Bemüht, aber glücklos: Faik Tosun (links) - hier im Duell mit Schwabings Yasin Keskin - und der TSV Jetzendorf mussten sich gestern Nachmittag mit 0:2 geschlagen geben.
Bemüht, aber glücklos: Faik Tosun (links) - hier im Duell mit Schwabings Yasin Keskin - und der TSV Jetzendorf mussten sich gestern Nachmittag mit 0:2 geschlagen geben.
Reichelt
Jetzendorf

Trainer Tarik Sarisakal hatte die ganze Mannschaft um sich geschart, die mit hängenden Köpfen seinen Worten lauschte. Ungewöhnlich lange redete Sarisakal auf sein Team ein. „Natürlich hängen die Köpfe jetzt. Ich habe den Spielern aber gesagt, dass wir trotzdem darauf aufbauen können“, erzählte er später. Wie so oft hatte sich der TSV durch einen individuellen Fehler selbst bestraft und war so ins Hintertreffen geraten.

Die erste Hiobsbotschaft gab es für den TSV dabei schon vor dem Spiel: Stürmer Dominic Reisner konnte nicht auflaufen, lag mit Fieber im Bett. Spontan konnte David Vohberger einspringen, der seine Karriere eigentlich schon beendet hatte. Trotz der vielen Ausfällte gelang es den Jetzendorfern, den spielstarken Schwabingern in der ersten Halbzeit die Lust am Fußball zu nehmen. Zwar überließen sie den Gästen das Mittelfeld, doch fanden die Schwabinger kaum Räume und mussten es immer wieder mit weiten Diagonalbällen versuchen. Jetzendorf verteidigte clever, hatte aber nach fünf Minuten Glück, als Josef Moosholzer allein vor TSV-Keeper Stephan Kunert verzog. In der Folge dominierte Schwabing zwar das Spielgeschehen, doch Jetzendorf erstickte alle Offensivbemühungen im Keim. Bezeichnend war eine Szene in der 36. Minute, als Verteidiger Christos Papadopoulos einen möglichen Angriff der Gäste über Julian Kothe mit einer starken Grätsche abwehrte – für diese Szene gab es Sonderapplaus. Auf der Gegenseite war Papadopoulos nach einem Freistoß in guter Position, rutschte aber aus und konnte so den Ball nicht auf das Tor bringen. Dennoch gingen die beiden Teams mit einem torlosen Remis in die Kabine: „Das war unser Plan. Wir wollten so lange wie möglich, das 0:0 halten“, betonte Jetzendorfs Coach Sarisakal nach dem Spiel.

Allerdings hielt das Ergebnis in der zweiten Halbzeit nicht mehr lange: Timo Schaffhauser nutzte einen kapitalen Fehler der TSV-Defensive, umkurvte nach einem Fehlpass im Aufbauspiel Keeper Kunert und schoss zum 0:1 ein (48.). Jetzendorf brauchte einige Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen. Vohberger (58.) und Benedict Geuenich (65.) kamen vor dem Tor jeweils wenige Zentimeter zu spät.Auf der Gegenseite vergaben Khareem Zelmat (75.) und Kothe (78.) die Vorentscheidung. So blieb es spannend, auch weil Jetzendorf – angeführt von Kapitän Alexander Schäffler – nicht aufsteckte. Doch als Arvid Bertermann drei Minuten vor dem Ende einen Konter vollendete, war die Niederlage besiegelt.

Sarisakal rang anschließend mit den Worten, um das Spiel und die aktuelle Lage einzuschätzen: „Es ist eine Situation, die für uns ungewohnt ist, aber die wir jetzt annehmen müssen. Wir sind im Abstiegskampf angekommen.“

 

TSV Jetzendorf: Kunert, Öttl, Hamann, Papadopoulos, F. Ertl, Radlmeier, Geuenich, Tosun (69. Ottilinger), Schäffler, B. Ertl, Vohberger. – Tore: 0:1 Schaffhauser (48.), 0:2 Bertermann (87.)). – Schiedsrichter: Jonathan Habicht. – Zuschauer: 175.