München: Der nächste Dämpfer
Gesprächsbedarf: Nach der dritten Saisonniederlage in Folge muss Coach Jörg Weber (r.) noch intensiver auf seine Spieler (hier Jakob Eiglmeier) einwirken. - Foto: M. Schalk
München

Es ist ja nicht so, als käme die Situation nach dem sechsten Spieltag für Jörg Weber überraschend. "Ich hatte ehrlich gesagt sogar mit einer 2:4-Bilanz nach sechs Partien gerechnet", verrät der Schrobenhausener Coach. Nun gut, den begeisternden Sieg gegen den FC Bayern III hatte er dabei nicht unbedingt eingeplant, eher einen Erfolg gegen Bad Aibling oder in einem der drei Auswärtsspiele. Ganz egal, denn ganz allgemein sei die aktuelle Platzierung weder ungewöhnlich noch extrem beunruhigend. "Uns war allen klar, dass es eine lange und intensive Saison wird, in der es bis zuletzt um den Klassenerhalt geht", sagt Weber nach der Niederlage in München.

Da das 55:73 am Samstag nun allerdings die dritte Pleite in Folge war, droht die Euphorie, die der Saisonstart im Schrobenhausener Basketballumfeld auslöste, trotzdem ein wenig zu kippen. Zwei Heimsiege, einer davon gegen die favorisierten Bayern, machten Lust auf eine tolle Saison, die für die Schrobenhausener im Optimalfall entspannter verlaufen sollte als die vergangene. Dass es so einfach nicht wird, zeigte das Spiel bei München Basket nun ganz deutlich. Gegen den Vorjahreszweiten, der mit vier Niederlagen aus fünf Spielen unerwartet schlecht in die Saison gestartet war, blieben die Green Devils am Ende ohne echte Chance.

Ersatzgeschwächt waren sie in München angetreten, so viel steht fest: Ohne ihren Topscorer Claus-Jürgen Ludwig, der, so Weber, "hinten und vorne fehlte". Dazu mit einem Aufbauspieler und Kapitän Sebastian Ritzer, dem schon nach wenigen Minuten die alte Rückenverletzung zu schaffen machte. Andere Spieler (wie Jakob Eiglmeier oder Uli Steiner) nutzten zwar ihre Chance und lieferten einen Beweis für ihre gute Entwicklung, doch alle zusammen konnten nicht verhindern, dass die Münchner schon nach dem ersten Viertel auf neun (23:14) und zur Halbzeit auf 13 Punkte davonzogen (40:27).

Vor allem das, was die Gastgeber körperlich investierten, machte für Weber den Unterschied aus. "Die Schiedsrichter ließen viele Aktionen laufen und die Münchner nutzten das in der Verteidigung knüppelhart aus", sagt der Coach. "Wir dagegen sind häufig zu zögerlich oder ziehen die falschen Schlüsse aus solchen Situationen." Für Weber ein Beleg dafür, "dass andere Teams eben noch einen Tick mehr investieren und noch etwas professioneller arbeiten" als seine eigene Mannschaft, deren Rückstand sich stets im Bereich zwischen 10 und 15 Punkten hielt. Entscheidend kamen sie nicht mehr heran.

"Auch wenn ich mich wiederhole: Allen Spielern muss bewusst sein, dass man intensive Matches nur durch intensive Arbeit in den Trainingseinheiten abliefern kann", verdeutlicht der Coach nach der dritten Auswärtsniederlage einmal mehr. Um den Abwärtstrend baldmöglichst zu stoppen, möchte er genau an diesem Punkt weiter ansetzen. Der zweite Faktor sei die Psychologie: "Deshalb wurmt mich vor allem die knappe und äußerst unnötige Niederlage beim Tabellenzweiten in Leitershofen vor drei Wochen", sagt Weber. "Hätten wir dort gewonnen, wären wir mit viel Schwung in die nächsten Begegnungen gegangen." So ist das Green-Devils-Team nach einem guten Start auf dem drittletzten Rang und damit erneut im Abstiegskampf der 2. Regionalliga Süd angekommen.

Ob sich diese Entwicklung schon am kommenden Samstag (19.30 Uhr), beim nächsten schweren Auswärtsspiel, aufhalten lässt? Dann treten die Schrobenhausener bei Sportbund München an. "Das wird mit Sicherheit nicht leichter", ahnt Weber, der deshalb auch schon ein bisschen auf das darauf folgende Heimspiel gegen Milbertshofen (25. November) schielt. Dabei können die Green Devils wieder auf die Unterstützung ihres Publikums zählen. "Doch wir sollten nicht immer nur an einen Sieg glauben, wenn uns ein paar Hundert Zuschauer anfeuern", so der Coach. Beim Tabellendritten hat seine Mannschaft am Samstag die Chance, das Gegenteil zu beweisen.

Das in München unterlegene Green-Devils-Team: Juan Pablo Alanis Barrera (7 Punkte), Lukas Bäumel (13), Jakob Eiglmeier (1), Simon Ettenreich (2), Jonas Fiß, Florian Grille (7), Johannes Keil (4), Sebastian Ritzer (3), Timothy Spatschek (11), Uli Steiner (5), Thomas Wenger (2).