1,5 Millionen Euro mehr werden benötigt, die Einnahmen sollen aus drei Bereichen kommen. Das erste Drittel der Summe will der BFV selbst organisieren, das zweite sollen die angehenden Trainer für ihre Ausbildung zahlen und die dritte halbe Million sollen die Klubs mit einer Beteiligung von zehn Euro monatlich zahlen. So lautet der Plan, der im Mai beim Verbandstag abgesegnet werden soll und wohl auch wird.

Nicht nur im Profibereich, sondern auch bei den Amateuren wird Deutschlands Sportart Nummer eins immer professioneller. Internet, soziale Medien und bewegte Bilder haben bis runter in die untersten Ligen Einzug gehalten. Dazu und für andere Projekte, um als BFV zukunftsfähig zu bleiben, benötigt der Verband Geld, dass er aus mehreren Kanälen generieren will.

Am 4. und 5. Mai findet in Bad Gögging der ordentliche BFV-Verbandstag statt. Dann müssen die Mitglieder diese finanzielle Offensive absegnen. Die Zusammensetzung des Verbandstags geschieht nach einem komplizierten Modus. Der BFV betont jedoch, dass laut seiner Satzung sichergestellt ist, dass die Vereinsvertreter auf dem Verbandstag stets die Mehrheit der Delegierten stellen.

Präsident Rainer Koch befindet sich seit Wochen auf Werbetour, besucht alle Kreistage in Bayern und lässt sich auch bei den Wintertagungen der Verbandsligen sehen. Koch trug vor, welche Investitionen anstehen, die der BFV nicht aus den laufenden Einnahmen bestreiten kann. Die Baumaßnahmen am Haus des Fußballs in der Brienner Straße in München belaufen sich auf 600 000 Euro. Sanierungsmaßnahmen in der Sportschule in Oberhaching schlagen mit 300 000 Euro zu buche. 250 000 Euro sind für den Bereich IT und Online eingeplant. Hinzu kommen Lohnanpassungen in Höhe von 100 000 Euro und inflationsbedingte Anpassungen in einer Höhe von 250 000 Euro. Zusammen ergeben das 1,5 Millionen Euro.

500 000 Euro sollen die rund 4600 bayerischen Amateurvereine berappen. Ein Monatsbeitrag von zehn Euro, 120 Euro pro Jahr, ist geplant und zwar egal, in welcher Liga der Klub spielt, also von der Regionalliga bis zur C-Klasse. Eine weitere halbe Million Euro soll über Gebührenanpassungen für die Ausbildung von Trainern eingenommen werden, die ja mit ihrer Lizenz dann selbst Geld verdienen können. Die dritte halbe Million will der BFV über seine eigenen Kanäle generieren.

Was den Bereich IT und Online sowie soziale Medien angeht, hat BFV-Präsident Koch einen Leitspruch: "Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit." Koch warnt, dass der Fußball auf Dauer seine Stellung in der Gesellschaft nicht halten könne, wenn nicht zukunftsorientiert in neue Medien investiert werde: "Wir können nicht erwarten, dass im Amateur-Fußball, wie wir ihn betreiben, auf Dauer weiter so gearbeitet werden kann." Und noch eines sagte Koch ganz deutlich: "Wir müssen den Amateur-Fußball so organisieren, dass er zeitgemäß ist. Sonst wird er auf Dauer keine zentrale Rolle mehr spielen. Denn wir können nicht erwarten, dass die Zuschauerzahlen im Amateurbereich steigen werden."

Also müsse in neue Medien investiert werden und daher appelliert der Verbandsboss an die Vereine, mitzuziehen. Er beschwört geradezu den Zusammenhalt: "Das Verhältnis zwischen Vereinen und Verband ist nicht belastet." Kritik an überzogenen finanziellen Forderungen der Dach-Organisation gegenüber seinen Klubs sei laut Koch nicht angebracht. Vielmehr müsse man den Freizeit-Fußball zukunftsfähig machen. "Wir zocken die Vereine nicht ab", so Koch weiter. Vielmehr habe er interessierte Vereinsvertreter mit ins Boot geholt, die den Vorschlag der Finanzierung, über den im Mai beim Verbandstag im niederbayerischen Bad Gögging abgestimmt wird, mit entworfen haben.