Wieder angreifen: Felix Wiemers (rechts) und die Handballer des MTV Pfaffenhofen wollen sich nach dem Abstieg in die Bezirksliga wieder stabilisieren.
Wieder angreifen: Felix Wiemers (rechts) und die Handballer des MTV Pfaffenhofen wollen sich nach dem Abstieg in die Bezirksliga wieder stabilisieren.
Stolle
Pfaffenhofen
  • MTV Pfaffenhofen, Bezirksliga Männer: Die vergangene Saison verlief turbulent und der Abstieg war bitter, weil vor allem vermeidbar. Lange hatten die Pfaffenhofener eine entspannte Distanz zu den Abstiegsplätzen, in der Schlussphase der Saison mitsamt Trainerwechsel von Anton Vesely zu Christian Haslauer ging aber die Luft aus. Nicht zuletzt auch, weil es im männlichen Seniorenbereich durchaus strukturelle Probleme gab. Deswegen lautet die Devise für die noch immer junge Mannschaft: Grundlagen schaffen, für eine erfolgreiche Zukunft. „Der Aufstieg ist keine Pflicht“, sagt Haslauer. „Wir starten bei null, spätestens übernächstes Jahr wollen wir in die Bezirksoberliga aufsteigen.“

Das Ziel sei es, einen schönen Handball zu spielen, der wieder mehr Zuschauer zu den Heimspielen lockt. Trotz des verhaltenen Saisonziels ist die Mannschaft hoch motiviert. Ein Trainingslager wurde durchgezogen, im Testspiel gegen die BOL-Mannschaft HG Ingolstadt spielte Pfaffenhofen unentschieden. „Wir haben viel Fitness und Kondition gebolzt“, betont Haslauer und erklärt die taktische Grundidee: „Spielerisch wollen wir über eine starke Abwehr kommen.“ Die Mannschaft wird vor allem in der 3:2:1-Abwehr agieren, um bei den Gegnern Ballverluste zu provozieren. Egal ob Ballgewinn oder Gegentor – danach soll es über die Schnelle Mitte oder über das Tempogegenstoßspiel zügig Richtung gegnerisches Tor gehen. Im Angriffsaufbau selbst wird der MTV mit zwei bis drei Basisspielzügen agieren.

Die Spieler dürfen sich also auf eine laufintensive Spielweise einstellen, verstärkt wurde die Mannschaft durch drei Neuzugänge: Michael Wagner kommt aus der Reserve, Claudius Miller war früher bereits für den MTV aktiv und Christoph Schneider wechselt vom Landesligisten MTV Ingolstadt an die Ilm. Mit Lukas Zach (Studium), Lukas Alber (Altenerding), Marcel Bulla und Markus Müller verliert die Mannschaft allerdings auch vier Spieler – entscheidender Faktor könnte aber der Verbleib von Lukas Loibl sein.

Die Mannschaft zog in der Vorbereitung gut mit, auch beim Trainer ist die Vorfreude auf die Saison groß. „Es war schon eine Umstellung in der Denkweise von Spieler auf Trainer“, stellt Haslauer vor seinem ersten Saisonstart als Cheftrainer fest. „Ich freue mich, dass es bald losgeht, und möchte als Trainer eine Linie reinbringen, die auf einer starken Abwehr basiert.“ Ziel sei es, Begeisterung zu entfachen, sodass sich die Spieler gegenseitig motivieren. Sollte das Gelingen, dürfte die Mannschaft auch wegen des spielerischen Potenzials zu den Topmannschaften der Bezirksliga gehören.

Zum Saisonauftakt geht es für die Pfaffenhofener am Sonntag zum Auswärtsspiel gegen die HSG Freising-Neufahrn. Verzichten muss MTV-Trainer Haslauer auf Lukas Loibl (Bänder), Florian Mandl, Michael Wagner, Christoph Schneider und Claudius Miller sind angeschlagen. Sorgen macht sich der Trainer aber keine: „Wir haben das auch beim Vorbereitungsturnier mit wenigen Spielern gut hinbekommen.“ Spielerisch soll die Mannschaft in der 3:2:1-Abwehr agieren und das Tempospiel nach Ballgewinnen forcieren. „Im Angriff wollen wir unsere Spielzüge und auch mal mit zwei Kreisläufern spielen.“ Das Ziel sei ein deutlicher Sieg gegen den Aufsteiger aus der Bezirksklasse.

 

  • Bezirksoberliga Frauen, MTV Pfaffenhofen: Sie werden sich gegen die Favoritenrolle nicht wehren können. Nach dem Aufstieg des ASV Dachau II stieg keine Mannschaft aus der Landesliga in die Bezirksoberliga Altbayern ab, Vizemeister Pfaffenhofen ist auf dem Papier Aufstiegsfavorit Nummer 1. „Wir würden uns gegen den ersten Platz natürlich nicht wehren“, sagt MTV-Trainer Frank Kallenberg. „Wir haben aber keinen Druck, aufsteigen zu müssen. Das Ziel ist Platz eins bis drei.“ Seit Jahren werde seine Mannschaft schon als Favorit gehandelt, diese Saison wird Pfaffenhofen der Gejagte sein.
Die Gejagten: Laura Thalhammer (rechts) und die Handballerinnen des MTV Pfaffenhofen gelten als Liga-Favoriten.
Die Gejagten: Laura Thalhammer (rechts) und die Handballerinnen des MTV Pfaffenhofen gelten als Liga-Favoriten.
Stolle, Frank, Reichertshausen
Pfaffenhofen

Für eine erfolgreiche Saison stimmen auch die Rahmenbedingungen. Einzig Torhüterin Daniela Stadler verließ die Mannschaft und trainiert künftig eine MTV-Jugendmannschaft, ansonsten gibt es keine Veränderungen im Kader. Aus der weiblichen Landesliga-A-Jugend könnten aber bei Engpässen Spielerinnen aushelfen, vor allem Torhüterin Johanna Diermeier wird eine Rolle spielen. „Ich gehe davon aus, dass wir in jeder Partie 14 Spielerinnen im Kader haben“, sagt Kallenberg. Als härteste Konkurrenz im Titelkampf sieht er Schwabkirchen und Altötting, die beiden Aufsteiger aus der Bezirksliga ASV Dachau III und HG Ingolstadt II seien schwer einzuschätzen.

In der Vorbereitungsphase zeigten die Pfaffenhofenerinnen sich bereits spielfreudig. Die beiden Landesligisten Kissinger SC und TSV Schleißheim wurden genauso besiegt wie Bezirksoberligist Königsbrunn, gegen ESV Neuaubing gab es eine knappe Niederlage. Bei einem Turnier in Kissing mit Landes- und Bayernligisten verlor man die Spiele ebenfalls nur knapp. Spielerisch soll an die Linie der vergangenen Jahre angeknüpft werden. „Wir wollen unsere Abwehr noch aktiver gestalten, im Angriff haben wir keine Probleme“, erklärt Kallenberg. Die Defensive wird wie zuletzt vor allem über eine kompakte 6:0-Formation kommen, auch eine offensivere 5:1-Variante hat die Mannschaft im Repertoire. Eine große Stärke war vergangene Spielzeit auch die Mentalität, sodass knappe Spiele häufig gewonnen wurden. Für den neutralen Zuschauer schön anzusehen, Kallenberg wünscht sich aber, diese Spiele gar nicht erst eng werden zu lassen. „Wir müssen vermeiden, manche Partien zu einfach zu nehmen.“

 

  • MBB SG Manching: Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg in die Bezirksoberliga kann MBB-Trainer Markus Anders auf einen breiteren Kader zurückgreifen. Mit Christina Müller, Sandra Mittermeier und Rückkehrerin Tatjana Adler haben die Manchingerinnen drei Neuzugänge, nur Christiane Lang wird eine Handballpause einlegen. „Christina bringt viel Erfahrung in die Mannschaft“, erklärt Anders. „Jetzt haben wir einen Kader von 16 Spielerinnen und können aus dem Vollen schöpfen.“

Verloren die Manchingerinnen in der vergangenen Saison noch häufig die engen Spiele, hofft Anders nun auf eine abgeklärtere Mannschaft. Hinter den Topfavoriten Pfaffenhofen und Schwabkirchen werden sich viele Mannschaften auf Augenhöhe begegnen, die MBB SG will sich hier behaupten. „Platz fünf am Ende wäre schön“, sagt Anders. „Spielerisch brauchen wir dafür aber mehr Zug zum Tor.“ Die große Stärke der vergangenen Saison war die Abwehrarbeit, auch in der neuen Spielzeit wollen die Manchingerinnen kompakt stehen, allerdings soll variabler und phasenweise offensiver gedeckt werden. Nach potenziellen Ballgewinnen soll es dann schnell nach vorne gehen. Aber auch im Aufbauspiel soll mit mehr Mannschaftsdruck agiert werden.

Trotz der entspannteren Kadersituation stellte sich in der Saisonvorbereitung nicht die ganz große Euphorie ein. „Die Trainingsbeteiligung war wegen Urlaub, Krankheit oder Ähnlichem mau“, sagt Anders. „Wir waren im Training nie komplett.“ Bislang testete das Team vor allem gegen die eigene Reservemannschaft. Kurz vor der Saison fährt Manching das Tempo aber noch einmal hoch und absolviert ein Trainingslager und Testspiele gegen die Bezirksoberligamannschaften Mainburg und Bayreuth.