Dietfurt: "Nur noch elf Spieler stehen zur Verfügung"
Auch Andreas Weigl (links) steht dem TSV Dietfurt an diesem Wochenende nicht zur Verfügung. Gegen die DJK Arnschwang fällt beinahe die gesamte Offensive aus. - Foto: Bachhuber
Dietfurt

Herr Scheuerer, nach neun Spieltagen steht der TSV Dietfurt auf dem achten Platz. Sind Sie damit zufrieden?

Christian Scheuerer: Damit können wir nur teilweise zufrieden sein. Sollte der aktuelle Punkteschnitt gehalten werden, könnte zum Saisonende ein respektabler Mittelfeldplatz in der starken Liga herausspringen. Allerdings haben im bisherigen Saisonverlauf zu oft Licht und Schatten unser Spiel geprägt, sodass die fehlende Kontinuität doch zu bemängeln ist. Es wäre noch wesentlich mehr drin gewesen, als die bisher erreichten 13 Punkte.

 

Gegen den Abstiegskandidaten SV Sarching (0:3) tat sich Ihre Elf schwer in der Spielgestaltung. Woran lag das?

Scheuerer: Die Niederlage war völlig verdient. Wir haben es nicht geschafft, eine geschlossene Mannschaftsleistung abzuliefern. In vielen Situationen haben sich in der Defensive und in der Offensive im sauberen Passspiel enorme Abstimmungsschwierigkeiten gezeigt. Fast in jedem Spiel mussten aus verletzungsbedingten oder privaten Gründen ein oder mehrere Spieler ersetzt werden, wodurch die Abstimmung leidet. Leider kam gegen Sarching noch hinzu, dass einige Spieler weit unter ihrer Leistungsgrenze agiert haben.

Wie kann man das abstellen?

Scheuerer: Zunächst einmal muss man sagen, dass wir diese und letzte Saison schon sehr wohl viele Spiele gezeigt haben, in denen wir spielerisch auf Augenhöhe waren. Es ist allerdings richtig, dass die Spieleröffnung eine unserer Baustellen ist. Der Kader ist mit 16 Spielern aktuell recht überschaubar. Hierzu fehlen während der Woche Schichtarbeiter, Studenten oder beruflich auswärtig Tätige, die nur am Wochenende zu Hause sind, sodass mit nur sieben bis acht Spielern regelmäßig trainiert werden kann. Sind von diesen auch mal einige verletzt, ist ein anständiges Training kaum mehr möglich.

 

Mit Kontern kommen Ihre Schützlinge häufig zum Erfolg. Wird hier der TSV Dietfurt nicht leicht berechenbar?

Scheuerer: Wie erwähnt beruht unser Spiele nicht nur auf Konterangriffen. Jede Mannschaft hat jedoch Stärken und unsere liegen definitiv im Umschaltspiel, wodurch die Schnelligkeit unserer Stürmer eher zum Tragen kommt. Ich denke jedoch nicht, dass wir dadurch leicht berechenbar sind.

 

Der Saisonverlauf der DJK Arnschwang verlief ähnlich wie von Dietfurt. Worauf wird es am Sonntag ankommen?

Scheuerer: Arnschwang wird eine sehr schwierige Aufgabe, da mit der hohen Anzahl an Verletzten aktuell nur noch elf Spieler zur Verfügung stehen. Es fällt leider die komplette Offensive aus, sodass wir auch nicht auf unsere schnellen Stürmer setzen können. In welcher Formation und mit welcher Taktik wir spielen können, wird sich erst kurzfristig rausstellen.

 

Mit fünf Punkten Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsrang hat sich Ihr Team ein kleines Polster erarbeitet. Ist der eine oder andere Spieler dadurch zu selbstzufrieden?

Scheuerer: Ich denke nicht, dass die Spieler mit dem aktuellen Tabellenplatz zufrieden sind. Als Fußballer will man jedes Spiel gewinnen und die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass ein kleines Polster doch recht schnell weg sein kann. Dies wissen auch meine Spieler und daher bin ich mir sicher, dass jeder im Team versuchen wird, so schnell wie möglich die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einzufahren. Hierzu müssen wir jedoch in jedem Spiel an unsere Leistungsgrenze gehen. Gelingt uns dies, werden wir gegen jede Mannschaft in der Liga ein extrem unangenehmer Gegner sein. Gelingt uns dies allerdings nicht, so kommen Spiele wie letztes Wochenende zustande, in denen wir völlig verdient gegen einen schlagbaren Gegner verlieren.

 

Welche Spieler sind momentan verletzt und wie lange noch?

Scheuerer: Neben den Langzeitverletzten Kapitän Schweiger Tobias (Kreuzbandriss, Anm.d.Red.) und Florian Schels haben sich am vergangenen Wochenende Daniel Schneeberger, Andreas Weigl, Andreas Schneider und Matthias Ferstl verletzt. Alle vier werden am Wochenende nicht zur Verfügung stehen. Während Schneeberger aufgrund einer Schulterverletzung sicher mehrere Wochen ausfallen wird, hoffen wir, dass bei Andreas Weigl (Prellung des Fußgelenks, Anm.d.Red.), Andreas Schneider und Matthias Ferstl (Kniebeschwerden, Anm.d.Red.) die Verletzungen sich nicht allzu lang hinauszögern. Des Weiteren sind mit Jonas Weigl und Robert Fleischmann zwei Spieler angeschlagen. Sie können aber vermutlich am Wochenende für eine gewisse Dauer im Spiel mit eingreifen.

 

Die Fragen stellte Gerhard Fanderl.