Wenige Minuten nach acht Uhr warten die ersten Nachwuchskicker bereits vor der Anlage des FC Ingolstadt an der Geisenfelder Straße und fiebern dem Start entgegen. Bevor es losgeht steht aber noch ein Pflichttermin auf dem Programm. Alle Teilnehmer bekommen einen Rucksack, der mit zwei Paar Stutzen, zwei Hosen, einem T-Shirt, einem Trikot und einem Trainingsanzug gepackt ist. Dafür heißt es geduldig in der Warteschlange stehen. Camp-Trainer Daniel Regnat und Evelyn Seitfeld von der DK-Marketingabteilung verteilen die Rucksäcke und klären währenddessen auch letzte organisatorische Fragen der Eltern.

In Anlehnung an die Nationalmannschaft Kameruns, die für das erste Camp in Ingolstadt einen Trainer stellt, ist die Ausrüstung in grün gehalten. "Das ist ja super. Die Sachen sind echt klasse", meint der kleine Christian und zeigt die Utensilien seiner Mama. Da spielt es auch keine Rolle, dass grün eigentlich nicht seine Lieblingsfarbe ist.

Wenige Meter davon entfernt bereiten die übrigen fünf Trainer im Stadion die Vormittagseinheit vor. Mit dabei ist Ernest Agbor, der als Trainer für den Fußballverband Kameruns tätig ist. "Es gefällt mir sehr gut in Ingolstadt. Das Hauptaugenmerk liegt während des Camps auf der Technik. Ansonsten ist es einfach wichtig, dass die Kinder Spaß haben", erklärt Agbor, der im vergangenen Jahr auch schon mit dem Nationaltrainer Kameruns, Winnie Schäfer, zusammengearbeitet hat. Um kurz nach neun Uhr schlappt der Mann aus Afrika gemächlich über den Platz, um an der kurzen offiziellen Begrüßung durch Marco Schmidt vom Bayerischen Fußballverband (BFV) teilzunehmen. Der 29-jährige Übungsleiter erklärt den Kindern kurz den Ablauf der Woche und gibt einige Tipps zum Training. "Viel trinken und wenn möglich immer eine Kappe aufsetzen", sagt Schmidt und erntet dafür vereinzeltes Kopfnicken von den Eltern. Zum Geburtstag hat der zehnjährige Florian die Campteilnahme geschenkt bekommen. "Das war eine echte Überraschung. Jetzt freue ich mich schon sehr auf die Woche", sagt der Ingolstädter und blickt zu seiner Mama auf. Eingeteilt in fünf Gruppen beginnt das Training um halb zehn. Torschuss, Passen und das richtige Stoppen des Balls stehen auf dem Stundenplan. Immer wieder unterbricht Marco Schmidt das Training für eine kurze Trinkpause. Keine zwei Stunden später ist die erste Übungseinheit vorbei. Das Mittagessen im Vereinsheim steht an. Der Wirt hat Spaghetti mit Bolognese gekocht und damit voll den Geschmack der kleinen Kicker getroffen.

Torhüter-Camp in HitzhofenIn Hitzhofen ist der VfB Stuttgart zu Gast und hat seinen Junioren-Torwarttrainer Wolfgang Krötz geschickt. Der Übungsleiter hat schon Bundesligatorhüter wie Timo Hildebrand und Marc Ziegler unter seiner Obhut gehabt. In zehn Gruppen zu je sechs Jungen versucht Krötz den Nachwuchstorhütern ein paar Aufwärmübungen beizubringen. "Dafür braucht ihr niemanden. Das könnt ihr vor dem Spiel oder Training alleine machen", ruft der erfahrene Trainer in die Menge und lässt macht eine Übung vor, indem er den Ball um seine Hüften kreisen lässt. Der zehnjährige Uli ist jetzt schon begeistert von den Übungen. "Das ist klasse. Und vor allem sind die Trainer auch sehr nett", meint der Juniorentorhüter des FSV Pfaffenhofen und nimmt einen Schluck aus der Wasserflasche. In der kurzen Pause findet Krötz auch Zeit, um seine Philosophie von vernünftigen Training etwas zu erklären. "Richtige Torwartübungen sind erst ab einem Alter von zwölf Jahren sinnvoll. Davor ist es wichtig die Koordination zu schulen. Das kann auch mit Fangspielen geschehen." Von den Bedingungen in Hitzhofen ist der Gast aus Schwaben angetan. "Die Organisation ist prima und der Rahmen passt. Auch die Ausrüstung ist sensationell", sagt Krötz. Den ganzen Vormittag über stehen richtiges Abtauchen und Fangen auf dem Programm. Die jüngeren Teilnehmer machen die gleichen Übungen wie die älteren.

Immer wieder wirft Krötz die Bälle in die Ecken des Tores und feuert seine Schützlinge an. "Der nächste Ball gehört dir", muntert der Trainer, der selbst in der höchsten Amateurliga gespielt hat, den zwölfjährigen Christian auf, als der vergeblich nach einem Ball hechtet. Ob unter den Teilnehmern auch ein großes Talent dabei ist, kann Krötz nicht sagen. "Um das herauszufinden, habe ich noch gar keine Zeit gehabt."

Alle Berichte und Fotos zum Fußball-Juniorcamp sind auch im Internet unter www.donaukurier.de zu finden.