Der Junut hat sich zu einem festen Bestandteil der Ultralaufszene entwickelt und dabei ohne Übertreibung schon Kultstatus erreicht. Die Zahl der "Verrückten", die sich dieser für den normalen Sportler meist unglaublichen Herausforderung stellen wollen, hat sich auch bei der sechsten Austragung nochmals erhöht. Besonders erfreulich ist, dass auch immer mehr Teilnehmer aus der Region antreten.

So sind in diesem Jahr aktuell 134 Gemeldete aus acht Nationen auf der Teilnehmerliste. Auch wenn erfahrungsgemäß noch einige in der Regel verletzungsbedingte Absagen zu erwarten sind, werden damit so viele Läufer wie noch nie an der Startlinie in Dietfurt stehen. Sie haben dann etwas mehr als zwei Tage (maximal 54 Stunden) Zeit, den kompletten Jurasteig mit einer Länge von 239 Kilometern und einem Höhenunterschied von kumuliert 7500 Metern zu bewältigen. Dazu muss man wissen: Normalerweise wird der Jurasteig in zwölf Tagesetappen erwandert.

2016 gab es bei den Männern wie im Vorjahr einen Doppelsieg. Georg Kunzfeld und Tobias Krumm erreichten nach 35:12 Stunden gemeinsam die Ziellinie. Als schnellste Frau kam Nicole Kresse nach 40:55 Stunden ins Ziel. Die erreichte Teilnehmerzahl erfordert eine ausgeklügelte Logistik durch das Organisations-Team um Margot und Gerhard Börner aus dem mittelfränkischen Schwabach. Die Läufer werden entlang der Strecke an zwölf Versorgungspunkten betreut. Diese Aufgabe übernehmen viele freiwillige Helfer aus der Familie und dem Umfeld der Organisatoren, aber auch der Teilnehmer. Sie können dabei auf die Unterstützung vieler örtlicher Vereine und Feuerwehren, von Gastronomen und von Kommunen am Weg zählen.

Der Start- und Zielort Dietfurt unterstützt die Sportler und Organisatoren in vielfältiger Weise. In Riedenburg und Kelheim stellen die Stadtverwaltungen Räumlichkeiten für die dortigen Versorgungsstellen zur Verfügung. Die Feuerwehr in Matting empfängt die Sportler in ihrem Feuerwehrhaus, bewirtet sie dort in der Nacht von Freitag, 7., auf Samstag, 8. April, und bringt sie anschließend mit einem Rettungsboot über die Donau. Als nächste Station erreichen die Läufer das Naturfreundehaus Alpiner Steig in Schönhofen, bevor es in die Klosterwirtschaft nach Pielenhofen weitergeht. Für die Helfer hier bedeutet das eine Nachtschicht. Diese Versorgungspunkte sind während der ganzen Nacht von Freitag auf Samstag besetzt.

Danach geht es weiter zur Feuerwehr in Dallackenried, die am Samstag ab 3.15 Uhr helfend bereitsteht. Im Sportheim des SV Schmidmühlen haben die Teilnehmer dann etwa 138,5 Kilometer in den Beinen.

Die Familie des Vorsitzenden Peter Fochtner kümmert sich beim SV Schmidmühlen schon zum sechsten Mal aufopfernd und liebevoll um die Läufer. Bereits ab 6 Uhr gibt es am Samstag warme Mahlzeiten, Dusch- und Umkleidemöglichkeiten und sogar Massagen. Wer einen ausreichenden Zeitpuffer herausgelaufen hat, kann in Schmidmühlen auch kurz schlafen.

Spätestens samstags um 16 Uhr muss Schmidmühlen aber wieder verlassen sein, sonst droht die Disqualifizierung. Im Sportheim des TuS Hohenburg befindet sich der nächste Versorgungspunkt. Wolfgang Preibisch kümmert sich dort um die Teilnehmer. Sein Kartoffelbrei hat in den vergangenen Jahren schon den einen oder anderen Läufer "wiederbelebt".

In Kastl ist die neunte Versorgungsstelle. Dort werden die Teilnehmer im Hotel Forsthof betreut. Hier gibt es dann auch eine "Kurzdistanz-Wertung". Die Ultraläufer können entscheiden, ob sie hier, bei dann erreichten 170 Kilometern, den Lauf beenden. Wenn das keine Option ist, führt der Weg zehn Kilometer weiter auf den Habsberg zum dortigen Diözesanjugendhaus. Danach kommt der von vielen gefürchtete Abschnitt nach Deining. In der zweiten Nacht ohne Schlaf geht es weitere 22 Kilometer zum Sportheim des 1. FC Deining.

Die bewährte Mannschaft um den Jugendleiter Franz Xaver Meier steht von Samstag, 17.30, bis Sonntag, 8 Uhr, für die Sportler bereit. Auch in Deining gibt es wieder eine warme Mahlzeit sowie Dusch- und Umkleidemöglichkeiten.

Mehr als 202 Kilometer liegen in Deining hinter den Läufern; ein lockerer Halbmarathon bringt sie anschließend nach Holnstein in die "Felsenschänke" der Regens-Wagner-Einrichtung mit der letzten Versorgungsstelle. Danach sind es noch schlappe 15,6 Kilometern bis zum Ziel in Dietfurt.

Wer dort ankommt, hat mehr als fünfeinhalb Marathons am Stück hinter sich, hat 7500 Höhenmeter bergauf und bergab, auf schmalen Pfaden, über Stock und Stein, bei Tag und bei Nacht, bewältigt. Hat gelitten und geflucht, Freude, Kameradschaft und Schmerzen erlebt und einen Sieg über die eigenen Schwächen errungen. Hat eine fantastische Landschaft, begeisterte Helfer und Unterstützer kennengelernt und allen Grund, stolz zu sein.

Aber auch diejenigen, die nicht die volle Distanz bewältigen konnten, nehmen den Geist des Junut, der Region und ihrer Menschen in ihren Erinnerungen mit nach Hause. Und die meisten kommen wieder, denn für Ultraläufer hat ein Zieleinlauf beim Junut einen ganz besonderen Stellenwert. Weitere Informationen gibt es auf der Website www.junut.de. Während des Laufs können die Teilnehmer auch via satellitengestütztem Life-Tracking online verfolgt werden. Ein entsprechender Link kann dann auf www.junut.de aufgerufen werden.