1) - was gleichzeitig auch sein bislang sein einziges Unentschieden in der laufenden Saison war. Gesamtnote: gut

 

FC Türkenelf Schrobenhausen

Vor Yusuf Eroglu kann man nur den Hut ziehen. Der Klubchef lebt förmlich für seinen FCT, organisiert, plant, kickt - und wenn Not am Mann ist, stellt sich der 38-Jährige sogar zwischen die Pfosten. Obwohl er doch überhaupt kein ausgebildeter Torwart ist.

Irgendwann in der laufenden Saison war eben Not am Mann - womit wir schon beim ganz großen Manko der Schrobenhausenern wären: Ihnen fehlt, um sich konstant in der Spitzengruppe aufhalten zu können. ein herausragender Schlussmann. Nun gut, Tekin Halici darf man durchaus als solchen bezeichnen, seine Reflexe sowie sein Spielverständnis sind immer noch mehr als überdurchschnittlich - nur der leidenschaftliche Galatasaray-Fan ist eben auch schon stolze 46 Jahre alt und muss sich nach größeren Belastungen immer wieder mit höllischen Rückenschmerzen herumschlagen.

Wo würde der FCT wohl aktuell stehen, wenn nicht diese Probleme auf der Torwartposition gewesen wären - und es zusätzlich nicht die fast schon traditionelle Durststrecke in der Sommerferienzeit gegeben hätte? So dauerte es diesmal bis zum sechsten Spieltag, ehe die Schrobenhausener ihren ersten Dreier in der laufenden Saison einfuhren. Umso bemerkenswerter ist es nun, dass sie nach 16 Runden bereits 24 Zähler auf dem Konto haben - und nur mehr sechs Punkte Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsplatz aufweisen.

Ist da vielleicht sogar noch der ganz große Wurf drin? Dafür müsste der FC Türkenelf aber auf jeden Fall seine Defensivarbeit verbessern. Bislang schlug es ja schon 36-mal in seinem Kasten ein, er kassierte dadurch die drittmeisten Gegentreffer in der gesamten A-Klasse Neuburg. Und das lag definitiv nicht nur am anfangs erwähnten Torwartproblem. Gesamtnote: befriedigend

 

SV Waidhofen

War der Sommer im Paartal doch schön . . . Jürgen Filps Mannen kickten da noch richtig gut, schossen fleißig Tore - und fuhren Punkt um Punkt ein. Nach sieben Runden waren's bereits 16, die alleinige Tabellenführung gab's als verdienten Lohn hierfür - der Waidhofener Fußballhimmel hing also irgendwie voller Geigen.

Nun gut, der Cheftrainer selbst hob bereits da immer wieder warnend den Zeigefinger, traute dem Ganzen nicht so recht. Filp kennt eben seine Pappenheimer sehr genau. Aber dass der folgende Absturz gleich so radikal ausfallen würde, das hätte wohl selbst der 39-Jährige nicht geglaubt: Nur zwei mickrige Siege in den neun restlichen Matches vor der Winterpause - so die ernüchternde SVW-Bilanz von Mitte September bis Ende November. Auf Wiedersehen, Titelkampf! Hallo, Tristesse im breiten Mittelfeld des Klassements!

Obwohl, ganz hoffnungslos ist die Ausgangsposition für die Paartaler vielleicht doch noch nicht. Ihr derzeitiger Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsrang: nur sechs Zähler. Andererseits ist eine ähnlich phänomenale zweite Saisonhälfte wie 2016/17 (neun Siege, vier Unentschieden, also 31 Punkte) schon jetzt kaum mehr möglich - weil die Waidhofener Fußballer bereits zum aktuellen Zeitpunkt zwei Rückrundenniederlagen auf ihrem Konto haben.

Erstaunlich bei den Paartalern: Sie holten auswärts (13) bislang mehr Zähler als zu Hause (11). Oder, etwas anders ausgedrückt: Ihre Heimbilanz ist massiv ausbaufähig, lediglich drei Siege in acht Partien auf eigenem Terrain sind für ein echtes Spitzenteam viel zu wenig. Gesamtnote: befriedigend