Lautstark: So kennen die Jetzendorfer Zuschauer den TSV-Trainer Tarik Sarisakal. Im Sommer wird der 45-Jährige seinen Posten räumen, darauf haben sich Trainer und Verein geeinigt..
Lautstark: So kennen die Jetzendorfer Zuschauer den TSV-Trainer Tarik Sarisakal. Im Sommer wird der 45-Jährige seinen Posten räumen, darauf haben sich Trainer und Verein geeinigt.
Stolle
Jetzendorf

"Wir haben uns mehrmals zusammengesetzt und Gespräche geführt und uns auf eine Trennung geeinigt", sagt der Sportlicher Leiter, Manfred Zeindl. Diese Entscheidung sei im beidseitigen Einvernehmen getroffen worden.

Sarisakal war zur Saison 2016/2017 zum TSV gewechselt und hatte die Nachfolge von Harald Maier angetreten. Nachdem die Jetzendorfer in Sarisakals Premierenjahr nach einer guten Saison erst in der Relegation erneut am Landesligaaufstieg scheiterten, verlief die zweite Spielzeit unter der Ägide des 45-Jährigen enttäuschend. Nach einem schwachen Saisonstart, schwankenden Leistungen und vielen individuellen Fehlern lag der TSV zwischenzeitlich gar auf dem letzten Tabellenrang, erst gegen Ende der Hinrunde kam die Mannschaft besser in Fahrt und schob sich auf Rang neun vor. Sarisakal erhielt in den schwierigen Wochen, als der TSV im September vier Spiele in Folge verlor, stets Rückendeckung von den Verantwortlichen. Natürlich, so Zeindl, wäre die bisherige Saisonleistung auch mit einbezogen worden. "Wir wissen aber auch um die Umstände, sei es die kurze Pause und viele Verletzte, die das Ganze etwas verzerren", fügt er an.

Im Sommer wollen Verein und Trainer nun "neue Wege gehen", wie es in der Pressemitteilung des Bezirksligisten heißt. Bis dahin aber soll Sarisakal gemeinsam mit der Mannschaft die Saison gut zu Ende spielen, mit nur zwei Punkten Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsrang ist der Klassenerhalt alles andere als gewiss. "Für die Rückrunde hat Tarik Sarisakal unser absolutes Vertrauen und unsere Rückendeckung", betont die Abteilungsleitung. "Wir sind uns sicher, dass wir gemeinsam die Kehrtwende schaffen", sagt Zeindl. "Wir haben im Gespräch schon gemerkt, dass Tarik sich unbedingt gut verabschieden und den Klassenerhalt erreichen will." Einen Nachfolger gibt es laut Zeindl bereits, der Verein will diesen spätestens Ende Januar präsentieren.

Auch Sarisakal spricht von "konstruktiven, guten und respektvollen Gesprächen". Für ihn sei die Trennung ein gewöhnlicher Vorgang, der "ohne Hickhack" über die Bühne gehe. "So ist es im Fußball. Die Hinrunde ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Auch ich war nicht zufrieden", gibt Sarisakal zu und fügt an: "Neuer Input könnte allen Seiten gut tun." Der 45-Jährige sieht es positiv für den gesamten Verein, dass frühzeitig eine Entscheidung getroffen wird. "Die Bekanntgabe kann auch Kräfte freisetzen", hofft Sarisakal, der die Entscheidung der Mannschaft bereits mitgeteilt hat. "Jeder ist nun in der Bringschuld. Wenn sich jetzt ein Spieler hängenlässt, schneidet er sich ins eigene Fleisch." Der Verein könne nun genau verfolgen, wie die Einstellung der einzelnen Spieler ist.

"Ich selbst bin ehrgeizig genug, um mich mit dem bestmöglichen Ergebnis zu verabschieden", betont er. Das Ziel sei ein guter Start und schnellstmöglich die Klasse zu sichern. "Wir wollen den Verein stabilisieren, damit Planungssicherheit herrscht." Seine persönliche Zukunft lässt Sarisakal noch offen. "Ansprechpartner Nummer eins war immer der TSV. Meine Konzentration gilt der Rückrunde. Ich werde mir in Ruhe alles anhören und dann entscheiden", sagt er.

Die Zeit in Jetzendorf beschreibt Sarisakal als "schön", der Verein sei "seriös und gut geführt", die Zielsetzung sehr hoch. "Daran konnten wir in diesem Jahr nicht nahtlos anknüpfen", ärgert er sich. Im nächsten halben Jahr gibt es also etwas gutzumachen.

Dabei wird dem TSV Tobias Hänschke nicht mehr helfen, der Verteidiger schloss sich in der Winterpause dem Landesligisten TSV Gilching-Argelsried an. "Sportlich tut das natürlich weh", gibt Sarisakal zu. Allerdings war der 27-Jährige zuletzt beruflich derart eingespannt, dass keine hundertprozentige Trainingsbeteiligung möglich gewesen sei. "Gilching ist für ihn besser zu erreichen", erklärt Sarisakal. "Die Vereine haben sich danach geeinigt", führt er weiter aus. Sarisakal und die Verantwortlichen ertrauen auf das vorhandene Personal. "Wir werden das intern auffangen. Es wird definitiv keine Zugänge geben", betont Sarisakal. Die Möglichkeiten seien mit René Hamann, Johannes Haas, Martin Öttl, Simon Oberhauser und Christos Papadopoulos ausreichend.

Wie berichtet wird Markus Kurzhals den TSV im Sommer verlassen, der Mittelfeldspieler übernimmt beim TSV Hohenwart das Amt des Spielertrainers. "Ein sehr herber Verlust", meint Sarisakal. Immerhin habe der Verein nun Zeit, Ersatz zu suchen. "Ich finde es immer positiv, wenn sich Spieler weiterentwickeln wollen. Und als Spielertrainer zu arbeiten, ist natürlich ein nächster Schritt." Der Trainer darf sich über zwei inoffizielle Neuzugänge freuen: Stefan Nefzger und Thomas Edelmann kehren zurück. Ersterer war im Rahmen seines Studiums für ein halbes Jahr in den USA. Der 23-jährige Flügelflitzer spielte auch in den USA fleißig Fußball und dürfte in der Rückrunde eine weitere Option in der Offensive sein.

Dort soll auch Thomas Edelmann seine Erfahrung einbringen. Vor der Saison war der 33-Jährige vom Ligakonkurrenten SV Sulzemoos nach Jetzendorf gewechselt, allerdings stand er bisher nicht eine einzige Minute auf dem Platz. Edelmann plagte sich mit Verletzungen, hauptsächlich im Adduktorenbereich. Zum Vorbereitungsauftakt am 5. Februar soll er wieder ins Training einsteigen.

Bevor am Samstag, 18. März beim SV Nord Lerchenau das erste Pflichtspiel des neuen Jahres ansteht, trifft der TSV auf folgende Testspielgegner:

 

Samstag, 10. Februar, 14.30 Uhr: FC Gerolsbach in Niederscheyern.

Samstag, 17. Februar, 15 Uhr: TSV Indersdorf in Markt Indersdorf.

Samstag, 24. Februar, 15 Uhr: ASV Dachau in Dachau.

Sonntag, 25. Februar, 15 Uhr: SV Türkgücu München in München.

Samstag, 3. März, 17.45 Uhr: SV Planegg-Krailing in Planegg.

Samstag, 10. März, 15 Uhr: Türkischer SV Ingolstadt in Jetzendorf.