Der Gewinner der Donaumoos Open 2017: Phillipp Regnat vom DRC Ingolstadt setzte sich bei den Herren A durch..
Der Gewinner der Donaumoos Open 2017: Phillipp Regnat vom DRC Ingolstadt setzte sich bei den Herren A durch.
R. Lüger
Karlshuld
Nicht nur, dass die einzelnen Konkurrenzen bei den Donaumoos Open 2017 hervorragend besetzt waren – sondern auch der Zuspruch der Fans war überragend. Am Sonntagnachmittag etwa durfte der SVK über 200 Zuschauer auf der völlig überfüllten Terrasse des Klubheims begrüßen .

 

 

Herren 40

Insgesamt 16 Teilnehmer kämpften hier um Punkte für die Leistungsklassen (LK) und die Deutsche Rangliste. Schon bei der Meldung war zu erkennen, dass diese Spielklasse äußerst stark besetzt war, da Akteure mit der LK 8 nur gerade noch so ins Feld rutschten. Der Topgesetzte, Werner Kraupa (DR 120) vom TC Siebentisch Augsburg, musste dann schon nach seiner zweiten Partie die Koffer packen – da Ulf Henke (LK 7) vom TC Eichenau im dritten Satz (der nur als Match-Tiebreak gespielt wurde) mit 11:9 die Nase vorn hatte. Auch in der unteren Hälfte des Tableaus war für die gesetzten Spieler schnell Schluss, dort zog Torsten Schumann vom SG Herrieden souverän ins Finale ein.

In einem hart umkämpften Endspiel holte sich Schumann dann auch gegen Ulf Henke den ersten Satz (6:2). Danach wurde der Akteur vom TC Eichenau zwar etwas sicherer, aber trotzdem konnte er den Siegeszug des Herriedeners nicht mehr bremsen – und verlor den zweiten Durchgang mit 5:7.

 

Herren 30

Für diese Konkurrenz hatten sich ebenfalls 16 Spieler angemeldet – darunter der Topgesetzte, Rainer Gerhard (DR 115) vom TC Ismaning, mit Leistungsklasse 4. Diese Kategorie war heuer bei den Donaumoos Open dermaßen stark besetzt, dass der Sieger von 2011, Matthias Brall (LK 6) vom SC Eching lediglich an Nummer vier gesetzt werden konnte.

In der unteren Hälfte des Tableaus setzte sich – sehr zur Freude der heimischen Fans – Norbert Florian (LK 10) vom SV Karlshuld als ungesetzter Spieler durch. Er entschied sein Viertelfinale gegen Gerald Reichl (LK 8) vom TC Großberg nach hartem Kampf mit 1:6, 6:1 und 10:8 für sich. Im Halbfinale, am Sonntagvormittag, hatte der Lokalmatador freilich nicht mehr so viel Glück – und unterlag Sascha Exner (LK 7 / TC Haunstetten) im Match-Tiebreak mit 5:10.

In der oberen Hälfte waren die Gesetzten nicht zu besiegen, und so kam es zum Halbfinale zwischen Sebastian Kröger (LK 4) vom TC Pfaffenhofen sowie Rainer Gerhard. Dort war der Sieger aus dem Herren-A-Wettbewerb 2011 für Kröger eine Nummer zu groß und zog relativ ungefährdet ins Endspiel ein (6:3 und 6:2).

Im großen Finale konnte Exner nur den ersten Satz etwas ausgeglichener gestalten – um am Ende doch mit 4:2 und 2:6 das Nachsehen gegen den Topgesetzten zu haben. Somit trug sich Gerhard erneut in die Siegerlisten bei den Donaumoos Open ein – diesmal eben bei den Herren 30.

 

Herren B

In dieser Kategorie spielten 28 Akteuren aus den Leistungsklassen 7 bis 23. Wie auch schon in den Vorjahren, so meldeten sich auch heuer wieder einige Aktive zu spät an – sodass sie entweder komplett abgewiesen werden mussten beziehungsweise zunächst auf eine „Warteliste“ kamen.

Die Setzliste wurde von Martin Höhler (LK 7) aus Schrobenhausen angeführt. Er musste aber schon nach der zweiten Runde seine Koffer packen, da er gegen Michal Netik (LK 12) vom TSV Pöttmes das Nachsehen hatte (6:4, 4:6 und 3:10). Auch sein an zwei gesetzter Mannschaftskamerad vom TC Schrobenhausen, Martin Furtmaier (LK 10), musste gegen den Lokalmatador Markus Wittmann (LK 12) vom SV Karlshuld schnell eine Niederlage hinnehmen (6:4, 4:6 und 4:10). Er war jedoch nicht der Einzige, der an diesem Wochenende gegen Wittmann den Kürzeren zog. Im Halbfinale war freilich auch der Karlshulder mit seinem Tennislatein am Ende, fand gegen Netik nie ins Spiel – und unterlag deutlich mit 1:6 sowie 0:6..

In der unteren Hälfte hieß es im Viertelfinale „Jungstars gegen Etablierte“: Thomas Rauch (LK 10) vom SC Mühlried, der Herren-B-Sieger aus dem Jahr 2008, bekam es mit Moritz Ott (LK 12) vom TC Jetzendorf zu tun – und nach einer kuriosen Partie musste er den zehn Jahre jüngeren Konkurrenten ziehen lassen (6:2, 3:6 und 7:10).

Jörg Maierstein (LK 9) vom SC Mühlried musste gegen den 15-jährigen Paul Brandl (LK12) vom FC Langweid beim Stand von 4:6, 6:4 und 3:0 im Match-Tiebraek verletzungsbedingt aufgeben. Für Brandl war dann im Halbfinale gegen den bärenstarken Ott Schluss (1:6, 4:6).

Auf Platz eins des SVK-Tennisgeländes wurde das Endspiel schließlich zu einem der besten und spannendsten Matches der vergangenen Jahre. Ott dominierte zwar den ersten Satz (6:3) – Netik war davon aber unbeeindruckt und fightete sich zurück in die Partie. Also ging Durchgang zwei mit 6:4 an ihn. Der abschließende Match-Tiebreak war dann Dramatik pur – mit dem glücklicheren Ende für Ott: Mit einem 12:10 aus seiner Sicht beendete der Jetzendorfer das Spiel und darf sich deshalb nun Donaumoos-Open-Sieger 2017 nennen.

 

Herren A

Hier traten heuer erneut 32 Tennisspieler an, um sich den Siegerpokal, die Ranglistenpunkte und das Preisgeld zu sichern. Für ein Turnier dieser Kategorie war das Niveau der Spieler fantastisch: Sage und schreibe 13 Teilnehmer in Karlshuld hatten die LK 1 beziehungsweise Positionen unter den ersten 700 der Deutschen Rangliste vorzuweisen.

Nachdem der Seriensieger der vergangenen Jahre – Benjamin Miedl vom TC Ismaning – diesmal nicht mitwirken konnte, da er mit seiner Mannschaft in der 2. Tennis-Bundesliga zu einem Punktspiel musste, war der Weg heuer frei für einen neuen Namen in den Siegerlisten. Der Topgesetzte, der 17-jährige Lukas Engelhardt (DR 211) vom TC Augsburg Siebentisch, war dann in der ersten Runden nicht sonderlich gefordert und zog relativ locker ins Viertelfinale ein. In der unteren Hälfte hatte Achim Kächele (DR 282) vom schwäbischen TC Metzingen keine Mühe, um unter die ersten Acht vorzudringen.

Am späten Samstagnachmittag gab es eben die Viertelfinalspiele – die diesmal nicht nur Spannung boten, sondern auch wieder einmal zeigten, dass Ranglistenpositionen nicht immer die tatsächliche Leitungsstärke offenbaren. Philipp Knieper (LK 3) von der SpVgg Zolling etwa glänzte nun durch seinen enormen Kampfeswillen und erwies sich als „lebende Ballwand“: Er gab keinen Ball verloren, holte sich somit Punkt um Punkt und dadurch natürlich Sieg um Sieg. Der Lohn für ihn: die Halbfinalteilnahme gegen Joshua Meißauer (DR 533) von TC Thymau-Kellberg. Dieser hatte sich im Viertelfinale einen „Tenniskrimi“ mit Engelhardt geliefert und dort im Match-Tiebreak knapp mit 12:10 die Oberhand behalten.

Philipp Regnat (DR 571) vom DRC Ingolstadt war als ungesetzter Spieler ebenfalls nicht zu stoppen. Kenner der Tennisszene wussten ja, dass er die vergangenen Jahre beim TC Großhesselohe in der 2. Tennis-Bundesliga aufgeschlagen hatte. Somit wurde er in Karlshuld von Beginn an als Geheimfavorit gehandelt. Und bis zum Halbfinale gab Regnat tatsächlich nur zwei Spiele in seinen Begegnungen ab.

Die beiden Vorschlussrundenmatches boten dann ebenfalls Werbung für den Tennissport. Meißauer hielt die Partie gegen Knieper lange Zeit offen, nach verlorenem ersten Satz war aber seine Gegenwehr gebrochen. Sein Kontrahent aus Zolling konnte sich fortan also ein bisschen schonen und musste nicht mehr an seine Leistungsgrenze gehen.

Auch das zweite Halbfinalspiel zwischen Regnat gegen Kächele war ein sehenswertes. Nachdem der erste Satz schnell mit 6:0 an den Ingolstädter gegangen war, gestaltete Kächele den zweiten zumindest etwas vorteilhafter. Trotzdem unterlag er mit 4:6.

Im großen Endspiel, vor der Rekordkulisse von mehr als 200 Zuschauern, dominierte Regnat schließlich nach Belieben. Er überzeugte durch druckvolles Tennis und holte sich Punkt um Punkt. Knieper hatte dem nichts entgegenzusetzen und unterlag mit 2:6 sowie 1:6. Trotzdem wirkte der Zollinger überglücklich, dass er bei einem so gut besetzten Turnier überhaupt ins Endspiel gekommen war, und war mit dem gesamten Wochenende deshalb rundum zufrieden. Alle Fans von Regnat hoffen nun dagegen, dass sich der Ingolstädter auch in den nächsten Jahren wieder in Karlshuld sehen lässt. Sie waren schlichtweg beeindruckt von seinen Auftritten bei den Donaumoos Open 2017.

„Zum Abschluss noch ein herzlicher Dank an alle Spieler, Sponsoren, Helfer, Tennisfans, Zuschauer und eben alle, die dazu beigetragen haben, dass dieses Traditionsturnier heuer erneut etwas ganz Besonderes wurde“, so Wolfgang Prummer abschließend. Ja, der Cheforganisator war mit der mittlerweile 31. Auflage der Donaumoos Open mehr als zufrieden: „Das war wieder einmal Tennisbegeisterung pur.“