Pfaffenhofen: Wolfgang Meinolf mit persönlicher Bestzeit
Beeindruckende Kulisse: Wolfgang Meinolf vom RSV Hallertau war beim Mauerweglauf Berlin gegen das Vergessen dabei und lief am Brandenburger Tor ins Ziel. - Foto: Meinolf
Pfaffenhofen

Als Ultralauf bezeichnet man alle Distanzen, die über die eines Marathons hinausgehen. Jetzt nahm er zum zweiten Mal am Berliner Mauerweglauf über die Distanz von eben 161 Kilometern teil.

Der Mauerweglauf hat einen engen Bezug zur jüngeren deutschen Geschichte, da entlang der früheren innerdeutschen Grenze 100 Meilen rund um das westliche Berlin gelaufen wird. Damit setzt der Lauf der Erinnerung an den Mauerbau und die Opfer an der Grenze zwischen 1961 und 1989 ein sportliches Zeichen. Stellvertretend für alle Opfer wird der Lauf in jedem Jahr einem der Opfer gewidmet. In diesem Jahr, 55 Jahre nach dem Mauerbau, war es Karl-Heinz Kube, der bei einem Fluchtversuch 1966 erschossen wurde.

Die Teilnahme an einer solchen sportlichen Herausforderung muss natürlich gut vorbereitet werden. "Laufen macht mir Spaß, so sind Wochenumfänge von 60 bis 70 Kilometern im Training kein Problem für mich", sagt Meinolf. Bereits im Januar nahm er am 50-Kilometer-Ultramarathon des RLT Rodgau teil, im Juni bewältigte er dann bei der 6. Ulmer Laufnacht die anspruchsvolle 100-Kilometer-Strecke mit etwa 800 Höhenmetern. "Die Teilnahme beim Mauerweglauf war auf jeden Fall der sportliche und emotionale Höhepunkt in diesem Jahr", so Meinolf, der zusammen mit 276 weiteren Teilnehmern im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark startete.

Auch die nicht ganz optimalen Bedingungen mit Temperaturen um 26 Grad führten dazu, dass nur 247 Läufer im Ziel ankamen. Nach 23 Stunden, 17 Minuten und 45 Sekunden konnte Wolfgang Meinolf eine persönliche Bestzeit verbuchen. Er erreichte damit einen starken 73. Gesamtplatz bei den Männern und belegte Rang vier in seiner Altersklasse M 60.