Gestoppt: Ole Alsen (beim Wurf) und der TSV Wolnzach mussten gegen Nördlingen um Robin Seeberger (beim Blockversuch) eine deutliche Niederlage zum Saisonabschluss hinnehmen.
Gestoppt: Ole Alsen (beim Wurf) und der TSV Wolnzach mussten gegen Nördlingen um Robin Seeberger (beim Blockversuch) eine deutliche Niederlage zum Saisonabschluss hinnehmen.
Foto: Urban
Nördlingen
Nach einem klassischen Fehlstart unterlagen die Regionalliga-Basketballer mit 62:83 und schließen ihre Saison im Vierervergleich auf dem achten Platz und mit dem sicheren Klassenerhalt ab.

Die Plätze fünf bis acht wurden am letzten Spieltag durch einen Vierervergleich mit Neustadt, Litzendorf, Nördlingen und Wolnzach (alle 10:12 Siege) entschieden, bei dem die Wolnzacher am schlechtesten abschnitten. Des Resultat ist das gleiche: Der sichere Klassenerhalt in der ersten Regionalligasaison, da von den insgesamt 24 Teams aus den zwei Divisionen der 2. Regionalliga Südost zehn Teams schlechter als die Haller-tauer Korbjäger waren. Fünf davon werden wahrscheinlich absteigen. Meister wurde im Süden der TuS Bad Aibling (18:4) und im Norden der TV Goldbach (19:3).

Die Vorzeichen für das Spiel in Nördlingen waren nicht die besten. Nördlingen trat mit seinen drei ausländischen Profis in Bestbesetzung an, die Neuzugänge Georgi Krastev und Garny Garcia hatten das Team seit der Winterpause deutlich verstärkt. Wolnzach hatte im Gegenzug nur acht Stammspieler zur Verfügung, darunter zwei angeschlagene Akteure. Aus der Zweiten Mannschaft half spontan Sascha Steinbach aus, der wie schon ein paar andere Spieler der Zweiten Mannschaft diese Saison ohne ein einziges Training mit dem Team ins kalte Wasser geworfen werden musste. Mit 24 Spielern haben die Wolnzacher diese Saison die meisten Spieler in der Liga eingesetzt - einerseits ein Hinweis auf die Anzahl der zu verkraftenden Ausfälle, andererseits eine Beweis dafür, wie gut die Anbindung an die Zweite Mannschaft, die am Sonntag den lang ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga schaffte, war. Für Steinbach - ein Wolnzacher Basketball Urgestein - war es persönlich ein Höhepunkt, nach zahlreichen Verletzungen noch einmal ein Spiel auf solchem Niveau zu bestreiten. "Insgesamt habe ich mich erstaunlich gut zurecht gefunden und bin gut vom Team integriert worden", freute sich Steinbach trotz der Niederlage. Als Trainer der Zweiten Mannschaft möchte er aus dem Spiel mitnehmen, dass vieles unabhängig vom Niveau auf den Zusammenhalt und Kampfgeist des Teams ankommt.

Letzteres bewiesen die Wolnzacher in der zweiten Halbzeit (34:35), obwohl die erste Halbzeit mit 28:48 ordentlich daneben ging. Bis zum 12:11 (5.) schien noch alles im grünen Bereich. Vielleicht gab es hier und da mal eine ausgelassene Chance und zu viele Punkte von Robin Seeberger (12 Punkte), der gleich sechs Zähler in den ersten Minuten einstreute. Aber auf die kommende Leistungsexplosion der Nördlinger wies ansonsten nur wenig hin. John Cratit (27 Punkte) verwandelte während eines 16:1-Laufes drei Dreier, Krastev (23 Punkte) steuerte fünf Zähler bei. Ganze sieben Dreier fielen für die Hausherren im ersten Viertel (19:33) durch die Reuse. Cratit und Krastev bekamen die Wolnzacher auf der Shooting-Guard-Position nie wirklich in den Griff. Hier machten sich die Ausfälle innerhalb der eigenen Shooting-Guard-Riege bestehend aus Leonhard Biersack, Filip Schinhammer und David Eichmüller besonders bemerkbar.

Der Schock hielt im zweiten Viertel (9:15) weiter an, wo sich die Wolnzacher Defensive zwar nach einem 13:3-Lauf durch Krastev, Seeberger und Cratit zum 24:46 (16.) stabilisierte, aber die Offensive fast komplett einschlief. Zur Halbzeit mussten die Gäste aus der Hallertau einem satten 20-Punkte-Rückstand ins Gesicht blicken.

Der Plan für die zweite Halbzeit war, über eine stabile Defensive ins Spiel zu kommen, während im Angriff der Weg zum Korb gesucht werden sollte. Daraus sollten vor allem Freiwürfe und freie Distanzwürfe entstehen. Nach einem kleinen Aufflackern durch einen Dreier von Peter Maischak und Freiwürfe von Alexander Hoffmeister hagelte es jedoch einen 12:2-Lauf durch die Nördlinger. Verlegte Korbleger (27 Prozent Trefferquote aus dem Zweipunktbereich), nicht zugesprochene Freiwürfe und eine zu schwankende Entscheidungsfindung waren weiterhin Sand im Wolnzacher Getriebe.

Trotz großen Frusts gaben die Wolnzacher natürlich nicht auf, mit 49:70 ging es den letzten Abschnitt, den die Wolnzacher mit 17:13 noch für sich entscheiden konnten. Die Spielanlage stimmte grundsätzlich, es gab insgesamt mehr Vorlagen (16) als Ballverluste (15) im Wolnzacher Spiel. Valerian Zenk und Ole Alsen streuten drei beziehungsweise fünf Zähler ein, Johannes Wießnet attackierte weiterhin den Korb, Maischak legte am Ende noch mal einen Dreier nach.

Als Fazit attestierte Steinbach Nördlingen von Anfang an mehr Wachheit: "Für gelungene Aktionen konnten wir uns nicht belohnen, sodass die Niederlage noch mal deutlicher ausfiel. Kleine Fehler und Nachlässigkeiten werden auf diesem Niveau sofort bestraft. Man wird seine Lehren aus diesem Jahr ziehen und gestärkt im Herbst in die zweite Regionalliga-Saison gehen. " Hoffmeister sah den Schlüssel für die Niederlage darin, dass sein Team nicht in die Duelle kam und hauptsächlich zu schlecht als Team verteidigte. "Dazu sind sie im ersten Viertel vom Dreier heiß gelaufen. Unsere eigenen Würfe sind nicht gefallen, weswegen wir das Momentum nicht auf unsere Seite holen konnten", so Hoffmeister. Zum Glück habe sein Team den Klassenerhalt geschafft, das sei vor der Saison ja das Ziel gewesen. "Für mich persönlich war es keine gute Saison, es war mental sehr anstrengend und kräftezehrend. Ich bin froh, dass es jetzt erst mal einen Break gibt. " Danach geht es in die zweite Regionalliga-Saison - wenn es nach den Wolnzachern geht natürlich in der logistisch wesentlich weniger aufwendigen Süd-Staffel und mit weniger Ausfällen.

TSV Wolnzach: Steinbach (3), Kappelmeier, Zenk (13), Hoffmeister (11), Degner, Alsen (11), Wießnet (9), Maischak (11), Fuchs (4).

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